Rapperswil-Jona

Fahrende erhalten einen Teil ihres Geldes zurück

Ende der vergangenen Woche haben die Fahrenden den Ortsteil Wagen verlassen. Jetzt hat die Stadt abgerechnet: Für die Fahrenden gibt es drei Viertel ihrer Kaution zurück. Der Rest wird zwischen Stadt und Bauer aufgeteilt.

Das Grundstück in Wagen wird Fahrenden künftig nicht mehr zur Verfügung stehen – der Bauer hat es umgepflügt.

Das Grundstück in Wagen wird Fahrenden künftig nicht mehr zur Verfügung stehen – der Bauer hat es umgepflügt. Bild: Patrick Gutenberg

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Über 100 Fahrende gastierten in den vergangenen Wochen auf einer Wiese im Rapperswil-Joner Ortsteil Wagen. Weil sich einige von ihnen nicht an die Regeln hielten, zog die Stadt eine Kaution von 6000 Franken ein. Die Behörden wollten damit verhindern, dass sich die Fahrenden ohne aufzuräumen aus dem Staub machen.

Jetzt erhalten die aus ganz Europa stammenden Reisenden einen Teil der Kaution zurück. Wie die Stadt Rapperswil-Jona am Freitag mitteilte, wurden 4500 Franken zurückbezahlt. 1500 Franken behielt die Stadt, um Aufwände der Verwaltung und des Bauern zu decken. Der Betrag wird ziemlich genau hälftig geteilt.

Laut Stadtschreiber Hansjörg Goldener sind die Fahrenden mit der Rückerstattung der 4500 Franken einverstanden. Sie haben das Geld am Donnerstag abgeholt. Der Stadt sei vor allem personeller Aufwand enstanden, erklärt Goldener. Dafür berechnet die Behörde den Fahrenden rund 750 Franken. Mehrmals mussten etwa Mitglieder der Verwaltung und Stadtrat Roland Manhart (CVP) nach Wagen ausrücken, um nach dem Rechten zu sehen.

Tiefpunkt der Beziehung zwischen Fahrenden und der Stadt war der Tag nach der eigentlichen Abreise am vergangenen Montag. Der sogenannte Capo liess einen Übergabetermin am Vormittag platzen, zurückgelassen wurden Autos und ein Wohnwagen, dazu viel Müll. Später am Tag tauchten die Fahrenden dann doch noch auf um aufzuräumen, allerdings mussten dann die Stadtbehörden erneut nach Wagen fahren, um das Gespräch mit dem Capo zu suchen. Diesen Aufwand will die Stadt mit dem Kautionsanteil zumindest in Teilen decken.

Aufwändige Reinigung

Ebenfalls rund 750 Franken von der Kaution erhält der Bauer, der das Land an die Fahrenden vermietet hat. Dies für die auftretenden Kosten «im Sinne einer Schlussreinigung», wie Hansjörg Goldener erklärt. Das Aufräumen des Grundstückes war denn auch dringend notwendig. Obwohl die Fahrenden verpflichtet wurden, für den Abfall eine Mulde aufzustellen, blieb Müll zurück.

Besonders aufwändig war zudem die Reinigung des Stalls. Diese wurde teils als Toilette missbraucht – auch dies obwohl die Stadt den Fahrenden das Aufstellen von mobilen Toiletten zur Auflage machte. «Jetzt ist das Land wieder in Ordnung», sagt Fabian Steuri. Er vertritt den Bauern als Anwalt. Ob der Bauer selbst noch finanzielle Forderungen an die Fahrenden stellt, ist noch offen. Die Schlussabrechnung des Mietverhältnisses sei noch nicht erstellt worden.

Dass das Land bald wieder Fahrenden zur Verfügung gestellt wird, sei kein Thema, sagt Steuri. «Der Bauer hat das Land jetzt gepflügt», meint er und ergänzt: «So wird das Grundstück wieder landwirtschaftlich genutzt.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.07.2018, 17:08 Uhr

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