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Eine Hecke soll Schloss-Besucher und Hochzeitsgäste trennen

Rund 400 Trauungen finden jährlich im Schloss statt. Damit Brautleute und Touristen sich nicht in die Quere kommen, sollen Pflanzen im Schlosshof für mehr Privatsphäre sorgen. Wem das nicht ausreicht, dem bleibt nur die Luxusvariante.

Hochzeitszeremonien und Apéros im Schlosshof sind beliebt. Damit private Gesellschaften künftig mehr Privatsphäre haben, ist für Besucher der Ausstellung, die ebenfalls durch den Schlosshof müssen, ein mit Pflanzen abgetrennter Weg geplant.
Hochzeitszeremonien und Apéros im Schlosshof sind beliebt. Damit private Gesellschaften künftig mehr Privatsphäre haben, ist für Besucher der Ausstellung, die ebenfalls durch den Schlosshof müssen, ein mit Pflanzen abgetrennter Weg geplant.
Archiv Patrick Gutenberg

Eine Hochzeit wie in einem Märchen: Welches Paar wünscht sich das nicht? Ein Schloss dürfte da ganz oben auf der Liste stehen. Nicht zuletzt wegen seines berühmten Wahrzeichens gehört Rapperswil-Jona zu den TopTen der Traudestinationen inder Schweiz. So jedenfalls sagte es Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) kürzlich an der Pressekonferenz zum Umbau des Schlosses.

Rund 400 zivile Trauungen finden jährlich im kleinen Rittersaal statt. An manchen Tagen drücken sich dort bis zu fünf Paare die Türklinke in die Hand. Viele feiern danach mit ihren Liebsten im Schlossinnenhof und stossen auf den Bund der Ehe an. Durch den Schlosshof spazieren allerdings auch die Besucher, die zu den Ausstellungen möchten. Und da liegt der Knackpunkt.

Pflanzen sollen abschirmen

Von einem Scharnierbau, der im ursprünglichen Konzept geplant war und der die Besucherströme lenken sollte, haben sich Stadt und Ortsgemeinde nun verabschiedet. Zwar hätte auch der Scharnierbau nicht verhindert, dass Touristen und Hochzeitsgäste im Schlosshof aufeinandertreffen, sagt Ortsgemeindepräsident Matthias Mächler. Um die beiden Besuchergruppen künftig besser zu trennen – Ausstellungsbesucher auf der einen, Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaften auf der an­deren Seite –, ist nun eine Art ­«visuelle Trennung» geplant.

Der schmale gepflasterte Weg auf der rechten Seite im Schosshof soll künftig mit einer Hecke oder grösseren Pflanze abgesteckt werden. Bereits jetzt hat es dort einzelne Topfpflanzen. Gäste, die im Innenhof einen Apéro geniessen, sind künftig also etwas mehr vor den Blicken der Besucher ­geschützt, die sich für die Schlossgeschichte interessieren. Komplett abgeschirmt ist eine private ­Gesellschaft aber auch mit einer Hecke nicht. Aber das müssten die Gäste in Kauf nehmen, sagt Mächler schmunzelnd: «So riesig ist unser Schloss nun mal nicht.»

Nur bis zum Eingangstor

Auch auf dem Weg ins Trauzimmer müssen Hochzeitspaare und ihre Gäste damit rechnen, dass ihnen Museumsbesucher begegnen. Die Lenkung der Besucher erfolge unmittelbar nach der ­Eingangstür, führt Mächler aus: Hochzeitspaare und private Gesellschaften nehmen die Holztreppe zum kleinen Rittersaal oder in die Burghalle, Schloss­besucher zweigen links ab und gelangen via die neue Erschliessungszone Ost in die Ausstellung respektive auf den Rundgang.

Bisher habe das Aufeinandertreffen von verschiedenen Besuchergruppen nie für Probleme gesorgt, sagt Mächler. Und geschlossene Gesellschaften seien drinnen weiterhin möglich. Im Schlosshof aber, wo nicht nur Apéros, sondern zuweilen ganze Hochzeitszeremonien stattfinden, werden auch in Zukunft Touristen ein und aus gehen. Wer wirklich ganz für sich sein will, dem bleibe wohl nur eine Option, sagt Mächler: nämlich die, das ganze Schloss zu mieten. Das sei theoretisch abends ab fünf oder sechs Uhr möglich, nach Schliessung der Ausstellung. Wie viel diese Luxusvariante kosten würde, dazu konnte Mächler keine Angaben machen. Man kann aber davon ausgehen, dass ein Paar für diesen Wunsch tief in die Tasche greifen müsste.

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