Zum Hauptinhalt springen

Die Tunnelplanung steht im Stau

Lohnt sich ein Tunnel unter der Stadt oder nicht? Die Ergebnisse der Zweckmässigkeitsbeurteilung werden mit Verspätung erst 2018 bekannt.

Welchen Einfluss hätte ein Tunnelbau auf die Stadtentwicklung? Dieser Frage geht eine Studie nach und thematisiert auch das Tüchi-Areal.
Welchen Einfluss hätte ein Tunnelbau auf die Stadtentwicklung? Dieser Frage geht eine Studie nach und thematisiert auch das Tüchi-Areal.
David Baer

Die Tunnelplanung in Rapperswil-Jona braucht Geduld. Bis Ende 2017 hätte der Kanton St. Gallen die Zweckmässigkeitsbeurteilung der zwei Tunnelvarianten «Mitte» und «Direkt» abschliessen wollen. Daraus wird jedoch nichts. Denn derzeit ist noch nicht einmal bekannt, welches Planungsbüro die Arbeiten ausführen darf.

Kanton sattelt um

Wie das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen auf Anfrage erklärt, will man die Planer bis Ende Oktober auswählen. Der Abschluss der Zweckmässigkeitsbeurteilung ist jetzt auf Mai 2018 terminiert. Über die konkreten Gründe der Verzögerung konnte der Kanton keine Angaben machen. Klar ist jedoch, wie gut informierte Kreise gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» bestätigen, dass der Kanton umsattelt: Das Planungsbüro, welches im Frühling die Machbarkeitsanalysen vorgestellt hatte, darf bei der Zweckmässigkeitsbeurteilung offenbar nicht mehr mittun. Es handle sich dabei um einen «bewussten Entscheid», der nichts mit der Qualität der geleisteten Arbeit zu tun habe. Frische Ideen und Gedanken bieten zwar Vorteile, haben aber den Nachteil, dass ein Wissenstransfer in den Projekten stattfinden muss. Für den Bauchef von Rapperswil-Jona, Thomas Furrer (parteilos), war die Verzögerung bei der Planung absehbar, aber kein Problem, wie er sagt.

Tunnel-Bestvariante gesucht

Bei der nun in Aussicht gestellten Zweckmässigkeitsbeurteilung handelt es sich um ein normiertes, systematisches Vorgehen. Die bereits identifizierten Tunnelvarianten werden dabei mit dem Zustand ohne Ausbauten verglichen und die Kosten und Nutzen umfassend bewertet. Dabei werden verkehrliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Effekte genauso beurteilt wie die Wirkung und die bauliche Machbarkeit. Zudem werden neben den Baukosten auch Betriebs- und Unterhaltskosten in die Betrachtung aufgenommen. Die Untersuchung soll Stadtrat und Kanton die helfen, die Tunnel-Bestvariante zu bestimmen um sie anschliessend projektieren zu können.

Weiter fortgeschritten ist dafür die Arbeit an der städtebaulichen Studie von Stadt und Kanton, wie Thomas Furrer erklärt. Diese soll abklären, welche Vor- und Nachteile die Tunnelportale beim Bahnhof Rapperswil, an der Güterstrasse oder auf dem Tüchi-Areal für die Stadtentwicklung hätten.

Autofreier Bahnhofplatz?

Dabei geht es insbesondere auch um den Langsamverkehr oder um das Potenzial eines autofreien Bahnhofplatzes. Thomas Furrer hofft, dass diese «Soft-Themen» auch in die Zweckmässigkeitsbeurteilung Eingang finden würden.

Derzeit laufen die letzten Arbeiten für den Schlussbericht der Studie, bei der auch Post, SBB und Wicor als grosse Grundeigentümer involviert wurden. Die Ergebnisse der Untersuchungen will Bauchef Thomas Furrer noch in diesem Jahr der Bevölkerung präsentieren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch