Ufenau

Die Ufenau zieht vor allem Besucher aus der Region an

Die Insel der Stille hat für den lokalen Tourismus eine wichtige Bedeutung. Neben der Ruhe locken die 11,26 Hektaren mit einem Naturschutzgebiet und historischen Sakralbauten.

Trotz Sanierungen war das Ziel klar: Sie soll grün bleiben, grün und idyllisch, die Insel der Stille.

Trotz Sanierungen war das Ziel klar: Sie soll grün bleiben, grün und idyllisch, die Insel der Stille. Bild: Sabine Rock

Seit Karfreitag ist die Insel Ufenau wieder für die breite Bevölkerung zugänglich. Die offizielle Eröffnung findet zwar erst am 21. und 22. April statt, Simon Elsener, Präsident von Rapperswil Zürichsee Tourismus, rechnet aber schon vorher mit einem grossen Besucherandrang. «Die Leute aus der Region identifizieren sich mit ihrer Insel – vielen ist es wichtig unter den Ersten zu sein, die die neue Infrastruktur besichtigen können.» Bereits am Karfreitag verzeichnete die ZSG trotz des eher schlechten Wetters rund 100 Personen, die auf der Insel ausgestiegen sind.

Wanderschuhe daheim lassen

In den letzten Monaten wurde das Restaurant «Haus zu den zwei Raben» zusammen mit den sanitären Anlagen erneuert. Der Geist der Insel – ihre Natur und Geschichte – blieb von den Umbauarbeiten unangetastet. Nach dem Grund für die Beliebtheit der Ufenau gefragt, muss Elsener nicht lange überlegen: «Auf der Insel ist die Natur leicht zugänglich – von Rapperswil-Jona aus ist man mit dem Schiff in wenigen Minuten dort und auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl lässt sich die Insel bequem in weniger als einer Stunde umrunden.»

Die Wanderschuhe könne man getrost daheim lassen, sagt Michael Baur, Leiter der Tourist Information. «Wer die Pflanzen- und Tierwelt der Ufenau entdecken will, muss nur etwas Geduld mitbringen.» Wer die Insel nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich die Geschichte und Natur von einem Touristenführer erklären lassen. «So entdeckt man Vieles, was einem auf Anhieb gar nicht auffallen würde», ist Baur überzeugt.

«Die Ufenau ist eines der top Ausflugsziele für uns und damit messen wir der Insel der Stille eine grosse Bedeutung zu», sagt Conny Hürlimann, Leiterin Marketing und Kommunikation bei der ZSG. Das Hauptzielpublikum seien Ausflügler aus dem Grossraum Zürich. «Ausländische Touristen entscheiden sich häufig für eine Limmat-Schifffahrt oder die Kleine Rundfahrt.» In der Hochsaison werden täglich bis zu neun ZSG-Schiffe Halt auf der Insel machen. Für private Boote steht den Besuchern am südlichen Ufer zudem ein Gästesteg zur Verfügung.

Nachhaltigkeit gewährleistet

Nicht nur die Geschichte und Natur der Ufenau lassen sich vermarkten. Die Insel gehört dem Kloster Einsiedeln und gilt gemeinhin als Ort der Ruhe. Wie vertragen sich die erwarteten Besuchermassen mit diesem Image? «Wir erwarten in dieser Saison zwar mehr Besucher als in den Vorjahren», sagt Elsener. Dies vor allem deshalb, weil man im neu renovierten Restaurant auch bei Regen und Sturm geschützt einkehren könnte. «Die Zahl der Schiffe, die die Insel ansteuern, wurde aber bewusst nicht erhöht.» So werde die Menschenmenge dosiert.

Baur hat ebenfalls keine Bedenken wegen der Nachhaltigkeit des Tourismus auf der Ufenau, die teilweise zum Naturschutzgebiet Frauenwinkel gehört. «Die Leute sind stolz auf ihre Insel und geben ihr entsprechend Sorge.» Das habe sich schon in den vergangenen Jahren gezeigt.

Auch das Badeverbot trage dazu bei, dass es auf der Insel gesittet zu und her gehe. «Die Ufenau ist kein Freibad – die Besucher kommen nicht auf die Insel um Lärm zu machen oder Ballspiele zu spielen.» (Linda Koponen)

Touristenmagnet Sakralbauten: Die Kirche St. Peter und Paul vor und nach der Restaurierung. Hinter der Holzdecke kamen die Wandmalereien an der Chorschulterwand zum Vorschein, die rechts zu sehen sind. Bild: zvg. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.04.2018, 14:45 Uhr

Serie

Zurück auf die Insel Ufenau

Die Insel der Stille ist für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. Am 23. April wird auf der Ufenau das Haus zu den zwei Raben nach einer umfassenden Sanierung wieder eröffnet. Die «Zürichsee-Zeitung» erzählt in loser Folge Geschichten über bekannte und unbekannte Seiten der Insel: von der Architektur über die Natur bis hin zu den Menschen, welche die Insel immer in ihrem Herzen tragen werden.

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