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Tempo 30 ist in Rapperswil-Jona weiter auf dem Vormarsch

Die Stadt informierte am Mittwoch über die Einführung von Tempo 30 im Südquartier. An der Versammlung wurde Tempo 30 auf der ganzen Rietstrasse gefordert. In die Kritik gerieten die Kantonspolizei und die Fahrweise der Buschauffeure.

Für die Giraffen im Rapperswiler Kinderzoo brechen im kommenden Jahr ruhigere Zeiten an: Der westliche Teil der Oberseestrasse soll dank der Einführung einer Tempo-30-Zone verkehrsberuhigt werden.
Für die Giraffen im Rapperswiler Kinderzoo brechen im kommenden Jahr ruhigere Zeiten an: Der westliche Teil der Oberseestrasse soll dank der Einführung einer Tempo-30-Zone verkehrsberuhigt werden.
Moritz Hager

Seit vielen Jahren fordert die Bevölkerung im Südquartier Tempo-30-Zonen. Nun kann sie aufatmen, denn der Kampf geht in seine letzte Runde: Thomas Furrer, Bauchef der Stadt Rapperswil-Jona (parteilos), verkündete am Mittwochabend an einer Orientierungsversammlung, dass spätestens im Dezember die öffentliche Planauflage für eine Einführung einer Tempo-30-Zone auf der Oberseestrasse West und auf einem Teil der Rietstrasse über die Bühne gehen soll.

Wird gegen das Verfahren keine Einsprache erhoben, könnte bereits im März, noch vor der Eröffnung des Kinderzoos nach der Winterpause, auf den beiden Strassen Tempo 30 eingeführt werden.Furrer führte aus, dass die Stadt seit 17 Jahren an diesem Thema dran sei: «Es handelt sich um ein kompliziertes Verfahren für eine eigentlich einfache Geschichte: dass die Autofahrer langsamer fahren.» Der nächste Schub komme auf die Stadt zu, wenn mit dem Hanfländerquartier der letzte Stadtteil verkehrsberuhigt werde.

Tempo 30 verdrängt Streifen

An der Versammlung im Joner Neuhof, die von rund 30 Bürgern besucht wurde, nahm man die Neuigkeiten aus dem Stadthaus mit gemischten Gefühlen auf: Urs Lumpert, Präsident des Südquartiervereins, zeigte sich enttäuscht, dass nur auf einem Abschnitt der Rietstrasse Tempo 30 eingeführt werden soll: «Ich finde es schade, dass ausgerechnet dort, wo sich der Kindergarten befindet, das Tempo nicht reduziert wird.»

Stadtingenieur Josef Lacher sagte, man habe den Entscheid der St. Galler Kantonspolizei, dort sei eine Tempo-30-Zone nicht umsetzbar, mit Murren und Knurren aufgenommen: Die Polizei habe darauf verwiesen, dass es sich beim östlichen Teil der Rietstrasse nicht um eine Wohnzone handle und dass bei einer Einführung einer Tempo-30-Zone Fussgängerstreifen aufgehoben werden müssten – was just beim Streifen vor dem Kindergarten keinen Sinn ergebe.

Kantonswechsel im Fokus

Die Argumentation der Polizei kam bei den Quartierbewohnern schlecht an. Sie verwiesen darauf, dass im Kanton Zürich Tempo 30 bei weitem schneller umgesetzt werde, weil sich die Zürcher Polizei um einiges flexibler zeige. Unter diesen Umständen sei es an der Zeit, dass sich die Stadt Rapperswil-Jona einen Kantonswechsel überlegen müsse.

Patricia Wenk vom Büro ASA (Arbeitsgruppe für Siedlungsplanung und Architektur AG), das Gutachten zu Tempo-30-Zonen verfasst und Massnahmen vorschlägt, machte auf einen weiteren Unterschied aufmerksam: Während die Zürcher Polizei fleissig Geschwindigkeitskontrollen durchführe, verzichte die St. Galler Kantonspolizei auf Radarmessungen in Tempo-30-Zonen und stelle sich auf den Standpunkt, dass diese so mit Schikanen verstellt sein müssten, dass kein Autofahrer zu schnell fahren könne. Wenk appellierte – mit Blick auf die St. Galler Politik – an den gesunden Menschenverstand und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass auch im Linthgebiet ein vernünftiger Vollzug des Gesetzes möglich sein sollte.

Dieses sehe vor, dass in Tempo-30-Zonen entweder Schwellen, eine Verengung der Fahrbahn oder Berliner Kissen zur Anwendung kommen müssen. Aufgrund der engen Strassen im Südquartier käme eine Verengung der Fahrbahn allein schon aufgrund des Veloverkehrs nicht infrage. Dass auf dem östlichen Teil der Oberseestrasse Tempo 30 nicht eingeführt werden kann, habe mit den grossen Fahrzeugen von Circus Knie und Eishalle zu tun.

Ein Heulen und Rütteln

An der leidenschaftlich geführten Diskussion stiess die «rücksichtslose Fahrweise» gewisser VZO-Buschauffeure auf Kritik: Statt gleichmässig zu fahren, würden diese mit aufheulendem Motor die Schwellen passieren und regelmässig ein Rumpeln und Rütteln verursachen, das bis in die Häuser hinein deutlich zu spüren sei. Gefordert wurde als Sofortmassnahme, dass die Stadt bei den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland (VZO) interveniere: Diese sollen ihre Buschauffeure anweisen, das Fahrtempo zu reduzieren.

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