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Eine Reform, die keine ist

Nein, der grosse Wurf ist es nicht geworden. Einen mutigen Schritt hat der Stadtrat von Rapperswil-Jona mit dem jetzt präsentierten Stadtratsmodell nicht gewagt. Von der erhofften politischen Aufbruchstimmung, die dank der Initiative über ein Stadtparlament vielerorts entstanden war, ist wenig übrig geblieben. Aus einer angedachten Reform ist eine «nachhaltige Entwicklung von Behörde und Verwaltung» geworden, wie der Stadtrat die nun eingeleiteten Schritte selbst nennt.

Das muss nicht schlecht sein. Wenn der Stadtrat tatsächlich besser in der Lage sein wird, strategische Ziele zu verfolgen, ist das begrüssenswert. Das kann die Stadt weiterbringen. Stabilität soll eine fachkompetente Verwaltung bringen, die auch in politisch stürmischen Zeiten ruhig und sicher unterwegs ist. Klappt das, wird Zoller auch sein Ziel erreichen, «den Bürger in den Mittelpunkt zu stellen». Davon ist der Stadtrat aber trotz neuem Organisationsmodell noch ein gutes Stück entfernt. Ein Quartiervereinsmitglied meinte etwa gestern Abend: «Als Bürger verstehe ich die Hälfte nicht.»

Die zu Papier gebrachte Struktur verspricht in Kästchen und Kreisen einiges, doch bleibt sie in vielen Punkten vage. Die Detailstrukturen in der Verwaltung etwa sind noch nicht geklärt. Und: Der Stadtrat muss im nächsten Jahr den Beweis antreten, dass sein neues Ressortsystem tatsächlich funktioniert. Stadträte, die Themen nach Interessen bewirtschaften dürfen, sind eine interessante Idee. Die passenden Aufgaben müssen aber auch vorhanden sein.

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