Uznach

Es kommt definitiv zu einer Kampfwahl in Uznach

Die SVP schickt den 49-jährigen Elektroinstallateur Christian Rickenbach für die Ersatzwahl im Gemeinderat ins Rennen. Seine Gegenkandidatin heisst Isabelle Kuster: Die 46-jährige Co-Leiterin der Kanzlei am Bundespatentgericht in St. Gallen ist parteilos und wird von der SP zur Wahl empfohlen.

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In der Einrosenstadt herrscht Spannung pur vor dem Wahlgang im Frühling, nachdem Alex Rutz aus dem Gemeinderat zurückgetreten ist: Zwei Kandidaten ganz unterschiedlicher politischer Provenienz steigen ins Rennen um den Sitz im Uzner Rat.

Nachdem Christian Rickenbach eine Kandidatur zuerst ausgeschlossen hatte, falls eine Frau Gegenkandidatin wäre, hat er sich das Ganze nun anders überlegt: «Wir haben erwartet, dass infolge unserer Vorgespräche mit den Parteipräsidenten die FDP eine Frau nominiert und nicht die SP. Jetzt ist die Ausgangslage eine andere.» Rickenbach will mit seiner Kandidatur den Uzner Stimmbürgern eine «echte Auswahl» ermöglichen, in der politisch ganz unterschiedliche Personen gewählt werden können. Er schätzt seine Chancen als intakt ein, am 4. März das Rennen zu machen.

Das Uzner Gewerbe stärken

Nebst der Kandidatur von Isabelle Kuster, welche die SVP als SP-Kandidatin bezeichnet, will die Partei der Wählerschaft eine bürgerliche Alternative bieten. «Zudem wäre die SP mit zwei Mitgliedern im Rat übervertreten, während die SVP mit einem Sitz bislang untervertreten ist», schreibt die SVP in einer Medienmitteilung. Geboren und aufgewachsen in Uznach, sei Christian Rickenbach mit den Schwerpunkten der Einrosenstadt bestens vertraut, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der 49-jährige Elektroinstallateur ist beruflich bei der Energieversorgung Schänis tätig, wo er für die Leitung der Installationsabteilung, die Mitarbeiterführung und die Lehrlingsausbildung zuständig ist. Im vergangenen Jahr hat Rickenbach seine eigene Firma R-Elektro gegründet. Als gebürtiger Uzner kenne er die Stärken und Schwächen des Städtchens, schreibt die SVP-Ortspartei: «Als team­fähiger und lösungsorientierter Berufsmann will er die Anliegen des Gewerbes im Gemeinderat einbringen, um die besten Lösungen für Uznachs Zukunft zu erarbeiten.»

Laut Aussage des SVP-Präsidenten macht eine Kandidatur seiner Partei durchaus Sinn: «Wir wollen verhindern, dass in der Einrosenstadt eine sehr linke Politik im Gemeinderat Einzug hält. Unsere Partei sorgt dafür, dass eine Kandidatin nicht einfach so durchläuft», sagt Roger Widmer.

Frauenbonus fällt ins Gewicht

Die 46-jährige Isabelle Kuster ist in Uznach aufgewachsen und hat sich in Vereinen und im Pfarreirat für die Gemeinde eingesetzt. Sie war Mitglied der Verkehrsplanungskommission und Präsidentin des Chinderhus Rosengarten. Die dreifache Mutter ist ver­heiratet mit dem SP-Präsidenten Kurt Hollenstein und arbeitet als Co-Leiterin in der Kanzlei am Bundespatentgericht in St. Gallen. «Ich möchte mich für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen», sagt Kuster. Ebenso liege ihr auch der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Kommunen im Linthgebiet am Herzen.

Noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt will sich Isabelle Kuster zur Frage äussern, wie sie sich bezüglich eines Baus der Gasterstrasse positioniert. Sie ist zuversichtlich, dass sie die Unterstützung breiter Kreise für ihre Kandidatur gewinnen kann – nicht zuletzt aufgrund ihres Frauenbonus: Im Gemeinderat von Uznach sind nur Männer vertreten.

Hearings werden entscheiden

Für die CVP und die FDP ist es derzeit noch offen, welchen der beiden Kandidaten sie unterstützen werden. Erst mal werden sich Kuster und Rickenbach an Hearings den Parteien vorstellen. Der erste Wahlgang der Ersatzwahl findet am 4. März, ein allfälliger zweiter am 10. Juni statt.

Erstellt: 04.01.2018, 10:08 Uhr

Isabelle Kuster. (Bild: zvg)

Christian Rickenbach. (Bild: zvg)

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