Zürich / Nuolen

Ein Haus ist zurückgeschwommen

Vor 145 Tagen wurde das altersschwache Klubhaus des Zürcher Yachtclubs nach Nuolen geschleppt. Nach der Sanierung kehrte es am Freitag wie neu zurück – wieder auf spektakuläre Weise.

Und wieder zurück: Das Klubhaus des Zürcher Yachtclubs auf dem Weg von Nuolen nach Zürich.

Und wieder zurück: Das Klubhaus des Zürcher Yachtclubs auf dem Weg von Nuolen nach Zürich. Bild: zvg / Zürcher Yachtclub

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Das einzige schwimmende Klubhaus in der Schweiz drohte abzusaufen. Das 100 Jahre alte flossartige Fundament hielt nicht mehr dicht. Wasser drang in einige der 18 Betoncaissons ein. Mehrmals lag das 125 Tonnen schwere zweistöckige Holzhaus schief am Standplatz im See zwischen Bürkliplatz und Hafen Enge. Der altehrwürdige Zürcher Yachtclub (ZYC) beschloss, diesen unwürdigen Zustand zu beenden. Für 2,5 Millionen Franken sollte das Clubhaus saniert werden. Finanziert wird die Renovation durch dreifache Jahresbeiträge der rund 400 Mitglieder und einem erhofften Zustupf vom Lotterie-Fonds.

Am 25. Mai wurden die Verankerungen des Flosses gelöst und das aussergewöhnliche Gefährt ging auf die rund 40 Kilometer lange Reise nach Nuolen am Obersee. Dort, im Hafen der Kibag, folgte die viermonatige Frischzellenkur. Zuerst wurde der obere Stock, der erst kürzlich renoviert wurde, abgehoben. Dann wurde das Erdgeschoss komplett erneuert.

Schwerer als Panta Rhei

Die Hauptarbeit galt dem Ersatz der Schwimmkörper. Statt auf 18 Betonelementen steht das Clubhaus nun nur noch auf zwei. Die beiden Caissons sind je 24 mal 6 Meter gross, zwei Meter hoch und 170 Tonnen schwer. Theoretisch hätten darin acht bis zehn Autos Platz. Der ZYC nutzt ihn als Lager für Vereinsmaterial und als Keller für das Clubrestaurant.

Am Freitag ging das über 450 Tonnen schwere Gefährt auf die Rückreise nach Zürich. Damit wiegt es mehr als das schwerste Schiff der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft, das MS Panta Rhei. Bei 4 bis 4,5 km/h Geschwindigkeit dauerte die Fahrt des klobigen Kolosses acht Stunden. Laut dem Kilchberger Oliver Winkler, Anlagenchef des ZYC, ging alles glatt. Auch die heikelste Passage – der Durchstich von Hurden – gab keine Probleme auf. Gleich nach dem Seedamm wurde der Mast am Dach aufgerichtet. Mitte des Nachmittags war das Clubhaus in Zürich fest verankert. Jetzt komplettiert es dort wieder die Ufersilhouette, die das Holzgebäude seit 1916 prägt.

Erstellt: 07.10.2016, 15:50 Uhr

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