Grippe

Die Grippewelle ist im Linthgebiet noch nicht überstanden

Anders als in der Restschweiz nehmen die Grippefälle im Linthgebiet derzeit wieder zu. Ärzte berichten, Bronchien und Lungen würden in diesem Winter besonders in Mitleidenschaft gezogen.

Ärzte berichten, Bronchien und Lungen würden in diesem Winter besonders in Mitleidenschaft gezogen.

Ärzte berichten, Bronchien und Lungen würden in diesem Winter besonders in Mitleidenschaft gezogen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Schweizweit zeigt die Kurve der wöchentlichen Konsultationen mit Verdacht auf Grippe nach unten. Nicht so in der sogenannten Region 5, zu der auch der Kanton St. Gallen gehört: Hier nehmen die Verdachtsfälle nach einem Knick in der zweiten Januarwoche wieder zu. Die Daten zur aktuellen Grippesituation sind auf der Homepage des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ersichtlich. Rund 200 Praxen aus der ganzen Schweiz beteiligen sich an der Grippeüberwachung. Die Ärzte melden wöchentlich dem BAG die Anzahl Patienten mit Verdacht auf grippeähnliche Erkrankungen. Die Anzahl Meldungen von Patienten mit Influenzaverdacht werden dann in Relation mit den letztjährigen Zahlen gestellt.

Viele Atemwegsinfektionen

Für die Grippewelle am Obersee seien die nächsten Tage entscheidend, sagt Christian Rauscher, Präsident des Medizinischen Vereins Linthgebiet und Vorstandsmitglied der kantonalen Ärztegesellschaft St. Gallen. Seit Anfang Jahr habe er ziemlich viele Grippekranke behandeln müssen, sagt der Hausarzt, der in Schmerikon eine Praxis führt. Christian Rauscher ist aufgefallen, dass in Zusammenhang mit der Grippe in diesem Winter vermehrt Atemwegsinfektionen auftreten. Auch zu Lungenentzündungen sei es vereinzelt gekommen. Während bei manchenPatienten eine ambulante Behandlung ausreiche, habe er einige Personen mit Lungenentzündung ins Spital einweisen müssen, hält Rauscher fest.

Diese Beobachtung teilt der stellvertretende Chefarzt Innere Medizin am Spital Linth. Angelo Carone sagt, auch er habe in den letzten Monaten wiederkehrend Patienten mit Atemwegsinfektionen behandelt, und diese seien häufig in Zusammenhang mit Grippe aufgetreten.

Das Spital Linth habe sich für solche Erkrankungen gewappnet und setze seit diesem Jahr einen neuen Blutschnelltest ein, der den Ärzten eine raschere Diag­nose ermögliche. «Dank dem Schnelltest können wir nun zuverlässiger zwischen Grippe und Lungenentzündungen unterscheiden», sagt Carone. Generell würden Lungenentzündungen aber eher selten in Zusammenhang mit einer Grippe auftreten. Man müsse jedoch unbedingt abklären, ob die Entzündung dieses wichtigen Organs durch Viren oder durch Bakterien hervorgerufen worden sei. «Die Frage ist deshalb: Antibiotika ja oder nein?» Hier liefere der Bluttest eine rasche Antwort.

Hartnäckiger Reizhusten

Neben schwereren Atemwegserkrankungen bringe die Grippe in diesem Winter auch häufig einen hartnäckigen Reizhusten mit sich, sagt Christian Rauscher. Viele Patienten würden drei oder vier Wochen lang mit Husten kämpfen, erzählt der Hausarzt. «Einige sagten mir: ‹Ich werde verrückt, nun huste ich seit vier Wochen jede Nacht!›» Der trockene Reizhusten trete vor allem im Liegen auf und raube vielen Patienten den Schlaf.

Auch habe er in diesem Winter relativ viele «echte Grippefälle» behandelt, sagt Christian Rauscher. Zahlreiche Patienten würden die Grippe noch immer mit einem grippalen Infekt verwechseln, stellt Rauscher fest. Vereinzelt seien auch richtig schwere Grippeerkrankungen aufgetreten. Insbesondere die Bronchitiden, also die Entzündungen der Bronchien, seien schwer gewesen, sagt Rauscher. Inwiefern sich der Grippe-Impfstoff in dieser Saison bewährt habe, könne er nicht beurteilen, sagt der Hausarzt.

Erstellt: 07.02.2017, 17:44 Uhr

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