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«Einmal sollen wir zu teuer sein, dann wieder zu günstig»

Er versteht nicht, was Abacus gegen das VRSG hat: Peter Baumberger, Vorsitzender der VRSG-Geschäftsleitung.

Können Sie sich vorstellen, was Abacus gegen die VRSG hat?

Der Markt hat sich in der Zwischen­zeit aber gewandelt.

Sie haben es angesprochen: ­Früher gab es das Submissionsrecht für Beschaffungen nicht. Heute gibt es das. Wie gehen Sie damit um, dass Abacus Sie und die St. Galler Gemeinden an den Pranger stellt?

Trotzdem: Die Gemeinden sind Aktionäre der VRSG. Als Aktionär würde man kaum ein Unternehmen verlassen, von dem man selbst profitiert.

Warum ist die IT-Branche, nicht nur im Kanton St. Gallen, im Zusammenhang mit öffent­lichen Geldern immer wieder unter Beschuss?

Wenn ich mir die Vergaben an die VRSG aus den letzten drei Jahren schweizweit anschaue, fällt auf: Von 20 Zuschlägen wurden 15 Aufträge freihändig, also ohne Konkurrenz, ver­geben. Nur bei vier Aufträgen wurde ein offenes Verfahren für alle Anbieter durchgeführt.

«Das ist ein Bashing, das gewisse Kreise bewusst machen, um uns schlechtzureden.»

Peter Baumberger, VRSG

Der Vorwurf an VRSG lautet oft: Sie sind zu teuer.

Nehmen wir ein Beispiel, das uns vorliegt: die Ausschreibung der Zürcher Gemeinde Bauma für die neue Software in der Verwaltung. In den jähr­lichen Kosten gleichen sich die Anbieter. Bei den einmaligen Kosten für die Umstellung ist die VRSG massiv günstiger. Der Vorwurf ihrer Konkurrenten: Sie offe­rieren bewusst zu ­günstig, um ihren Markt erweitern zu können.

Wie bringt man den Wunsch der Kunden nach einem Ansprechpartner für die ganze IT-Verwaltung unter einen Hut mit dem offenen Markt und den geltenden Vergaberegeln?

Können Sie nachvollziehen, dass sich ein Konkurrent stört, wenn man gar nicht weiss dass Aufträge vergeben werden? Nur unter juristischem Druck von Abacus im Gegenzug wurde im vergangenen Jahr ein ­Zuschlag an die VRSG öffentlich publiziert.

Wäre es wünschenswert, wenn das Verwaltungsgericht mehr Transparenz verlangen würde und Gemeinden die Verträge mit Ihnen offenlegen müssten?

Was müsste sich denn aus Ihrer Sicht rechtlich ändern?

Immer wieder werden, meist anonym, Informationen zu Aufträgen der VRSG bekannt oder Medien zugespielt. Preise, Probleme mit Aufträgen et cetera.

Irgendjemand muss aber ja an die Informationen kommen, wie etwa im Fall Basel (siehe Box). Wie kann das sein?

Reizt es Sie, sich juristisch gegen diese Vorwürfe zu wehren?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass Sie die Vor­würfe still hinnehmen.