Linthgebiet

Eschenwelke bedroht den Wald

In den Wäldern am Obersee macht sich eine Pilzkrankheit breit: Die Eschenwelke befällt die Bäume und lässt die Eschen absterben. Die Baumart ist vom Aussterben bedroht.

Das Triebsterben der Eschen, wie hier im Wald in Rapperswil-Jona, beginnt in den Kronen zuoberst in den Bäumen. Zunächst sterben Seiten- und Endtriebe ab.

Das Triebsterben der Eschen, wie hier im Wald in Rapperswil-Jona, beginnt in den Kronen zuoberst in den Bäumen. Zunächst sterben Seiten- und Endtriebe ab. Bild: Michael Trost

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Vor fünf Jahren hat Bruno Blöchliger das erste Mal eine vom Pilz befallene Esche entdeckt. Der Revierförster der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona stellt seither eine massive Ausbreitung der Krankheit fest: «Mindestens die Hälfte aller Eschen sind von der Krankheit befallen.» Weil absterbende oder tote Bäume umfallen können, entstehen gefährliche Situationen: Im Wald der Ortsgemeinde suchen viele Leute Erholung. Aus diesem Grund muss der Förster regelmässig kontrollieren, ob Eschen umzustürzen drohen. Hinzu kommt ein finanzieller Verlust für die Ortsgemeinde: Eschen sind auf dem Markt als Möbel- und Werkholz sehr gefragt.

Gegen die Heimtücke des Pilzes Chalara fraxinea sind die Förster in der ganzen Schweiz machtlos. Es gibt derzeit kein effizientes Gegenmittel, um das Eschentriebsterben zu bekämpfen. Ein von der Forschung entwickelter Virus gegen den Erregerpilz hat sich als wirkungslos herausgestellt. Vermutlich profitiert der Pilz, der seine Sporen über die Luft verteilt, von den gestiegenen Durchschnittstemperaturen. Er dringt durch die Rinde in den Baum ein und arbeitet sich hoch. Bis dieser vertrocknet.

Hoffen auf Resistenz

Falls die Esche als zweithäufigster Laubbaum aussterben würde, wäre der Verlust beträchtlich: Im Wald der Ortsgemeinde sind ein Fünftel der Laubbäume Eschen. Trotzdem macht Blöchliger nicht auf Panik: Er hofft, dass ein Teil der Eschen gegen den Pilz resistent wird und überlebt.

Weniger Hoffnung macht sich Herbert Küng: Der Schänner Gemeindepräsident und Präsident des Waldrates im Linthgebiet taxiert den Pilz als immense Bedrohung: «Wir stehen der Krankheit ohnmächtig gegenüber. Die Eschenwelke lässt sich nicht stoppen.» Ein Aussterben der Esche wäre nicht nur ein herber Verlust der Biodiversität, sondern würde überdies waldbauliche Massnahmen nach sich ziehen: «Die Waldregion wäre gezwungen, Aufforstungen in Angriff zu nehmen, weil die toten Eschen eine grosse Lücke hinterlassen würden», meint Küng.

Gefahr entlang von Strassen

Erich Rüegg, Revierförster in Goldingen-St.?Gallenkappel, beobachtet das Vordringen der Eschenwelke seit drei Jahren: «Junge Eschenbäume sterben ab, bei älteren äussert sich die Krankheit im Triebsterben in den Kronen und in toten Ästen.» Vor allem entlang von Strassen entstehe ein Sicherheitsproblem, wenn Eschen umzustürzen drohten. «In solchen Fällen bleibt uns nichts anderes übrig, als grössere Fällaktionen zu starten, damit der Verkehr nicht beeinträchtigt wird», sagt Rüegg.

Er bezeichnet ein Aussterben der Esche als einschneidend: «Vor allem in steilen Hängen hat der Wald eine Schutzfunktion. Da hat das Aussterben einer ganzen Baumart naturgemäss Konsequenzen», führt der Revierförster aus. Zudem mache das Fortschreiten der Eschenwelke viel Arbeit im Forstrevier Goldingen-St.?Gallenkappel zunichte: Um den Wald zu verjüngen, wurden in Waldlichtungen Eschen gepflanzt – die jetzt absterben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.07.2015, 17:14 Uhr

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