Gommiswald

FDP, SVP und Gewerbe wollen einen zweiten Wahlgang erzwingen

Dem einzigen verbliebenen Kandidaten für das Gemeindepräsidium bläst ein steifer Wind entgegen. FDP, SVP und Gewerbeverein verweigern Peter Hüppi (SP) die Unterstützung. Sie streben einen zweiten Wahlgang an, für den Kandidaten des Gewerbes in den Startlöchern stehen.

Peter Hüppi (SP) ist der einzige verbleibende Kandidat für das Gemeindepräsidium in Gommiswald.

Peter Hüppi (SP) ist der einzige verbleibende Kandidat für das Gemeindepräsidium in Gommiswald. Bild: Michael Trost

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Zu links, zu wenig Führungs­erfahrung: So lauten zusammengefasst die Argumente, die für FDP, SVP und Gewerbevertreter gegen Peter Hüppi (SP) als neuen Gemeindepräsidenten von Gom­miswald sprechen. Die FDP-Ortspartei, der SVP-Vorstand sowie der Gewerbeverein haben deshalb beschlossen, Hüppis Kandidatur nicht zu unterstützen. Der SP-Politiker ist der einzige verbliebene Kandidat für die Nachfolge des abtretenden Peter Göldi (CVP), nachdem der offizielle Kandidat der Findungskommission, der parteilose Roman Bernet, sich überraschend zurück­gezogen hat. Bernet begründete seinen Entscheid mit einer «Hetzkampagne», die gegen ihn veranstaltet worden sei.

Der Entscheid richte sich nicht gegen Hüppi als Person, sondern gegen sein politisches Profil, sagte Peter Zuberbühler, FDP-Kantonsrat und Vizepräsident der Ortspartei, gestern an einer Medienorientierung. Als SP-Mitglied und aktiver Gewerkschafter sei Hüppi nicht für das Amt des ­Gemeindepräsidenten geeignet, heisst es dazu in einer schriftlichen Presseorientierung. Zuberbühler stützte diese Einschätzung an der Medienorientierung hauptsächlich auf Hüppis Smartvote-Profil. «Wir wünschen uns für Gommiswald einen bürger­lichen und wirtschaftsfreund­lichen Gemeindepräsidenten», sagt Zuberbühler.

Nicht zum Hearing geladen

Hüppi, der jüngst für den St. Galler Kantonsrat kandidiert hatte, bedauert, dass er pauschal aufgrund seines Parteibuches beurteilt werde. FDP, SVP und Gewerbeverein hätten sich nicht dar­um bemüht, ihn und seine Positionen genauer kennen zu lernen. «Ich bin nicht so links, wie man mich gerne darstellen möchte.» Ausserdem mache es einen Unterschied, ob er für ein Mandat in der Legislative kandidiere oder für ein Exekutivamt. «Da sollte die Person im Vordergrund ­stehen.»

Zum Hearing eingeladen wurde Hüppi hingegen von der CVP. ­Diese hat an ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag vor einer Woche beschlossen, Hüppis Kandidatur zu unterstützen. «Für uns ist er wählbar», sagt CVP-Ortsparteipräsident Michael Hofstetter. «Wir haben auf die Person ­geachtet und nicht auf das Parteibuch.» Hüppi kenne die Gemeinde sehr gut, komme bei den Leuten gut an und sei sehr motiviert, um sich für die Gemeinde einzusetzen. «Ich glaube immer noch, dass er gute Wahlchancen hat.»

Genau diese wollen FDP, SVP und Gewerbeverein nun aber vereiteln. Ihr Ziel: verhindern, dass Hüppi bereits im ersten Wahlgang am 24. April das absolute Mehr erreicht und damit einen zweiten Wahlgang herbeiführen. Mit Informationen und Flyern wollen sie möglichst viele Stimmbürger dazu bewegen, einen anderen als Hüppis Namen auf den Wahlzettel zu schreiben, damit die nötige Stimmenzahl nach oben getrieben wird.

Teilpensum prüfen

Für einen allfälligen zweiten Wahlgang, der am 5. Juni stattfinden würde, suchen FDP, SVP und Gewerbeverein gemeinsam nach Kandidaten, die sich für das Gemeindepräsidium zur Verfügung stellen würden. «Wir sind aber keine neue Findungskommission», sagt Zuberbühler. Er hoffe, dass aus der Bevölkerung weitere Namen ins Spiel gebracht werden – allenfalls auch von Personen ausserhalb der Region.

Ausserdem soll der Gemeinderat prüfen, ob das Gemeindepräsidium in einem Teilzeitpensum ausgeübt werden könnte. Dies würde das Amt attraktiver für ­Gewerbevertreter machen, sagt Hanspeter Mätzler, Präsident des Gewerbevereins. Für eine solche Lösung stehen offenbar auch bereits Kandidaten in den Start­löchern. «Wir können drei Kandidaten für ein 50-Prozent-Pensum präsentieren», sagt Mätzler. Konkrete Namen wollte er gestern aber noch nicht nennen.

Der Zeitplan für eine solche ­Lösung wäre allerdings eng. Der Gemeinderat kann sich selbst konstituieren. Einen entsprechenden Antrag auf ein Teilpensum müsste der Rat an einer seiner nächsten Sitzungen behandeln, wenn er rechtzeitig vor dem zweiten Wahlgang ein entsprechendes Signal aussenden soll.

Erstellt: 23.03.2016, 09:16 Uhr

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