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Ex-Seeretter gründen eigene Seemannschaft

Nachdem die Wasserrettung in die Feuerwehr integriert wurde, kehrten ihr die meisten Seeretter den Rücken. Nun ziehen sie ihren eigenen Verein auf. Ziel sind unter anderem Pannendienste und Kameradschaft.

Wer in Seenot kommt, ruft die Nummer 118. Bei einer Panne kann man nun jedoch den Verein Seemannschaft Rapperswil per App alarmieren.
Wer in Seenot kommt, ruft die Nummer 118. Bei einer Panne kann man nun jedoch den Verein Seemannschaft Rapperswil per App alarmieren.
Foto: Archiv ZSZ

Der Entscheid sorgte für hitzige Reaktionen auf beiden Seiten. Die Rede ist von der Vereinigung von Wasserrettung und Feuerwehr Rapperswil-Jona: Die vormals eigenständige Wasserrettung wurde im November vollends in die Feuerwehr integriert – unter der Leitung des Feuerwehrkommandanten Roland Meier. Die Mitglieder der Wasserrettung wurden dazu aufgefordert, sich schriftlich zu be­werben, falls sie weiterhin dabei bleiben wollten.

Das haben nun allerdings nur 5 der ehemals 20 Seeretter getan, wie Feuerwehrkommandant Roland Meier bestätigt. Das Team sei aber mittlerweile wieder aufgebaut. «Wir hatten ja schon vorher Boote bei der Feuerwehr», sagt Meier. Viele der Feuerwehrleute haben bereits eine Bootsprüfung abgelegt. «Über Weihnachten und Neujahr haben wir diese massiv geschult», nun bestehe die Wasserrettung wieder aus 16 Mitgliedern.

Kameradschaftlicher Verein

Währenddessen haben sich nun die meisten ehemaligen Seeretter zusammengetan und im November den gemeinnützigen Verein Seemannschaft Rapperswil gegründet. Dessen Ziel ist gemäss eigenen Angaben «die Förderung des nautischen Interesses, das Anbieten von Dienstleistungen und die Pflege der Kameradschaft».

Präsident ist Robert Hegner, der sich zuvor jahrelang bei der Wasserrettung engagiert hatte. «Wir sind rausgeworfen worden», meint er. Dieses Vorgehen habe von sehr wenig Wertschätzung ihrer Arbeit gegenüber ­gezeugt. Deshalb sei es für die meisten von ihnen nicht infrage gekommen, sich bei der neuen Organisation wieder zu bewerben.

Am Samstag fand nun die erste Generalversammlung (GV) der neuen Seemannschaft statt. «Wir sind nun 27 Mitglieder», berichtet Hegner. Zusammen hätten sie 130 Jahre Seerettungs­erfahrung. An der GV wurden die Ideen zur Zukunft der neuen Seemannschaft präsentiert: Auf dem See will der Verein sich mit Pannen- und Abschleppdiensten engagieren. Besonders wichtig sei jedoch die Kameradschaft, auch Höcks und Übungen wolle man gemeinsam durchführen.

App für Seemannschaft

Neu ist auch die Alarmierungs-App, die Robert Hegner programmiert hat. Sie funktioniert ähnlich wie die Rega-App und soll demnächst auf der Website der Seemannschaft veröffentlicht werden. Will jemand die Hilfe der Seemannschaft in Anspruch nehmen, kann er sie mithilfe der App benachrichtigen. Die Einsatzgruppe bekommt dann automatisch eine SMS, kann den Böötler orten und sogar mit ihm chatten. «Wir sind aber keine Blaulicht­organisation», sagt Hegner. Das heisst: Fürs Retten sind sie nicht zuständig.

Das ist auch der entscheidende Unterschied zur Wasserrettung. «Wir haben einen gesetzlichen Auftrag», sagt Roland Meier. Sie retten aus der Not und leisten bei Bedarf technische Hilfeleistung. Das dürfe der neue Verein nicht. «Die sind ein besserer Abschleppdienst bei schönem Wetter», meint Meier. Auf die Frage, was das für ihn bedeute, antwortet Meier: «Das ist eine Trotzreaktion.» Der Feuerwehrkommandant wurde zuvor massiv von den Seerettern kritisiert. Was die anderen machten, sei ihm eigentlich egal. Dem widerspricht Hegner: «Wir sind unabhängig von der Wasserrettung und stehen auch in keiner direkten Konkurrenz.»

«Man muss auch dazu sagen, dass wir alle ehrenamtlich dabei sind», meint Hegner. Finanziert werde der Verein durch die Mitgliederbeiträge. Ausserdem sei er noch auf der Suche nach Sponsoren. Einsätze hätten sie allerdings noch keine gehabt, sagt Hegner. Der Verein sei ja erst im November gegründet worden, nun sei man dabei, alles aufzubauen, um Anfang der Saison starten zu können.

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