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Alfredo Lardelli ist verstorben

Die schillernde Zürcher Milieufigur Alfredo Lardelli ist tot. Er starb heute im Universitätsspital Zürich nach langer Krankheit. Vor 26 Jahren wurde er wegen dreifachen Mordes verurteilt.

Portrait von Alfredo Lardelli, aufgenommen am 16. Maerz 2004 im Erotikclub Crazy Horse in Wagen/Jona, wo er als Berater und Milieu-Consultant taetig war.
Portrait von Alfredo Lardelli, aufgenommen am 16. Maerz 2004 im Erotikclub Crazy Horse in Wagen/Jona, wo er als Berater und Milieu-Consultant taetig war.
Keystone

Der vor 26 Jahren wegen dreifachen Mordes verurteilte Alfredo Lardelli ist tot. Er starb am Dienstag gemäss seines Anwaltes «nach langer Krankheit infolge multiplen Organversagens» im Universitätsspital Zürich. Die Zürcher Milieufigur wurde 59 Jahre alt.

Lardelli hatte am 13. Dezember 1985 im Würenlinger Ortsteil Siggenthal-Station im Kanton Aargau den Ehemann seiner damaligen Geliebten und zwei Prostituierte erschossen. Das Bezirksgericht Baden verurteilte den Immobilienhändler im März 1989 wegen des Dreifachmordes zu 20 Jahren Gefängnis.

Urs Oswald, langjähriger Anwalt und Rechtsberater von Lardelli, bestätigte auf Anfrage eine Meldung des Onlineportals der «Aargauer Zeitung» zum Tod von Lardelli. Oswald sagte der Nachrichtenagentur sda, Lardelli sei ein «Ausnahmemensch» gewesen. «Er hat Wesentliches zu verantworten - und der hat dafür auch gebüsst.» Er habe Unrecht getan und viel Unrecht hinnehmen müssen. Der Schweizer Lardelli heiratete im Gefängnis eine Brasilianerin und nahm ihren Familiennamen Borgatte dos Santos an. 1999 wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Im Jahr 2000 wollte er mit einer Beschwerde bis vor das Bundesgericht erreichen, dass der als «Bluttat von Siggenthal-Station AG» in die Kriminalgeschichte eingegangene Dreifachmord neu aufgerollt wird. Er blitzte ab.

Schillernde Milieu-Figur

Auch nach Verbüssung der Gefängnisstrafe hielt die schillernde Zürcher Milieu-Figur mit Hang zur Selbstdarstellung die Gerichte auf Trab. Er bezeichnete sich selbst als «Rechtskonsulent». Lardelli musste erneut ins Gefängnis. Das Bezirksgericht Baden verurteilte ihn 2001 wegen Amtsanmassung zu 14 Tagen Gefängnis und 800 Franken Busse. Lardelli hatte als falscher Polizist auf der Autobahn A1 Kontrollen durchgeführt: Er hatte zwei Motorradfahrer überholt und zum Anhalten gezwungen. Das Zürcher Obergericht verurteilte Lardelli 2007 zu 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Er hatte als Rechtsberater einem Schuldner in einem Brief gedroht, dessen aussereheliche Beziehung öffentlich zu machen.

Lardelli versuchte auch im Linthgebiet ein Bordell zu realisieren. Ein erster Versuch in Wagen («Crazy Horse») scheiterte unter anderem am heftigen Widerstand der Anwohner.

Im 2006 hatte der im Rotlichtmilieu tätige ein neues Projekt in der Industriezone von Jona geplant - ein grosser Erotikklub auf 2000 Quadratmetern, der mit Wellnessbereich, einem Restaurant, einer Kontaktbar sowie 22 als «Erotikeinheiten» bezeichneten Zimmern ausgestattet werden sollte. Dort hätten gegen 50 Frauen als «selbständige Unternehmerinnen» arbeiten sollen.

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