Rapperswil-Jona

Die IG Tunnel löst sich auf – der Verein Verj übernimmt das Ruder

Die IG Tunnel Rapperswil-Jona-Jetzt gibt es nicht mehr. Seit drei Jahren beschäftigt sich eine andere Organisation mit der Verkehrsproblematik in der Rosenstadt: Der Verein Verj will dank der Aufnahme der Mitglieder der IG Tunnel zur Volksbewegung werden.

Die verstrickte Verkehrssituation in Rapperswil-Jona (hier der Seedamm) sorgt seit vielen Jahren für Diskussionen. Die IG Tunnel hat 18 Jahre lang für eine Lösung gekämpft. Jetzt löst sie sich auf.

Die verstrickte Verkehrssituation in Rapperswil-Jona (hier der Seedamm) sorgt seit vielen Jahren für Diskussionen. Die IG Tunnel hat 18 Jahre lang für eine Lösung gekämpft. Jetzt löst sie sich auf. Bild: Archiv Manuela Matt

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Der Verein «IG Tunnel Rapperswil-Jona jetzt» wurde 2000 aus der Taufe gehoben. In einer kürzlich verschickten Mitteilung berichtet die IG, wieso sie nun nach 18 Jahren aufgelöst werde. Sie habe während dieser Zeit eine wichtige Aufgabe erfüllt: Ziel der Gruppierung sei es gewesen, durch Aktionen die Anliegen der Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen, den Bau eines Tunnels zu propagieren und die Behörden zu unterstützen, das Projekt in Angriff zu nehmen.

Abstimmung 2011 verloren

Bereits im Gründungsjahr habe eine Demonstration stattgefunden. Es folgte eine Petition für den Tunnel mit 7000 Unterschriften zu Handen des Kantons. Immer wieder suchte der Verein den Kontakt mit Kantons- und Bundesparlamentariern. Bei der schliesslich zur Abstimmung gelangenden Tunnel-Variante wurde erreicht, dass eine erste Etappe, die nur bis zum Sonnenhof mit einer Rampeneinfahrt geführt hätte, verworfen wurde.

Stattdessen wurde die Zwei-Etappen-Lösung beschlossen. Diese Vorlage wurde schliesslich vom Volk im September 2011 verworfen. Die Aktivitäten des Vereins wurden in der Folge eingestellt, da die Stadt mit dem Mobilitätsforum und den Begleitgremien aktiv wurde. Jetzt wird die IG gänzlich aufgelöst.

Über die Tunnelfrage hinaus

Im Jahr 2015 wurde von anderen Leuten mit dem Verein Verj (Verkehrsentlastung Rapperswil-Jona) eine neue Organisation gegründet, die sich der Verkehrsproblematik annimmt. Diese habe in der Zweckbestimmung eine über die reine Tunnelfrage hinausgehende Zielsetzung, schreibt die IG weiter: «Der Vorstand hat deshalb entschieden, den Verein aufzulösen und die Mittel sowie die Manpower der neuen Organisation zur Verfügung zu stellen.»

Marcel Gasser, Präsident des Vereins Verj, freut sich über die Unterstützung durch die IG: «Wir hoffen, dass möglichst viele der rund fünfzig Mitglieder der aufgelösten IG zu uns kommen.» Dies bedeute eine grosse Verstärkung des Vereins Verj, der derzeit über achtzig Mitglieder verfüge. «Auf diese Weise gelingt es dem Verein, in dem ja auch Stadträte mitmachen, mit der Zeit zur Volksbewegung zu werden», konstatiert Gasser.

Der Verein Verj setze sich seit Jahren für die Variante «Tunnel Mitte/S7» ein. «Trotz all ihrer offensichtlichen Vorteile fand diese Variante keinen Eingang in die derzeit laufenden Zweckmässigkeitsbeurteilungen. Dies löste bei vielen Mitgliedern Unverständnis aus», führte Gasser aus. Kantonsingenieur Marcel John sei dem Wunsch des Vereins nachgekommen und habe an einer Versammlung die Gründe erläutert, warum dieser Entscheid auf Kantonsebene und in Absprache mit der Stadtregierung so gefallen sei.

Im Herbst werde entschieden, für welche der verbliebenen Varianten sich der Verein einsetzen wolle. Im Zentrum stehen eine Transit-Lösung und eine Variante mit innerstädtischen Anschlüssen. Gasser hält fest, dass ein grosser Teil des Verkehrsaufkommens in Rapperswil-Jona hausgemacht sei und aufgrund von Bauprojekten wie City Center und Stadthof noch zunehmen werde. «Ich bin zuversichtlich, dass ein geeigneter Tunnel gebaut werden kann. Er böte eine letzte Chance, die Stadt zu entlasten.» Die Stadt könne nicht ständig weiter wachsen, ohne dass das über 100-jährige Strassennetz mit einem Tunnel endlich den aktuellen Umständen angepasst werde. Sonst führe dies zu unhaltbaren Verkehrszuständen, fasst Gasser zusammen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.07.2018, 21:02 Uhr

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