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Doppelspurausbau verzögert sich

Wegen Einsprachen verzögert sich der Bau des zweiten Gleises zwischen Uznach und Schmerikon um mindestens ein Jahr.

Zwischen Uznach und Schmerikon entsteht vorderhand kein zweites Gleis (Bild: Bahnübergang in Schmerikon).
Zwischen Uznach und Schmerikon entsteht vorderhand kein zweites Gleis (Bild: Bahnübergang in Schmerikon).
Archiv Sabine Rock

Der Doppelspurausbau Uznach-Schmerikon bleibt wortwörtlich auf der Strecke. Beim 55-Millionen-Projekt gibt es bisher nur Verlierer: Allen voran die Bahnpendler, die nun mindestens ein Jahr länger auf einen Angebotsausbau von Rapperswil Richtung Ziegelbrücke und St. Gallen warten müssen.

Wegen Einsprachen gegen den Doppelspurausbau kann das Bundesamt für Verkehr den SBB die nötige Baugenehmigung noch nicht erteilen. Diese hätte aber spätestens bis Anfang 2018 beim Bahnunternehmen eintreffen müssen, damit das zweite Gleis bis im Dezember 2019 bereit ist. Nun zeichnet sich ab, dass diese Baugenehmigung nicht mehr rechtzeitig eintreffen wird. Der Kanton St. Gallen hat die negative Botschaft gestern kommuniziert.

Patrick Ruggli, Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, bedauert die Verzögerung beim Angebotsausbau. Ausser, dass keine zusätzlichen Züge verkehren können, habe der Entscheid aber keine direkten Folgen. Das Angebot bleibt einfach wie es ist, das neue Rollmaterial der SOB für den Voralpen-Express kommt trotzdem.

Ärger über das Bundesamt

Verärgert ist man dafür im Gemeindehaus von Schmerikon. Weniger darüber, dass der Doppelspurausbau vorerst aufgeschoben ist, sondern über die Tatsache, dass der Kanton die Einsprecher für die Verzögerung verantwortlich macht. Zu diesen zählt auch die Gemeinde Schmerikon selbst.

Gemeindepräsident Félix Brunschwiler sagt: «Wir sind seit der Einsprache im Frühling noch nie vom zuständigen Bundesamt für Verkehr kontaktiert worden, um die Situation in Schmerikon genau anzuschauen.» Brunschwiler kritisiert den engen Zeitplan des Bewilligungsverfahrens, dafür sei nicht die Gemeinde verantwortlich. Schmerikon hatte Einsprache eingereicht, weil das Perron am Bahnhof zu kurz geplant wird und die Wartezeit an der Barriere zur Allmeindstrasse zu lang sei. Bei den SBB ist man sich des «sportliches Zeitrahmens» bewusst gewesen, sagt Sprecher Christian Ginsig. Man habe das Projekt aber fristgerecht eingereicht und ohne Einsprächen wäre es auch umsetzbar gewesen.

Umstieg wichtiger

In Uznach – ebenfalls eine von fünf Einspracheparteien – nimmt man den Entscheid von SOB, SBB und Amt für ÖV mit etwas mehr Gelassenheit zur Kenntnis. Gemeindepräsident Christian Holderegger (FDP) sagt: «Für uns ist der perrongleiche Umstieg in Rapperswil fast wichtiger, als das zusätzliche Angebot.»

Damit spricht der Uzner auf ein Problem an, das auch dem Kanton auf dem Magen liegt: Pendler mit der S6 aus Uznach oder Schmerikon müssen seit letztem Dezember durch die Unterführung, um ihre S5 Richtung Zürich zu erreichen. Das kostet Zeit und führt regelmässig zu verpassten Anschlüssen.

Auf den kommenden Dezember wollen die SBB ihr Fahrplanregime am Bahnhof Rapperswil schon wieder ändern. Neu müssen jene Reisenden via Unterführung umsteigen, die aus Zürich mit der S5 ankommen und mit der S6 Richtung Uznach weiterreisen. Richtung Zürich wird der perrongleiche Umstieg wieder ermöglicht, dafür fährt der Zug aber eine Minute früher ab. Somit bleiben nur zwei Minuten für den Umstieg. Der Nachteil an diesem Konzept: Richtung Zürich haben Reisende alle 15 Minuten eine Verbindung, Richtung Uznach nur alle 30 Minuten. Patrick Ruggli betont, man habe bei den SBB nochmals interveniert, damit das Bahnunternehmen die Idee hinter dem neuen Konzept erklären könne.

Im November treffen sich nun alle Beteiligten noch einmal zu Gesprächen, um die Anschlusssituation in Rapperswil anzuschauen. Wann in Sachen Doppelspurausbau Entscheide zu erwarten sind, ist völlig offen. Beim Bundesamt für Verkehr heisst es dazu einzig: «Das Verfahren läuft.»

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