Rapperswil-Jona

Der Traum von der Partnerstadt ist ausgeträumt

Für die Städtepartnerschaft mit Sarasota im US-Bundesstaat Florida fehlte nur noch eine Unterschrift. Doch diese bleibt aus – der Stadtrat von Rapperswil-Jona verzichtet auf den Austausch mit der Stadt in Florida. Der Weg in die USA ist zu weit.

Doppelt so viele Einwohner wie Rapperswil-Jona hat Sarasota. Dafür fehlt der Stadt in Florida aber ein Schloss – die Skyline ist dennoch beeindruckend.

Doppelt so viele Einwohner wie Rapperswil-Jona hat Sarasota. Dafür fehlt der Stadt in Florida aber ein Schloss – die Skyline ist dennoch beeindruckend. Bild: Christian Dietz-Saluz

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Sie sind Städte am Wasser, sie sind Städte mit einem Zirkus, sie sind Städte mit bekannten Musikfestivals. Die Rede ist von Rapperswil-Jona am Zürichsee und Sarasota am Golf von Mexiko. Die Ähnlichkeiten der Städte haben verschiedene US-Schweizer dazu bewogen, eine Partnerschaft zwischen den beiden zu initieren.

Jetzt knapp vier Jahre nach der ursprünglichen Idee ist das Projekt gescheitert – Rapperswil-Jona will sich nicht in eine Beziehung mit der US-Stadt in Florida stürzen. «Wir haben Sarasota abgesagt», bestätigt Martin Stöckling (FDP). Die entsprechende Mitteilung sei über den Rapperswil-Joner Unterstützungsverein Sister Cities Rapperswil-Jona-Sarasota in die USA übermittelt worden, sagt der Stadtpräsident.

Das dürfte ein Stich ins Herz all jener sein, die sich für die Liason der Ortschaften stark gemacht haben. «Keine zwei Städte auf der Welt passen so gut zusammen wie Rapperswil-Jona und Sarasota», erklärte etwa René Fässler gegenüber der Zürichsee-Zeitung im vergangenen Jahr.

Fässler war die treibende Kraft hinter dem Projekt. 2014 hatte er gemeinsam mit einem Freund aus dem Swiss American Club nach möglichen Partnerstädten für Sarasota in der Schweiz Ausschau gehalten. In Sarasota war denn auch die Begeisterung schnell gross: Die City Commission, das Pendant zum hiesigen Stadtrat, hat im Mai 2017 einem Antrag zugestimmt, Rapperswil-Jona zur offiziellen «Sister City» zu ernennen. In einem Park wurde ein Baum reserviert, nur das Schild für die Partnerstadt fehlte noch. Am Seenachtsfest Mitte August hätte die Partnerschaft am Zürichsee dann offiziell besiegelt werden sollen.

Das Feuer fehlte

Dass dieser Event nicht mehr stattfindet, hatte sich abgezeichnet. Das Feuer für die transatlantische Verbindung loderte nur im Unterstützungsverein. Stadtpräsident Martin Stöckling hatte mehrfach betont, dass ein breites Engagement der Bevölkerung für diese Städtepartnerschaft notwendig sei, ansonsten könne der Stadtrat kein grünes Licht für dieses Projekt geben.

Dieser Tatbeweis konnte offenbar nicht erbracht werden. «Wir mussten einsehen, dass auf diese grosse Distanz ein Austausch schwierig ist», meint der Stadtpräsident. Er befürchtet, dass sich die Kontakte mit Sarasota wohl mehrheitlich auf die Behördenebene beschränkt hätten. Bei der bestehenden Städtepartnerschaft mit Aalborg in Dänemark sei das anders. Weil die Wege kürzer sind, finden regelmässige Besuche statt, Nachwuchssportler können etwa auch an den Youth Games in der dänischen Stadt teilnehmen.

Ob die persönlichen Beziehungen Sarasota-Rapperswil-Jona weiterbestehen, ist offen. Die Verantwortlichen des Unterstützungsvereins und die «Sarasota Sister City Direktorin für Rapperswil-Jona, Nelly Camardo, waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.07.2018, 16:56 Uhr

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