Wangen SZ

Die Villen müssen weg vom Wasser

Die geplante Villensiedlung Nuolen See hat das Bundesgericht vor drei Jahren gestoppt. Jetzt nimmt die Gemeinde Wangen einen neuen Anlauf. Wichtigster Unterschied: Die Häuser müssen 15 Meter Abstand vom See einhalten.

Das Interesse am neuen Teilrichtplan für das Gebiet Nuolen See ist gross. Der Wangner Gemeindepräsident Daniel Hüppin (Mitte) erklärt die Details.

Das Interesse am neuen Teilrichtplan für das Gebiet Nuolen See ist gross. Der Wangner Gemeindepräsident Daniel Hüppin (Mitte) erklärt die Details. Bild: Michael Trost

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Grosses hatten die Gemeinde Wangen und die Kibag einst vor mit den zwei Kiesabbaubuchten in Nuolen am Obersee. 8500 Quadratmeter wollten sie aufschütten, um ein Wohnquartier für gehobene Ansprüche zu realisieren. Erst das Bundesgericht machte dem Vorhaben im Frühling 2015 ein Ende: Ein bestehendes Gewässer dürfe nicht für Bauzwecke aufgeschüttet werden, die Uferlinie müsse bestehen bleiben, lautete das Verdikt aus Lausanne.

Der Schreck über den Richterspruch scheint bei den Verantwortlichen immer noch tief zu sitzen. Am Informationsanlass über den neuen Teilrichtplan Nuolen See war jedenfalls nur am Rande von Wohnbauten die Rede, dafür umso mehr von ökologischen Aufwertungsmassnahmen. Bis 2022 muss der Kanton Schwyz aufgrund des neuen Gewässerschutzgesetzes dem Bund einen sogenannten Revitalisierungsplan einreichen. Dieser will das Gebiet rund um den Kieshafen der Kibag zwar nicht unter Naturschutz stellen, wie am Montagabend mehrfach betont wurde. Er will aber beispielsweise mehr Flachufer mit einer standortgerechten Vegetation schaffen. Die Kibag darf im Rahmen der bestehenden Verträge weiterhin Kies verladen. Man mache sich jedoch bereits Gedanken über die nachmalige Nutzung, hiess es von Seiten der Projektgruppe «Zukunft Nuolen See». Ihr gehören Vertreter des Kantons Schwyz, der Gemeinde Wangen und der Grundeigentümer an.

Teil des Oberseewegs

Auch wenn das Thema Wohnüberbauungen zurzeit nicht im Vordergrund der Diskussionen steht, ist es nicht vom Tisch. Angrenzend an den Kieshafen gibt es vier Baugebiete, die sich im Besitz von vier verschiedenen Eigentümern befinden, darunter die Kibag und die CKU AG von Thomas Schmidheiny. Aufgrund des Bundesgerichtsentscheids dürfen die Bauten nicht mehr direkt am oder gar auf aufgeschüttetem Land im Wasser stehen.

Diese Idee sei definitiv überholt, sagte Thomas Huwyler vom Amt für Raumentwicklung des Kantons Schwyz. Zwischen den Häusern und der heutigen Uferlinie muss ein Gewässerabstand von mindestens 15 Metern eingehalten werden. Dieser Streifen müsse für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Vorgesehen sind Fuss- und Radwege; auch ein Teil des geplanten Oberseeweges könnte hier durchführen.

Noch viele Schritte

Bevor in Nuolen am See dereinst wieder Bauvisiere stehen, sind noch zahlreiche Planungsschritte nötig. Bis am 12. Juli läuft zum Teilrichtplan ein Mitwirkungsverfahren für die Bevölkerung. Einsprachen sind nicht möglich, wohl aber Einwendungen und Anregungen. Wenn der Teilrichtplan vom Regierungsrat genehmigt worden ist, kann ein darauf beruhender Zonenplan ausgearbeitet werden, gegen den dann Einsprachen ebenso möglich sind wie gegen spätere Sondernutzungspläne und Baubewilligungen.

Gelder vom Bund

Bauprojekte haben auch diesmal mit Widerstand zu rechnen, soviel ist bereits heute absehbar. So hat der Verein Ripa inculta, der massgeblich an der Erwirkung des Bundesgerichtsurteils beteiligt war, schon vor einem Jahr seine Vision für Nuolen See bekanntgemacht: Der Kanton Schwyz solle die wertvolle Landschaft unbebaut lassen, ohne Zugeständnisse an Rohstoffkonzerne, fordert die Organisation. Fragen, wieso die öffentliche Hand für die Renaturierung der Kibag-Areale bezahlen müsse und wieviel Steuern das Unternehmen in Wangen abliefere, blieben an der Informationsveranstaltung unbeantwortet. Immerhin, so hiess es, würden 40 bis 60 Prozent derKosten für die Revitalisierung des Seeufers vom Bund übernommen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.06.2018, 15:43 Uhr

2500 Unterschriften

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