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Dicke Luft am Infoabend

Ein halbes Jahr hat die Schlichtungsstelle Postcom Zeit, die Beschwerde der Gemeinde Schänis gegen die Post zu prüfen. Dann wird sich zeigen, ob die Postfiliale aufgegeben wird oder ob sie bleiben muss. Die Post suchte das Gespräch mit der Bevölkerung und stiess auf Misstrauen.

Im Denner Schänis will die Schweizerische Post eine sogenannte Postagentur einrichten.
Im Denner Schänis will die Schweizerische Post eine sogenannte Postagentur einrichten.
Manuela Matt

Der Saal füllte sich von hinten nach vorne, als ob die sehr zahlreichen Besucher am Infoabend der Post ihr Misstrauen gegen die Pläne des gelben Riesen schon mit der Platzwahl ausdrücken wollten. Markus Werner, der Kommunikationsverantwortliche der Region Ost, begrüsste das Publikum mit einer Diaschau, die wohl den meisten Besuchern zeigte, was sie schon wussten, und auch das eine oder andere, was sie nicht wussten. Dass man mit der Post auch seinen Umzug planen kann.

Einen oft gehörten Vorwurf gegen die Post nahm Thomas Simeon, Leiter Region Südostschweiz, gleich vorweg, indem er erwähnte, dass manche Poststelle bereits jetzt einem Supermarkt ähnlich sei. Dafür soll der Supermarkt in Schänis jetzt zur Poststelle werden. Simeon erzählte viel, manchem Besucher zu viel, wie bei der späteren, heftigen Diskussion mehrfach moniert wurde. Im Zentrum seines ausschweifenden Vortrages stand das Angebot der Post und wie es sich aus der Innenperspektive verändert hat und in Zukunft verändern werde.

Längere Öffnungszeiten

Die nächste Planungsphase endet 2020, weiter plant die Post nicht. Oder nicht öffentlich. Mit den Postdienstleistungen im Ladengeschäft fallen in erster Line die längeren Öffnungszeiten ins Auge. Das ist für die Kunden sicher positiv. Auch die neu geschaffene Möglichkeit, Postsendungen und Zahlungen von zu Hause aus in die Hände der Post zu übergeben, hat zwar noch keine Breitenwirkung erreicht, dürfte aber Zukunft haben. Im Gegensatz zu den häufig genannten Befürchtungen, die Post baue auf der ganzen Linie nur Dienstleistungen und Poststellen ab, zeigte eine Grafik auf, dass unter dem Strich ein Poststellenzuwachs geplant ist. Bloss sieht der nicht aus wie bisher. Vermehrt werden Läden zu Partnern der Post, denkbar sind auch Raststätten, Tankstellen und andere Dienstleister mit geeigneten Öffnungszeiten.

Postfächer werden in Zukunft weniger angeboten, die Nachfrage rechtfertigt das Angebot nicht mehr, wer aber mehr als drei Sendungen pro Tag erhält, kann sich weiterhin auf ein kostenloses Postfach freuen. Bei geringerer Frequenz laufen 240 Franken pro Jahr an Kosten auf.

Bis hierher blieb das Publikum ruhig. Doch in der nachfolgenden Diskussion zeigte sich, dass den Postverantwortlichen wenig Glauben geschenkt wird. Ein Votant monierte, dass nach dem Abbau von Dienstleistungen beim Bahnhof die Post wohl so bald ganz aus dem Dorf verschwinden werde wie das Sturmgewehr aus dem Kleiderschrank. Andere Stimmen interessierten sich für das Schicksal der Angestellten und wollten wissen, wer denn das zuständige Personal in den Läden ausbilden werde. «Die Post ist dafür zuständig, den Leuten das nötige Fachwissen zu vermitteln», erklärte Thomas Simeon. Doch den Lohn erhalten sie vom Detaillisten.

Auch die allgemeine Politik der Post kam zur Sprache und einige Meinungen bedauerten, dass die Post die Zustelldienste nicht mehr querfinanzieren dürfe und dass Erträge aus anderen Bereichen an den Bund fliessen. Stattdessen müsse man die gesamten Bundesbetriebe als ein Ding ansehen und Querfinanzierungen zulassen.

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