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Ein Millionenprojekt soll die evangelische Kirche aufwerten

Endlich liegt eine gut dokumentierte Idee auf dem Tisch, wie die Kirche dank einem Um- und Anbau den heutigen Bedürfnissen gerecht werden kann. Lange tat sich die Kirchgemeinde schwer damit.

Die letztmals im Jahr 1954 umgestaltete Kirche an der Zürcherstrasse soll für 3,8 Millionen Franken den heutigen Bedürfnissen angepasst werden.
Die letztmals im Jahr 1954 umgestaltete Kirche an der Zürcherstrasse soll für 3,8 Millionen Franken den heutigen Bedürfnissen angepasst werden.
Patrick Gutenberg

Rund um die evangelische Kirche in Rapperswil wurde schon viel diskutiert, geplant und gestritten. 1954 entschieden die damaligen Verantwortlichen, den 1839 bis 1841 von Architekt Johann Christoph Kunkler erstellten Bau an der Zürcherstrasse zu sanieren und komplett umzugestalten.

Dem Trend der Zeit folgend wurde die Kirche in einen strengen, nüchternen und kühlen Raum mit einer dominanten Kanzel umgebaut. Auch nach der technischen Sanierung im Jahr 1995 sind die wesentlichen Züge der 1950er-Jahre geblieben. Für viele Kirchenbürger wirkt der Innenraum trotz kleineren Anpassungen noch heute kühl und wenig einladend. Zudem fehlt es im ­Gebäude an einer zeitgemässen Infrastruktur.

Zwei Ideen – ein Projekt

Nach mehreren gescheiterten Versuchen wurde am Montag ein durchdachtes und gut dokumentiertes Projekt vorgestellt. Architekt Ernst Strebel zeigte dabei auf, dass Gebäude und Innenraum gleichzeitig den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden sollten.

Verschiedene auf das absolute Minimum dimensionierte Projekte in den Kantonen St. Gallen, Zürich und Aargau, welche die Planungskommission der Kirchgemeinde besichtigt hatte, führten zu unbefriedigenden Bedingungen für alle. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen für ein minimales, aber gut funktionierendes Raumprojekt, welches sämtliche Bedürfnisse abdeckt. Ein U-förmiger Anbau auf der Süd-, West- und Nordseite soll die Raumnot lindern. Neue Toiletten, eine kleine Küche, ein Raum für die Kinderbetreuung, ein grosses, individuell nutzbares Foyer und ein Lager könnten im pavillonartigen Bau mit grossen Glasfassaden Platz finden. Die Kosten für den auf gleichem Niveau wie die Kirche stehenden Anbau werden auf 2,5 Millionen Franken geschätzt.

«Diese Idee ist zwar nicht billig, aber auch nicht luxuriös.»

Ernst Strebel, Architekt

Der Innenraum soll dank einer Umgestaltung besser nutzbar werden. Eine halbrunde Wand im Chor bricht den Blick an die hohe Wand. Ob für Gottesdienste, Hochzeiten oder Konzerte, für alle Nutzungsmöglichkeiten könnte die Kirche dank flexibler Bestuhlung – dazwischen auch mit Kirchenbänken – individuell gestaltet werden. Die Architekten schätzen diese Kosten auf 1,3 Millionen Franken.

Mitdenken erwünscht

Architekt Ernst Strebel wies darauf hin, dass nur die Realisierung beider Ideen gleichzeitig Sinn mache. «Diese beiden Vorschläge sind zwar nicht billig, aber auch nicht luxuriös», fasste er das Millionenprojekt zusammen. Bei geschätzten Gesamtkosten von 3,8 Millionen würde der Um- und Ausbau der Kirche die Steuerzahler während 15 Jahren für Verzinsung und Amortisation rund 277 000 Franken pro Jahr kosten. Bei der anschliessenden Begutachtung der Details durch die rund 50 anwesenden Kirchgemeindemitglieder konnten weitere Ideen und Wünsche eingebracht werden. «Im Moment sind wir offen für Vorschläge, welche wir in das Projekt einfliessen lassen können», erklärte der Präsident der Kirchgemeinde, Peter Bosshard.

Im Spätsommer dieses Jahres soll den Bürgern ein Ausführungskredit unterbreitet werden. Wenn die Kirchgemeinde dem Bau zustimmt, kann im Frühjahr 2019 mit den Arbeiten begonnen werden. Die feierliche Eröffnung soll dann Mitte 2020 stattfinden.

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