Rapperswil-Jona

Ein Hauch von Nobelpreis weht durch die Alte Fabrik

Die «Leidenschaft» ist das Thema des neuen Kulturprogramms der Gebert-Stiftung in der Alten Fabrik. Ein grosses Wort für grosse Namen wie Peter Stamm, Renato Kaiser oder das Theater Hora.

Christoph Steiner und Diana Gatani präsentieren das neue Kulturprogramm der Alten Fabrik.

Christoph Steiner und Diana Gatani präsentieren das neue Kulturprogramm der Alten Fabrik. Bild: Patrick Gutenberg

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Ein bisschen spekulieren darf man. Wenn Peter Stamm Mitte Oktober den alternativen Nobelpreis für Literatur bekäme, wäre der Theatersaal der Alten Fabrik mit 150 Plätzen für seinen Auftritt wohl zu klein. Stamm ist als einziger deutschsprachiger Autor für den Preis nominiert, den schwedische Intellektuelle lanciert haben, nachdem der «richtige» Literaturnobelpreis einstweilen im Skandalsumpf untergegangen ist. Doch das ist, wie gesagt, Spekulation. Sicher ist, dass der Winterthurer Autor am 23. Oktober aus seinem neuesten Buch «Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt» lesen wird, mit dem er an seinen ersten grossen Erfolgsroman, «Agnes», anknüpft.

Seit 20 Jahren legt Stamm zuverlässig Buch um Buch vor, von denen ein jedes um das Generalthema Beziehungs(un)fähigkeit kreist. Noch länger, nämlich bereits seit 25 Jahren, erobern die geistig behinderten Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaters Hora die Herzen ihres Publikums. Am 8. Dezember tritt die 16-köpfige Truppe mit ihrer Hommage an Bob Dylan in der Alten Fabrik auf. Wie bei jeder Aufführung wird auch in Rapperswil-Jona ein regionaler Überraschungsgast «aus dem Hut gezaubert».

Jazz meets Rap

Allemal für eine Überraschung gut ist der Spoken-Word-Künstler Renato Kaiser, der seinen Auftritt am 18. Oktober hat. Kaiser wird sich in der Alten Fabrik mit Sicherheit in eine dannzumal aktuelle Diskussion einmischen, so wie er das eben erst mit seinem Doppeladler-Video gemacht hat. Auf ihn freue sie sich besonders, sagte Diana Gatani, die zusammen mit Christoph Steiner das neue Programm am Freitag vorstellte. Als weiteres Highlight nennt Gatani das Bodan Art Orchestra, das am 9. Januar mit dem Rapper Juellz in einen Dialog tritt: Jazz und Rap, eine nicht ganz alltägliche Kombination.

Für Christoph Steiner, Geschäftsführer der Alten Fabrik, ist es wichtig, neben Stars wie Peter Stamm oder Renato Kaiser auch weniger bekannte Künstlerinnen und Künstler im Programm zu haben. Besonders gespannt sei er auf den Schauspieler Marco Michel, der sich am 28. Oktober mit einem dramatischen Dialog zwischen Schauspiel und Malerei auf die Bühne wagt. Das Stück heisst «Ein Kuss» und handelt vom Maler Antonio Ligabue (1899-1965), der bei Pflegeeltern im Kanton St. Gallen aufwuchs, mit 20 Jahren aber in seine Heimat Italien ausgeschafft wurde. Um dem «italienischen Van Gogh» näherzukommen, zeichnet Marco Michel im Lauf des Stücks grossformatige Porträts und wird so quasi selber vom Schauspieler zum Maler.

Ort für regionale Literatur

Eröffnet wird die neue Saison am 7. September mit einer «russischen Serenade», für die Beat Schuler Musik zu Kurzgeschichten von Anton Tschechow ausgesucht hat. Weitere musikalische Auftritte kommen vom Duo Bergerausch, das alte Volkslieder neu ertönen lässt (21. September), von der im Linthgebiet aufgewachsenen, inzwischen international gefeierten Sarah Buechi (11. November), vom Duo Eclecta (30. November) und von Fatima Dunn (13. Januar). Die Alte Fabrik soll laut Christoph Steiner künftig auch ein Ort sein, wo sich das regionale Literaturschaffen präsentieren kann. Unter dem Titel «Ort für Wort See-Linth» machen am 19. Januar Texte von Romi Cash, Judith Keller und Hans Schnyder den Anfang.

Für Kinder wird das bewährte Kunstlabor weitergeführt, und im Theaterstück «Schwimm, Socke, schwimm!» können am 4. November bereits Dreijährige darüber staunen, wie ein Wäschehaufen zum Leben erwacht.

Weitere Informationen: www.alte-fabrik.ch (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.08.2018, 16:49 Uhr

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