Obersee

Die Kandidatensuche hat begonnen

In Uznach, Gommiswald und Weesen suchen Parteien und Bürgervertretungen gemeinsam nach einem Gemeindepräsidenten.

Ins Uzner Rathaus zieht 2016 ein neuer Gemeindepräsident ein. Wechsel gibt es in vier weiteren Gemeinden.

Ins Uzner Rathaus zieht 2016 ein neuer Gemeindepräsident ein. Wechsel gibt es in vier weiteren Gemeinden. Bild: Manuela Matt

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Der Entwurf für das Stellen­inse­rat besteht schon, ein provisorischer Zeitplan auch. Heute Abend will sich in Gommiswald der überparteiliche Wahlausschuss offi­ziell konstituieren, der geeignete Kandidaten für die Nachfolge von Peter Göldi (CVP) als Gemeindepräsident portieren will. Mit dabei sollen auf jeden Fall die Ortsparteien FDP, CVP und SVP sein, wie FDP-Präsident Urs Metzger sagt.

In Weesen findet die Ersatzwahl für den zurücktretenden parteilosen Mario Fedi bereits ­am 24. April statt. Weil in der 1600-See­len-Gemeinde keine Orts­parteien mehr aktiv sind, hat das Forum Wee­sen ein Wahlgremium gegründet. Dieses setzt sich aus Vertretern des Gemeinde­rates, der GPK, der Bürgerschaft, Verwaltung und des Primarschulrates zusammen. Das Wahlgremium hat ein Anforderungs­pro-fil definiert, an dem alle Kandi­daten gemessen werden sollen, und will in einem einheitlichen Prozess einen geeigneten Kandidaten nomi­nieren.

Schon in der zweiten Novemberhälfte hat sich in Uznach ­der Überparteiliche Wahlausschuss Gemeindepräsidium Uz­nach kons­ti­tuiert. Ihm gehören je zwei Vertreter der Ortsparteien von FDP, CVP, SVP und SP an. ­ Ein Gemeindepräsidium sei nicht primär ein parteipolitisches Amt, sagt Kurt Hollenstein von der ­SP-Orts­partei und Sprecher des Wahl­ausschusses. Die Ortspar­teien hätten deshalb den Dialog gesucht zur Frage, ob sie sich auf ein gemeinsames Anforderungsprofil einigen können.

Ganz neu ist das Vorgehen nicht. Schon vor zwölf Jahren, ­als der jetzt abtretende Erwin Camenisch zum neuen Gemeindeprä­sidenten gewählt wurde, woll­ten die Uzner Parteien zunächst gemein­sam nach Kandidaten suchen. Die CVP entschied sich dann aber, mit Peter Blöchlinger einen eigenen Kandidaten zu nomi­nieren. FDP und SVP unterstützten den auswärtigen Rudolf Mül­ler, das Rennen machte im zweiten Wahlgang schliesslich SP-Politiker Erwin Camenisch, der zuvor schon jahrelang Mitglied im Uzner Gemeinderat gewesen war.

Schwierige Suche

Dass die Parteien zusammenspannen, hat auch damit zu tun, dass es schwieriger geworden ist, geeignete Kandidaten zu finden. Nota­bene aus der eigenen Gemeinde. In Uznach und Wee­sen haben die Wahlkomitees deshalb ein Inserat in den Regionalmedien, im Amtsblatt, auf der Website der Gemeinde und auf Online-Stellenportalen publiziert. In Gommiswald ist Ähnliches geplant. Erste Bewerbungen seien eingegangen, sagt Jürg Schaufelberger, der das Wees­ner Wahlgremium präsidiert. Auch persön­liche Kontakte und Anfragen spie­len eine Rolle. Zwar sei eine gewisse Verbundenheit mit Weesen ein Vorteil. Aber die Gemeinde sei zu klein und der Zeitdruck zu hoch, um zunächst ausschliesslich in Weesen Kandidaten zu suchen, deshalb werde der Prozess von Beginn an breiter ausgelegt.

Mit der Publikation des Inse­rates wollte der Uzner Wahl­ausschuss laut Kurt Hollen­stein Chancengleichheit für alle schaffen, die sich für das Amt inter­essieren. Deshalb werden auch nicht gezielt bestimmte Leute ange­sprochen.

In einer kleinen Kommune wie Wee­sen ist das Gemeindepräsidium eher ein Einstieg in eine Exe­kutivtätigkeit als ein Auf­stieg. Wichtig sei Führungserfahrung, heisst es aus allen drei Gemeinden. Zudem Belastbarkeit und «ein breiter Rücken», weil das politische Klima rauer und die Aufgaben komplexer geworden sind. In Gommiswald hofft Urs Metz­ger auch auf einen Neuanfang. Die politische Kultur ­habe sich gewandelt, es sei üblich geworden, auf Personen zu schiessen, anstatt über Sachgeschäfte zu diskutieren. «Wir müssen zurückfinden zu einem Stil, der den politischen Anstand wahrt.»

Auch ein Unternehmer

Längst suchen die Parteien ­nicht mehr nur in den eigenen Rei­hen oder innerhalb der Ver­wal­tung nach geeigneten Kandidaten. In Gommiswald ist man offen für politische Quereinsteiger oder jeman­den mit einem unternehmerischen Hintergrund. Auch ­ das Wees­ner Wahlgremium will unter­schiedliche Profile berücksichtigen. Ob jemand nun aus der Verwaltung oder aus der Privatwirtschaft komme, sei weniger entscheidend. Wichtiger sei, ­dass geeignete Kandidaten ­einen angemessenen beruflichen Leis­tungs­ausweis mitbringen, sagt Jürg Schaufelberger. Wenn jemand allerdings keinerlei politische Erfahrung mitbringe, müsse er das durch andere Qualifika­tionen wettmachen können, ­sagt Kurt Hollenstein. Denn: «Wenn jemand nicht weiss, wie der Meinungsbildungsprozess in einer Gemeinde abläuft, wird es schwierig.»

Noch nicht entschieden haben die Wahlausschüsse in Uznach und Wee­sen, ob der Bürgerschaft am Ende ein einziger Kandidat zur Wahl empfohlen werden soll, oder ob allenfalls ein Zweierticket infrage kommt. Das Forum Weesen möchte seinen Prozess allerdings breiter abstützen, deshalb soll der offiziell unterstützte Kandidat an einer öffentlichen Nominierungsversammlung vom 17. Fe­b­ruar bestimmt werden.

Eine Bestätigungswahl

Kaum als Erschwernis sehen ­die Wahlausschüsse die Tat­sache, dass sich ein neu gewählter Gemeinde­präsident bereits im Herbst 2016 im Rahmen der Gesamt­erneuerungswahlen zur Wiederwahl stellen muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Präsident nach nur wenigen Monaten im Amt abgewählt wird, sei relativ klein, lau­tet der Tenor. «In so kurzer Zeit ­kann man nicht zeigen, ob man sich ­ im Amt bewährt oder nicht», ­sagt Jürg Schaufelberger. Die Erneuerungswahl sei in der Regel eine Bestätigungswahl, meint auch Kurt Hollen­stein. Es müsste ­jemand schon sehr schlechte Arbeit geleistet haben, wenn er nicht wiedergewählt würde.

Erstellt: 13.12.2015, 22:11 Uhr

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