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Dialog soll den Gegnern des Kraftwerks Linthwind den Wind aus den Segeln nehmen

Die befragte Bevölkerung hatte viele Fragen zum geplanten Windkraftwerk in Bilten. Die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke zieht daraus den Schluss, den Dialog zu verstärken.

Viele Fragen zum geplanten Windkraftwerk in Bilten: Die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke zieht daraus den Schluss, den Dialog zu verstärken.
Viele Fragen zum geplanten Windkraftwerk in Bilten: Die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke zieht daraus den Schluss, den Dialog zu verstärken.
Symbolbild, Keystone

Voraussichtlich vier Windräder sollen in Bilten entstehen. Schon huete sind zwei 100 Meter hohe Messtürme zu sehen. Mit den Rotorblättern dürften die Türme fast 200 Meter erreichen. Bauherrin sind die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK). Das Projekt ist umstritten, auch in Benken und Schänis wurden Bedenken angemeldet. Die SAK haben darum die Stiftung Risiko-Dialog beauftragt, der Bevölkerung auf den Zahn zu fühlen. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse den Befragten vorgestellt, am Donnerstag wurden sie den Medien präsentiert.

Befragt wurden nur die nächsten Anwohner, was erklärt, dass die Einladung bloss an 35 Haushalte ging. Schänner oder Benkner gehören entsprechend nicht zu den Befragten. Aus den Einladungen ergaben sich persönliche Gespräche mit 26 Personen sowie zehn Telefonate, wie Roman Högg, Projektleiter der Stiftung Risiko-Dialog erklärte. Während die Gespräche bis zu zwei Stunden dauerten, waren die Telefonate nach höchstens 20 Minuten beendet.

Viele Gegner

Wie die Gespräche zeigen sind die Hauptsorgen der Bevölkerung die Emissionen und Auswirkungen für Mensch und Tier. «Die grösste Gruppe der Befragten haben die Gegner gestellt, so Högg, «es waren aber weniger als die Hälfte. Das liegt daran, dass die Personen in fünf Gruppen aufgeteilt wurden: Uninteressierte, Genügsame, Gegner, kritisch Hinterfragende, Befürworter und Personen, welche die Mitverantwortung hervorheben.

«Die grösste Gruppe der Befragten waren die Gegner».

Roman Högg, Projektleiter

Das Ergebnis zeigt: Viele finden, die Windräder passten nicht in die Landschaft und der Boden sei zu weich für die Windräder. Nicht bei allen Themen waren sich die Befragten so einig, etwa welche Auswirkungen Linthwind auf das Image der Region haben würde. Oft gehört haben die verantwortlichen die Klage, dass der Kanton Glarus viele heikle Projekte in die Gegend abschiebe.

Aufklärung geplant

Die Kraftwerke sagen klar: Aufgrund der Umfrage wird das Projekt sicher nicht gestoppt, auch wenn es viele Gegner hat. Sie schliessen daraus, dass der Dialog mit der Bevölkerung weiter eng geführt werden müsse, sagte Ralph Egeter, der bei der SAK für das Projekt zuständig ist. Man will die Anwohner offenbar davon überzeugen, dass das Kraftwerk etwas Gutes ist. Die Sorgen der Leute würden ernstgenommen, betont Egeter. Dazu zählen etwa der Schall oder der Schattenwurf der Windräder. Wichtig waren den Befragten aber auch ihre Mitwirkungsrechte.

Um die Fragen der Bevölkerung zu beantworten, planen die SAK mehrere Veranstaltungen. Unter anderem soll der Bevölkerung ermöglicht werden, das Windkraftwerk in Haldenstein bei Chur zu besichtigen. Die Windräder sind dort zwar einiges kleiner, als die geplanten in Bilten. Doch vor Ort könne man sich am besten ein Bild von den Auswirkungen, wie Schall und Schatten machen, meinte Ralph Egeter. Veranstaltungen geplant sind auch zu den Themen Mitwirkung, Auswirkungen für die Tierwelt und zum Verfahren generell. Auch sollen Landwirte eingeladen werden, die Erfahrung mit Windrädern haben. Schliesslich sind die Windräder in der Landwirtschaftszone geplant.

Keine Abstimmung

Als Knackpunkt für das Projekt galt bisher der 29. September. Die Gemeinde Glarus-Nord sollte dann an der Gemeindeversammlung darüber abstimmen, ob sie eine Zone für die Windräder befürwortet. Das ist nun vorerst vom Tisch, wie Ralph Egeter am Donnerstag sagte. Solange keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVK) vorliege, könne auch nicht abgestimmt werden, so der Vertreter der SAK. Es dauert aber wohl noch bis Herbst 2018 bis die UVK abgeschlossen ist. Gebaut werden soll nach Zeitplan, sofern es keine Einsprachen gibt, 2019.

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