Rapperswil-Jona

Ende Jahr ist Schluss im ältesten Hotel von Rapperswil

Der Umbruch im Hotelmarkt der Rosenstadt geht weiter. Der Hirschen schliesst Ende Jahr definitiv. Dafür zeichnen sich an anderen Orten in der Stadt längerfristig Neueröffnungen ab.

Das Hotel Hirschen verändert sich: Aus den Hotelzimmern werden in den kommenden Jahren Wohnungen.

Das Hotel Hirschen verändert sich: Aus den Hotelzimmern werden in den kommenden Jahren Wohnungen. Bild: Michael Trost

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Wer im Hotel Hirschen am Fischmarktplatz für 2018 ein Zimmer buchen will, versucht es vergeblich. «Keine Zimmer verfügbar», heisst es im Onlinebuchungs­system des Hotels. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Zimmer auf Monate ausgebucht wären. Der Grund ist ein anderer: Vor Weihnachten schliesst das Hotel seine Türen. Das bestätigt Mitinhaberin Barbara Schnyder auf Anfrage. Das Hotel hat dann ausgedient, das Haus wird umgebaut. Der konkrete Schliessungstermin vor Weihnachten hängt von den Buchungen ab.

Damit endet eine Hotelgeschichte, die 1682 begann. Bevor der Fischmarktplatz 1834 aufgeschüttet wurde, lag der Hirschen als ältestes Hotel der Stadt direkt am inneren Hafen von Rapperswil. Der Kernbau des Hauses stammt laut der Hotelchronik aus dem 14. Jahrhundert. Die heutige äussere Form und der Dachstuhl wurden 1511 erstellt und sind komplett erhalten.

Den Hoteleigentümern liegt für ihre «Vision 2020» eine Baubewilligung der Stadt vor. Die Idee ist es, die 13 Hotelzimmer in sechs Wohnungen umzubauen. Ob die Wohnungen als Business-Apartments für kürzere Aufenthalte zur Verfügung stehen oder eher als Wohnungen für längere Aufenthalte geplant werden, steht laut Schnyder noch nicht fest.

Apartments in Kempraten

Business-Apartments sind derzeit ein Trend. Im vergangenen Jahr wurde etwa das Haus des Restaurants Rössli in Kempraten umgenutzt. Die kleinen, möblierten Wohnungen mit Küche, die in erster Linie von Geschäftsleuten genutzt werden, kosten zwischen 1000 und 1500 Franken monatlich.

«Natürlich läuft im Hintergrund einiges.»Linus Hofmann, Anwalt Hotel Schwanen

Mit dem Ende des klassischen Hotelbetriebes im Hirschen schliesst ein weiteres Traditionslokal. Ende 2016 schloss bereits das Viersternhotel Schwanen am Seequai bis auf weiteres. Dasverwaiste Haus zieht zwar regelmässig neugierige Blicke von Touristen an, doch Bewegungen im ehemaligen Hotel sind kaum zu vernehmen.

Die Besitzerfamilie kommuniziert nur über einen Anwalt mit der Öffentlichkeit. Er sagt: «Natürlich läuft im Hintergrund einiges.» Dass die Gerüchteküche um das Hotel Schwanen regelmässig brodelt, weiss auch er: «Leider kann ich aber noch nichts Näheres sagen.» Es werde informiert, sobald die weiteren Entscheidungen definitiv und offiziell seien.

Weiter auf Investorensuche

Nicht vom Fleck kommt derweil das Hotelprojekt der Architekten Herbert Oberholzer und Stefano Ghisleni. Sie planen ein Hotel auf dem Wicor-Parkplatz an der Neuen Jonastrasse mit rund 100 Zimmern. Entstehen soll ein fünfgeschossiger Bau mit einem zusätzlichen Attikageschoss und Untergeschossen mit 30 Parkplätzen. Im Parterre ist ein Restaurant vorgesehen. Das ist aber noch Zukunftsmusik: Den beiden Planern fehlt nämlich noch ein Investor.

Laut dem Präsidenten von Rapperswil Zürichsee Tourismus, Simon Elsener, gibt es nebst dem Hotel auf dem Wicor-Areal noch weitere Projekte in Rapperswil-Jona. Über diese sind jedoch noch keine Details an die Öffentlichkeit gesickert. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.10.2017, 17:40 Uhr

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