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Der Sonntagsverkauf an Heiligabend sorgt für Diskussionen

Wann die Läden am Sonntag offen sind, wird in den Gemeinden weit im Voraus bestimmt. Auch der 24. Dezember fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Es ist jetzt schon klar, dass dennoch auch an Heiligabend Läden offen sein werden.

Der Sonntagsverkauf wird weit im Voraus geplant. Doch nicht alle Händler profitieren gleichermassen.
Der Sonntagsverkauf wird weit im Voraus geplant. Doch nicht alle Händler profitieren gleichermassen.
Symbolbild, Keystone

Kaum ist die Adventszeit und der damit einhergehende Einkaufsstress vorüber, wird auch schon wieder die nächste geplant: In vielen Gemeinden ist bereits bekannt, wann die Sonntagsverkäufe dieses Jahr stattfinden werden. Pro Jahr ist laut Gesetz der Sonntagsverkauf an maximal vier Daten erlaubt. Die Gemeinden orientieren sich dabei an den Wünschen des Gewerbes. Zumeist führen sie eine Umfrage durch und legen dann aufgrund der Ergebnisse die Daten fest.

So zum Beispiel in Herrliberg, wo die Sonntagsverkäufe dieses Jahr am 17. und 24. Dezember stattfinden. Dort ist es sogar nur ein Geschäft, welches die Daten bestimmt: «Der Coop ist bei Weitem am einflussreichsten», meint Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli. Der Detaillist habe diese Daten gewünscht. Für die übrigen Geschäfte sei der Sonntagsverkauf nicht so wichtig, weil das Dorf jeweils in den Tagen vor Weihnachten wie ausgestorben sei.

Auch in Wädenswil hat das Gewerbe seine Wunschdaten: Ausserhalb der Vorweihnachtszeit hat der Sonntagsverkauf am 7. Mai und 29. Oktober seit Längerem Tradition, erklärt Esther Ramirez, stellvertretende Gemeindeschreiberin.

Der Sonntagsverkauf ist kein Publikumserfolg

Durch den Sonntagsverkauf alleine lassen sich die Leute nicht ins Dorfzentrum locken, darüber herrscht in den verschiedenen Gemeinden Einigkeit. So werden in Rapperswil-Jona die Sonntagsverkäufe im Dezember so gelegt, dass sie mit dem Christkindlimärt am zweiten und dritten Advent (10./17. Dezember) zusammenfallen, erklärt Lucia Studerus, Präsidentin des Gewerbeverbands Einkaufsziel Rapperswil-Jona. Zusätzlich kommt noch der 19. Februar hinzu, der Tag des Fastnachtsumzugs. Der Sonntagsverkauf lohne sich aber nicht für alle Geschäfte, da ihnen teilweise auch die finanziellen Ressourcen dazu fehlten, führt Studerus weiter aus. Daher nähmen auch nicht alle Verbandsmitglieder teil.

Ein Sonntagsverkauf in Kombination mit einem Weihnachtsmarkt ist auch in Thalwil ein Thema. Dadurch könnte sich die Attraktivität für Gewerbe und Kunden eventuell steigern lassen, spekuliert Tanja Eltschinger, Vizepräsidentin des Handwerk und Gewerbevereins Thalwil: «Der Sonntagsverkauf bringt unseren Mitgliedern in der jetzigen Form nicht so viel.» Offenbar ziehe es die Kunden eher nach Zürich. Daher sei es dem Gewerbe auch genug, wenn der Sonntagsverkauf dieses Jahr nur an zwei Daten stattfinde (17./24. Dezember).

«Wenn der 24. Dezember kein Sonntag ist, wird ja auch gearbeitet.»

Ester Ramirez, stellvertretende Gemeindeschreiberin, Wädenswil

Der Sonntagsverkauf umfasst nicht nur den traditionellen Weihnachtsverkauf: Es gibt auch andere Anlässe, für die Sonntagsarbeit nötig ist, wie zum Beispiel die Stäfner Autotage im März. Generell nutzen Detaillisten die Möglichkeit des Sonntagsverkaufs in Stäfa nur sehr zurückhaltend, erklärt Eric Van Oordt vom Gewerbeverein.

Auch in Uznach ist der Sonntagsverkauf kein Selbstläufer. Regula Löffel, Vizepräsidentin von Gewerbe Uznach hofft, dass es dieses Jahr aber noch einmal klappt. Noch hat der Gewerbeverband aber keine Wunschdaten festgelegt. Auch im Kanton Zürich haben noch nicht alle Gemeinden die Daten für den Sonntagsverkauf bekannt gegeben.

Grosshändler wollen an Heiligabend offen haben

Dieses Jahr stellt sich beim Thema Sonntagsverkauf eine durchaus kontroverse Frage: Auch der 24. Dezember fällt auf einen Sonntag und wäre somit eigentlich ein Freitag. Vor allem die Grosshändler Migros und Coop möchten ihre Türen an diesem Tag dennoch öffnen, da im Bereich Lebensmittel mit starkem Umsatz gerechnet werden kann. Ob an Heiligabend ein Sonntagsverkauf stattfinden darf, entscheiden die Kantone. Der Kanton St.Gallen erteilt grundsätzlich keine Arbeitserlaubnis für den Sonntag vor dem 25. Dezember - welcher dieses Jahr eben Heiligabend ist. Man sähe kein dringendes Bedürfnis dafür, heisst es beim Arbeitsinspektorat. Es gebe genügend Alternativen wie Bahnhofsläden, um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung sicherzustellen.

Das heisst, dass zum Beispiel das Einkaufszentrum Sonnenhof in Rapperswil-Jona am 24. Dezember geschlossen bleiben muss. «Das ist ärgerlich», gibt der Zentrumsleiter Werner Jakob unumwunden zu. Besonders betroffen seien die Lebensmittelgeschäfte, die an Heiligabend mit einem grossen Umsatz rechnen dürften. Doch über den gesamten Monat Dezember gesehen, verändere sich die Zahl der Verkaufstage gegenüber letztem Jahr nicht. Der Konkurrenz im Seedamm Center, in nur gut fünf Kilometern Entfernung im Kanton Schwyz gelegen, steht hingegen kein Verbot im Weg. Es sei noch unklar, wann die restlichen drei Sonntagsverkäufe stattfinden, erklärt der Zentrumsleiter Hanspeter Gisler. Am 6. Januar hat bereits ein Sonntagsverkauf im Seedamm Center stattgefunden. Doch der 24. Dezember komme durchaus in Frage.

Auch im Kanton Zürich ist der Sonntagsverkauf am 24. Dezember erlaubt. Nur an hohen Feiertagen, wie dem 25. Dezember ist das Öffnen der Läden verboten. Daher besteht in einigen Gemeinden die Möglichkeit, am Heiligabend Einkäufe zu tätigen. So zum Beispiel auch in Wädenswil. «Wenn der 24. Dezember kein Sonntag ist, wird ja auch gearbeitet», meint die stellvertretende Gemeindeschreiberin Ester Ramirez. Laut Silvia Birrer, welche die Detaillisten im Handwerker- und Gewerbeverein vertritt, seien aber nicht alle Händler glücklich über diesen Entscheid. Ihnen wäre der Sonntagsverkauf eine Woche früher lieber gewesen. An Heiligabend würden wahrscheinlich weniger Geschenke gekauft meint Birrer. Daher sei es fraglich, ob sich ein riesiger Umsatz erwirtschaften lasse.

Andere Zürcher Gemeinden verzichten auf den Sonntagsverkauf an Heiligabend. In Stäfa stehen sowohl die Gemeinde, wie auch das Gewerbe dem 24. Dezember als zusätzlichem Arbeitstag kritisch gegenüber, erklärt Eric Van Oordt vom Gewerbeverein. Daher ist man auf den 17. Dezember ausgewichen. Das Gleiche gilt für die Gemeinde Richterswil. Man habe darüber diskutiert, informiert Max Ballmann von der Abteilung Sicherheit. Es habe sich jedoch gezeigt, dass kein grosses Bedürfnis existiere, auch am 24. Dezember offene Läden zu haben. «Ausserdem soll das Verkaufspersonal an Heiligabend auch einmal in den Genuss eines Freitags kommen», erklärt Ballmann.

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