Rapperswil-Jona

Die Grünliberalen wollen am Meienberg Bauland auszonen

Am Meienberg schaltet sich jetzt auch eine Ortspartei in die Debatte um Bauland ein. Die Grünliberalen wollen das Naherholungsgebiet bewahren und notfalls das Bauland auszonen.

Das Gebiet um den Meienberg gilt als grüne Oase der Stadt Rapperswil-Jona. Die geplanten Bauprojekte sind äusserst umstritten.

Das Gebiet um den Meienberg gilt als grüne Oase der Stadt Rapperswil-Jona. Die geplanten Bauprojekte sind äusserst umstritten. Bild: Archiv Sabine Rock

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Für manche ist der Meienberg so etwas wie das Paradies auf Erden, der Ort an dem sich Adam und Eva kennengelernt haben könnten. Die grüne Oase der Stadt wird aber vermehrt zum politischen Zankapfel.Bauen oder nicht bauen, das gilt gleich für zwei Grundstücke am Meienberg. Am Montag lief die Einsprachefrist für das Bauprojekt Meienhalde ab.

Insgesamt will die Erbengemeinschaft Braendlin dort siebzehn Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen errichten. Ein ähnliches Projekt haben die Bauherren Ende 2017 zurückgezogen. Mit rund zwanzig Einsprachen hatte die Interessengemeinschaft Freiraum Meienberg das Bauprojekt bekämpft – erfolgreich. Nun versuchen es die Bauherren also nochmals. Und wieder gibt es Widerstand. Bei der Bauverwaltung ging bis am Montag eine Einsprache ein, in den nächsten Tagen könnten noch weitere folgen. Dazu erhielt die Stadt sogenannte «Solidaritätserklärungen», die sich um den Grünraum in der Stadt sorgen.

Auszonung denkbar

Laut Andreas Bisig, Vizepräsident der Grünliberalen Rapperswil-Jona, handelt es sich dabei um eine Art Petition welche von der IG Freiraum Meienberg lanciert wurde. Mit dem Schreiben erkläre man sich solidarisch mit dem eingeschlagenen Rechtsweg der Einsprecher. Auch die GLP hat das Schreiben unterzeichnet und sich mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit gewandt: «Der Meienberg ist eine attraktive Landschaft, die wir nicht der Zersiedelung opfern dürfen», begründet Bisig das Engagement seiner Partei. Er fordert, dass die Stadt das Bauprojekt gar nicht erst bewilligt. Doch das sei gar nicht möglich, sagt Bauchef Thomas Furrer (parteilos). Die Baukommission habe das Projekt in der Meienhalde genehmigt – nur deshalb sei es überhaupt zur Auflage gelangt. Und sowieso: Das Grundstück liegt in den Zonen für zwei- und dreigeschossige Bauten – darf also gemäss Baureglement überbaut werden.

«Der Meienberg ist eine attraktive Landschaft, die wir nicht der Zersiedelung opfern dürfen.»
Andreas Bisig, GLP

Für die GLP ist das ein Problem. Sie fordert, im Rahmen der in den nächsten Jahren notwendigen Ortsplanrevision die Bauzonen zu überdenken und am Meienberg das Bauland wieder auszuzonen. Andreas Bisig begründet das mit einem Gutachten der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) die 2013 klargestellt hat, dass dem grösstenteils noch unverbauten Meienberg eine landschaftliche und das Ortsbild prägende Bedeutung zukommt. Eingriffe in diesen Bereich seien sorgsam anzugehen und wenn möglich ganz zu unterlassen, zitiert die Partei die ENHK.

Verhandlungen geführt

Beim zweiten umstrittenen Planungsprojekt am Meienberg, dem Gebiet Dornacher, sind inzwischen die Einspracheverhandlungen abgeschlossen, wie Bauchef Thomas Furrer erklärt. Die Stadt werde über die 19 eingegangenen Beschwerden demnächst entscheiden. Die Ortsgemeinde Rapperswil-Jona hatte im Dornacher eine Umzonung beantragt. Aus der Zone für öffentliche Bauten soll eine zweigeschossige Wohnzone werden. Der Stadtrat hatte dem Unterfangen zugestimmt und den Teilzonenplan im vergangenen aufgelegt.

Die IG Freiraum Meienberg wollte sich am Montag zum Widerstand gegen die Bauprojekte nicht äussern.

Erstellt: 07.05.2018, 17:39 Uhr

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