Rapperswil-Jona

Erneuter Rückgang bei den Hotelübernachtungen

Die Rosenstadt verzeichnet im ersten Halbjahr 1300 Übernachtungen weniger als im vergangenen Jahr. Anders in der Restschweiz: Im Schnitt übernachteten 3,8 Prozent mehr in Schweizer Hotels.

Das Hotel Hirschen hat Ende 2017 als ältestes Hotel von Rapperswil seine Tore geschlossen.

Das Hotel Hirschen hat Ende 2017 als ältestes Hotel von Rapperswil seine Tore geschlossen. Bild: Manuela Matt

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In fast allen Tourismusregionen konnte das Bundesamt für Statistik für das erste Halbjahr 2018 positive Zahlen verkünden. Gesamtschweizerisch haben die gebuchten Zimmer in den Hotels um 3,5 Prozent zugenommen. Dies bedeutet insgesamt 18,4 Millionen gemeldete Zimmerreservationen in Schweizer Hotels. Die deutliche Zunahme der Übernachtungen ist besonders den europäischen Gästen zu verdanken.

Der Rückgang ist begründet

In Rapperswil hingegen konnte man im ersten Halbjahr rein statistisch gesehen keine Freudensprünge machen. Es stellte sich ein Rückgang von rund 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Dies bedeutet für die Rosenstadt 1300 Übernachtungen weniger als im vergangenen Jahr. Für Tourismusdirektor von Rapperswil Zürichsee Tourismus Simon Elsener aber kein Grund zur Sorge. «Das Minus in der Statistik hängt für mich klar mit der Schliessung des Hotels Hirschen zusammen», berichtet Elsener auf Anfrage.

«Klar ist das erste Halbjahr für Rapperswil nicht berauschend gewesen, jedoch gilt es, die gesamte Region am Zürichsee zu betrachten», diese habe schliesslich eine sehr positive Bilanz ziehen können und die Schliessung des Hotels Hirschen mit einem Wachstum von 4,8 Prozent kompensiert. Ein Faktor, auf den Elsener keinen Einfluss nehmen könne, sei auch, wie gut sich ein Hotel präsentiere. Dabei geht es beispielsweise um den Onlineauftritt und um innovative und attraktive Angebote. Für ihn sind dies auch «entscheidende Faktoren, wie gut ein Hotel gebucht wird».

Besonders erfreulich ist für Elsener die Zunahme an Schweizer Gästen. So verzeichnen Hotels der Region auffällig mehr Gäste aus dem Inland als in den Jahren zuvor.

Die Statistik kann täuschen

Elsener meint, man müsse auch bedenken, dass die statistischen Werte nicht immer mit der Realität übereinstimmen. Dies zeigt beispielsweise das Gespräch mit der Geschäftsführerin des Hotels Jakob in Rapperswil, Nathalie Honauer. Sie blickt durchaus «positiv auf das vergangene Halbjahr» zurück. «Punktuell verzeichnen wir sicherlich mehrBuchungen als im vergangenen Jahr.» Sie könne aber mit ihren 20 Zimmern die Nachfrage nicht stemmen oder kompensieren, «da ist man schnell mal ausgebucht». Auf die Frage, ob denn auch der Hitzesommer zur positiven Bilanz beigetragen habe, antwortet die Geschäftsführerin: «Nein, im Gegenteil. Den Leuten war es einfach zu heiss. So haben auch viele den Jakobsweg abbrechen und ihre Reservierung im Hotel Jakob wieder stornieren müssen.»

Der Kanton ist im Rückstand

Noch ist Honauer vom Trend der Airbnb-Buchungen nicht betroffen. Für Elsener steht fest, dass die Entwicklung immer mehr in diese Richtung gehen wird und die Gäste weg vom klassischen Hotel kommen. Dies hat sich in den vergangenen Jahren schon abgezeichnet. Nicht aber in der Statistik.

Die sogenannten Airbnb-Angebote werden häufig von der jüngeren Generation spontan gebucht. Diese Art von Übernachtung beinhaltet ein Bett und ein Frühstück. Das Besondere dabei ist, dass es sich um einen Privathaushalt anstelle eines Hotels handelt. Vorteil dabei: günstiges Übernachten in gemütlicher und familiärer Atmosphäre.

«Der Kanton St. Gallen erfasst diese Art von Übernachtung aber noch nicht, somit fehlen uns diese Buchungen in der Statistik», erklärt Elsener. Im Kanton Zug und Zürich hätten sie allerdings schon ein System, um diese Übernachtungen zu registrieren. Er hoffe, dass «auch der KantonSt. Gallen bald einhängt und ein System zur Erfassung dieser Übernachtungen einführt».

Elsener ist überzeugt, dass sich Rapperswil mittelfristig erholt und auch die Zahl der Übernachtungen wieder zunehmen wird. Mit den geplanten Hotelprojekten im Zentrum der Stadt sollte dies für die Rosenstadt kein Problem sein. Wann die Pläne für mehr Kapazitäten umgesetzt werden, weiss er aber noch nicht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.08.2018, 10:20 Uhr

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