Rapperswil-Jona

«Die Stadt steht vor einer richtungsweisenden Abstimmung»

Am 23. September findet die Urnenabstimmung über den Teilzonenplan Jona-Center statt. An einer Pressekonferenz erklärten die Stadträte, wieso die Abstimmung wegweisend für die Stadt und das Projekt in keiner Weise mit Gigantismus gleichzusetzen sei.

Stadtrat Ueli Dobler, Stadtpräsident Martin Stöckling und Bauchef Thomas Furrer präsentieren die Abstimmungsvorlage (von links).

Stadtrat Ueli Dobler, Stadtpräsident Martin Stöckling und Bauchef Thomas Furrer präsentieren die Abstimmungsvorlage (von links). Bild: Sabine Rock

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Mit Gigantomanie wird die Sucht beschrieben, alles ins Riesen­hafte und Mass­lose zu übersteigern. Von einer solchen Sucht wollte Stadtpräsident Martin Stöck­ling (FDP) nicht sprechen. Er betonte aber, dass es beim Wider­stand gegen das Projekt Jona-Center nur um die Höhe gehe: Die maximale Gebäudehöhe von 25 Metern gemäss Vertrag mit den Bauherrschaften sei massvoll und für Rapperswil-Jona nicht unüblich. Diese Höhe erreichen immerhin auch das Albu­ville, das Quadrit an der Alten Jonastrasse und das Cityhaus.«Natürlich sind die Anwohner nicht erfreut, wenn ihnen ein hohes­ Gebäude vor die Nase gestellt wird», sagte Stöck­ling. Aber das Gesamtinteresse sei nun einmal wichtiger einzuschätzen als Partikularinteressen. In die Breite­ statt in die Höhe zu verdichten, sei nicht qualitativ, weil auf diese Weise Grünflächen verloren gehen.

Das Bild, dass Rapperswil-Jona wegen des Jona-Centers zu Manhattan werde, sei aus der Luft gegriffen: «Aufgrund der Teilzonenplanänderung gibt es mit dem Projekt Jona-Center keine ein­zige Wohnung mehr, fährt kein einziges Auto mehr, als unter den derzeitigen Bedingungen heut­zutage möglich wäre», konstatierte Stöck­ling. Die Teilzonenplanänderung habe gegenüber der heutigen Zone keine Auswirkungen auf Mehrverkehr, Bevölkerungswachstum und Anforderungen an die Infrastruktur.

Verkehr bleibt Knackpunkt

«Über die Qualität eines Bauprojekts, über die Frage, ob ein Hochhaus schön oder nicht schön ist, lässt sich immer streiten», führte Stöck­ling aus: Fakt bleibe aber, dass dank des Jona-Centers der Aufbau eines Quartierzentrums und einer Begegnungszone möglich werde. Eine Bauweise mit unterschiedlicher Bauhöhe sei bei weitem attraktiver als etwa ein monolithischer Bau.

Damit das Jona-Center gebaut werden kann, müssen die Stimmbürger Ja sagen zur Teilzonenplanänderung. Visualisierung: PD

Knackpunkt des Projekts bleibt allerdings der drohende Mehrverkehr. Bauchef Thomas Furrer (parteilos) rechnet mit 2 Prozent Mehrverkehr, was mit zusätz­lichen 45 Fahrten am Abend während der Stosszeit gleichzusetzen sei. Noch offen ist, ob der Kanton die Verkehrserschliessung des Quartiers als ausreichend taxieren wird oder ob es Anpassungen braucht. Die Stadt geht davon aus, dass der Kanton dem Projekt grünes Licht geben wird. In jedem Fall sind noch Korrekturen notwendig, was den Verkehr betrifft: Von Richtung Osten her wird es einen Rückstau geben, weil die beiden Linksabbieger den Verkehr nicht genügend auffangen können.

Areal Jona-Center aufwerten

Bei der Urnenabstimmung vom 23. September geht es um eine Umzonung des Jona-Center-Areals von der bisherigen Zone K4B in die neue Zone K5A: Diese Umzonung bietet die Grund­lage für die Realisierung des Projekts Jona-Center der Bauherrschaften Hans Nef und Moyreal Immobilien AG. Dank der Umzonung kann die Ausnützungsziffer von 1,4 auf 1,6 und die Anzahl Voll­geschosse von vier auf fünf erhöht werden. Gegen den Teilzonenplan hat die «IG Jona-Center-Stopp» mit 858 Unterschriften das Referendum ergriffen.

Mit der Umzonung wird überdies die Gewerbefläche von 750 auf 2500 Quadratmeter erhöht. Aufgrund des boomenden Quartiers sei der Bedarf an zusätz­licher Fläche für das Gewerbe ausgewiesen, sagte Stadtrat Ueli Dobler (CVP): Das Restaurant Beppi laufe jetzt schon gut.

Von einem Desaster will Stöck­ling nicht sprechen, falls die Vorlage­ vom Stimmvolk bachab geschickt würde: «Es steht eine richtungsweisende Abstimmung vor der Tür. Ein Nein wäre sicherlich ein bedenkliches Zeichen für die Investoren.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.08.2018, 08:26 Uhr

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