Rapperswil-Jona

Ein Investor soll das Pflegezentrum bauen

Im Schachen sollen ein Pflegezentrum mit 168 Plätzen und Alterswohnungen mit 60 bis 80 Plätzen gebaut werden. Im November kommt ein Projektierungskredit für das Zentrum an die Urne. Für den Bau sucht die Stadt einen Investor, der bereit ist, 65 Millionen Franken in die Hand zu nehmen.

Das Zentrum Schachen soll auf jeden Fall realisiert werden. Sollte das Investorenmodell scheitern, muss die Stadt Rapperswil-Jona das Geld aufbringen.

Das Zentrum Schachen soll auf jeden Fall realisiert werden. Sollte das Investorenmodell scheitern, muss die Stadt Rapperswil-Jona das Geld aufbringen. Bild: Visualisierung: PD

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Wird das Zentrum Schachen realisiert, wäre das ein radikaler Schnitt für die Alterszentren Rapperswil-Jonas. Das Bürgerspital und das Heim Meienberg würden aufgelöst. Im Bühl fielen neun Plätze weg. Das geplante Pflegezentrum mit 168 Plätzen und die von der Ortsgemeinde geplanten Alterswohnungen am selben Standort mit 60 bis 80 Plätzen seien «ein Glücksfall», wie Bauvorstand Thomas Furrer (parteilos) an der Meidenkonferenz von Dienstag sagte. Ein Projektierungskredit von knapp acht Millionen Franken kommt am 25. November an die Urne, ebenso wie ein Landtausch, den die Stadt und die Ortsgemeinde vornehmen müssen. Der Landtausch ist nach Angaben des Stadtrats «wertneutral». Es wird kein Geld fliessen. An der nächsten Bürgerversammlung vom 6. September wird das Projekt vorgestellt. Der Stadtrat wolle hören, was die Bevölkerung davon halte, sagte Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP). Die Abstimmung an der Bürgerversammlung wird nur konsultativ sein. Bereits definitiv abgestimmt wird über die Alterswohnungen der Ortsgemeinde.

Das Projekt wurde seit der Präsentation 2017 leicht angepasst. So ist man auf Beschwerden von Nachbarn eingegangen. Der Anlieferungsbereich der Küche wurde verkleinert, ebenso wie zwei Gebäude mit Alterswohnungen. Hingegen sollen die beiden anderen Häuser mit Alterswohnungen etwas grösser werden. Mit den Nachbarn sei der Stadtrat im Gespräch, sagte Thomas Furrer. Eine Einigung ist aber noch nicht gefunden.

Mehrere Abstimmungen

Noch nicht zur Abstimmung steht die Frage der Finanzierung des Pflegezentrums. Gemäss der aktuellen Schätzung werden sich die Kosten auf 65 Millionen Franken belaufen. Für die Stadt ein zu grosser Brocken. Der Stadtrat hat sich darum für ein Investorenmodell entschieden. Sie gibt das Land, das sie zuvor von der Ortsgemeinde erhält, im Baurecht ab. Ein Zins fliesst an die Stadt, der Investor wiederum erhält einen Mietzins von der Betreiberin des Pflegezentrums, der stadtnahen Stiftung Rajovita. Den Mietzins bestimmt die Stadt. Andere Gemeinden, etwa Gommiswald und Weesen, hätten sich für einen Investor entschieden, führte Martin Stöckling aus.

Das Modell habe den Stadtrat überzeugt. Schon heute habe er Anfragen von potenziellen Investoren, bei der Credit Suisse etwa gebe es Anlagestiftungen, die nur auf solche Projekte spezialisiert seien. Das Pflegezentrum sei hochattraktiv. Beim Baurechtszins kann der Investor mitreden. Wie der Stadtpräsident anfügte, kann der potenzielle Investor auch mit tieferen Baukosten rechnen als die Stadt, da er kein Ausschreibungsverfahren durchführen muss. Über den Baurechtsvertrag mit dem noch nicht bestimmten Investor wird 2020 an der Urne entschieden. Sollte der Antrag scheitern, müsste die Stadt übernehmen. «Das Projekt wäre dasselbe», versicherte Stöckling. Die Kosten des Baus entsprächen 2,5 Steuerprozentpunkten.

Für alle zahlbar

Das moderne Heim soll nicht nur für die Reichen entstehen. Rajo­vita-Geschäftsführer Christoph Künzli sagte, dass die Zimmer auch für Betagte mit Ergänzungsleistungen bezahlbar sein werden. Heute würden in den Wohnungen und Zentren von Rajovita mehr als 50 Prozent der Bewohner Ergänzungsleistungen beziehen.

Das Schachen wird ausdrücklich als Pflegezentrum und nicht als Alters- und Pflegezentrum angekündigt. Die Erfahrung zeige, dass die Bewohner erst ins Heim gehen, wenn es zu Hause oder in einer Alterswohnung nicht mehr gehe, sagte Künzli. Vor allem in den letzten 20 Jahren habe sich die Entwicklung stark in diese Richtung geändert.

Etwas Wehmut kam bei Ortsverwaltungsrat Josef Stoffel auf. Das Bürgerspital verfügt schliesslich über eine lange Geschichte. Doch die Infrastruktur ist veraltet, es gibt noch diverse Doppelzimmer und aufgrund des Denkmalschutzes ist eine sinnvolle Sanierung nicht möglich. Wie der Geschäftsführer von

Rajovita betonte auch Stoffel, dass die «rüstigen» Bewohner heute fehlen. Als grossen Vorteil sieht er, dass die Bewohner der Alterswohnungen von der Infrastruktur des Pflegeheims profitieren können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.08.2018, 20:30 Uhr

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