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Die Linke hat Hausaufgaben

Conradin Knabenhans zum Ausgang der Stadtratswahlen in Rapperswil-Jona.

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Auch der längste Wahlkampf hat einmal ein Ende. Seit Sonntag ist der Stadtrat nach Monaten der politischen Unruhe wieder komplett. Und das ist gut so.

Ueli Dobler ist praktisch im Schlafwagen Stadtrat geworden. Seine politische Hausmacht,die CVP, die Fasnächtler und die Feuerwehr haben ihn ins Amt gehievt. Dass er auch als Stadtrat gute Arbeit leisten kann, muss er nun aber beweisen. Denn allzu pointiert musste er sich im Wahlkampf selten äussern. Die Wahl von Dobler zeigt auch, dass die CVP nicht mehr unter Alt-Stadtpräsident Erich Zoller leidet. Zoller war – das führte zu seiner Abwahl – für viele ein rotes Tuch, nicht aber seine Partei.

Ramiz Ibrahimovic hat über die Jungfreisinnigen hinaus Wähler mobilisiert. Darauf kann er stolz sein. Aber er muss auch poli­tisches Lehrgeld bezahlen: Allzu oft hat er im Wahlkampf bei jeder Bürgerkritik auf Facebook dazu geschrieben: «Drum Ramiz in den Stadtrat.» Kritik an amtierenden Stadträten alleine ist eben noch kein Wahlprogramm. Politische Hyperaktivität kann auch Wähler abschrecken.

Silvia Kündig ist wegen der Sache angetreten. Sie wollte Links-Grün und die Frauen im Stadtrat vertreten. Als politischen Wunsch für die Stadt verlangte sie am Wahlpodium, die Tische beim Coop in Jona rauchfrei zu gestalten. Das ist zwar Realpolitik, aber auch für linke Wähler nicht das drängendste Problem. Zudem hätte der Trumpf einer zweiten Frauenkandidatur schon im ersten Wahlgang der Ersatzwahl ausgespielt werden müssen. So war die Kandidatur von Kündig-Schlumpf nur ein Rettungsversuch.

Links-Grün ist nun im Stadtrat von Rapperswil-Jona schlechter vertreten. UGS und SP wurden für ihre schlechte Nachwuchsarbeit in den vergangenen Jahren abgestraft. Die beiden Parteien wissen spätestens nach dem Wahlsonntag, was sie in den nächsten vier Jahren zu tun haben.

Erstellt: 22.05.2017, 10:53 Uhr

Conradin Knabenhans, Redaktionsleiter Zürichsee-Zeitung, Ausgabe Obersee. (Bild: Archiv ZSZ)

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