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Ein Ort, um Flüchtlingen zu begegnen

Ein Gespräch mit einem Flüchtling, ein Einblick ins kantonale Asylzentrum: In der Bergruh Amden öffnet nächste Woche ein interkultureller Treffpunkt – das Café Kardamom.

Das Café Kardamom soll ein Begegnungsort zwischen der Bevölkerung und Asylsuchenden sein. Das Team rund um Zentrumsleiter Stephan Trachsel (2. von rechts) freut sich auf die Eröffnung nächsten Donnerstag.
Das Café Kardamom soll ein Begegnungsort zwischen der Bevölkerung und Asylsuchenden sein. Das Team rund um Zentrumsleiter Stephan Trachsel (2. von rechts) freut sich auf die Eröffnung nächsten Donnerstag.
David Baer

Noch sind die Tassen leer, noch riecht es nach frischer Farbe statt nach Kaffee. Und die Sitzkissen seien auch noch nicht alle fertig genäht. Trotzdem sieht es gemütlich aus im kleinen Café mit Blick auf den Walensee. Wobei, für die Aussicht braucht es viel Fantasie an diesem Nachmittag. Dichter Nebel verschluckt das Bergpanorama, das sich dem Besucher für gewöhnlich in der «Bergruh» Amden zeigt.

Das Café Kardamom ist kein gewöhnliches Café. Es ist Teil des kantonalen Asylzentrums und wird ab nächster Woche von Flüchtlingen geführt. Es soll ein Begegnungsort sein, ein interkultureller Treffpunkt, erklärt Zentrumsleiter Stephan Trachsel die Idee hinter dem Projekt. Immer wieder komme aus der Bevölkerung der Wunsch, vorbeizukommen und mit Asylbewerbern das Gespräch zu suchen. Natürlich stehe das Asylzentrum grundsätzlich immer offen. Trotzdem, so befand er, sollte es dafür eine Begegnungsstätte geben – einen Ort für Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen. Davon könnten die Bevölkerung und die Asylsuchenden gleichermassen profitieren, ist er überzeugt. Für die Bewohner der «Bergruh» trage der Kontakt zur Integration bei. Nicht zuletzt gebe es ihnen eine Aufgabe und eine Struktur im Alltag des Asylzentrums. Für das Mithelfen im Café Kardamom erhalten die Flüchtlinge, ähnlich wie für andere «Ämtli» – etwa in der Küche – ein kleines Sackgeld.

Immer neue Gesichter

Noch ist das «Team Kardamom» relativ klein. Zwei, drei Asylsuchende sind es gegenwärtig, die im hauseigenen Café Getränke und Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern zubereiten. Je nach Herkunftsland gibt es eritreischen oder türkischen Kaffee, afghanischen Grüntee und Süssgebäck. Darüber hinaus erfahren die Gäste, wie der Kaffee in anderen Kulturen aufgebrüht und serviert wird. Aktuell stammen die rund 40 Asylsuchenden in der «Bergruh» hauptsächlich aus Eritrea, Afghanistan, Syrien und Somalia.

Das Team der mithelfenden Asylsuchenden, und auch darin unterscheidet sich das Café Kardamom von anderen Lokalen, dürfte sich laufend ändern. Wo Kommen und Gehen zum Alltag gehört, sind neue Gesichter an der Tagesordnung – sei es in der Küche, im Garten, in der zentrumseigenen Schule oder nun eben im Café.

Letzte Details

Das Café Kardamom, das künftig jeden Nachmittag geöffnet hat, bietet Platz für rund 15 Personen im Innern und etwa zehn Gäste in der Gartenwirtschaft. Der Zugang erfolgt im Freien über einen schmalen Weg um das Hauptgebäude. Noch müsse alles signalisiert und angeschrieben werden, erklärt Stephan Trachsel. Auch der halbierte und abgeschliffene Baumstamm mit der Inschrift «Café Kardamom» muss noch über das Lokal gehängt werden. Erst vor kurzem haben die Asylsuchenden das Schild mithilfe des Zivildienstlers fertiggestellt. Das Team der Bergruh gibt dem Café derzeit den letzten Schliff. Die Eröffnung ist auf nächsten Donnerstag angesetzt.

Eine Spende nach Wahl

Das Lokal sei nicht als kommerzielles Angebot gedacht und solle darum bewusst im kleinen Rahmen bleiben, sagt Stephan Trachsel. «Wir wollen keine riesigen Umsätze machen, aber die Kosten sollten schon gedeckt sein.» Den Gästen steht es darum offen, wie viel sie für ihren Kaffee oder Dessert ins «Kässeli» geben wollen. Für die Mitarbeiter der Bergruh gilt einzig die Regel, dass ein Kaffee mindestens einen Franken kostet.

Öffnungszeiten Café Kardamom: Ab Donnerstag, 4. Mai, täglich von 13.30 bis 17 Uhr, AsylzentrumBergruh, Amden.

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