Rapperswil-Jona

Der Siegerkürbis wiegt beinahe 600 Kilo

Züchter aus der ganzen Schweiz kamen am Sonntag mit den grössten, schönsten und schwersten Kürbissen nach Rapperswil-Jona. Dort hat sich gezeigt, dass der Superlativ vererbbar ist und dass die Kleinsten manchmal die Schönsten sind.

Kürbis-Festival: Der diesjährige Schweizer Meister im Kürbiswiegen kann seine Freude nicht verbergen. Die knorrigen und manchmal unförmigen Gemüse faszinierten Gross und Klein.
Video: Nick Weber

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Die Schwergewichte lagen im Ring. Die Atmosphäre war angespannt. Umzingelt von Schaulustigen traten sie in der Arena gegeneinander an: die Schweizer Kürbisgiganten. Denn auf dem Bächlihof in Rapperswil-Jona fand am Sonntag die Schweizer Meisterschaft im Kürbiswiegen statt. Das Wiegen und Messen dauerte rund fünf Stunden, bis endlich ein Züchter zum Sieger gekürt werden konnte. Letzten Endes war es Jürg Wiesli aus Dozwil im Kanton Thurgau, der mit einem Freudensprung zum neuen Schweizer Meister ernannt wurde. Sein Kürbis wiegt stolze 593,5 Kilogramm und ist somit um 81 Kilo schwerer als der Vorjahressieger.

Ein Samen für 1750 Franken

Das Erste, das Wiesli zu seinem Sieg sagte, war: «Ich fühle mich zehn Kilo leichter.» Später verriet er, worauf es bei einer erfolgreichen Zucht ankommt. «In erster Linie ist der Samen entscheidend. Aber es kommt auch auf die richtige Pflege an.» Und diese sei ziemlich intensiv. So habe er für seinen Riesenkürbis eine spezielle Wasserleitung gebaut, welche den Kürbis mit Tropfen berieselt. Zudem nehme er täglich die Erde auf der Seite seiner Sprösslinge weg, damit sie genug Platz zum Wachsen haben. «So kann er in der Hauptsaison bis zu 100 Kilogramm pro Woche wachsen», sagt Wiesli. «Es ist faszinierend, wie aus einem kleinen Samen etwas so Grosses heranwachsen kann.» Da die Pflege auch kostenintensiv ist, werde Wiesli das Preisgeld von 1500 Franken gleich wieder in seinen nächsten Kürbis investieren. Mit seinem Schwergewicht geht er nächste Woche an die Europameisterschaft in Ludwigsburg (D).

Der Vorjahressieger Edwin Vogel kommt ebenfalls aus dem Kanton Thurgau und hat mit seinem 481,4 Kilogramm schweren Kürbis den zweiten Platz belegt. Auch wenn es schlussendlich nicht für den obersten Podestplatz reichte, gab sich Vogel zufrieden: «Ich habe mich dieses Jahr nicht so sehr um den Kürbis gekümmert wie sonst. Ich bin deshalb erstaunt, dass er trotzdem so gross geworden ist.» Sein Kürbis stammt übrigens von keinem geringeren als dem aktuellen Weltrekord-Kürbis von Beni Meier aus dem Jahr 2014 ab. Dieser wog knapp über eine Tonne. Seine Samen bedeuten auch stattliche Nachkommen. Einer wurde dieses Jahr für 1750 Franken versteigert.

Fünf Meter langer Mais

Der Drittplatzierte war kein Geringerer als der Jurypräsident des Turniers. Roger Rüegger hat mit seinem 249,6 Kilogramm schweren Kürbis gleich selber teilgenommen. Die Schwergewichte werden am 5. November auf dem Bächlihof gegessen.

Doch nicht nur mit Masse und Gewicht konnten die Züchter am Sonntag auf dem Bächlihof punkten, sondern auch mit dem Aussehen. So suchte die Jury auch den schönsten Kürbis, um den Howard Dill Award zu verleihen. Dabei achteten sie vor allem auf die Farbe. Je oranger, desto besser. Von den elf Kontrahenten im Ring war es ausgerechnet der kleinste, der das knalligste Orange hatte. Gezüchtet hat ihn Priscilla Buchmüller.

Nebst den Kürbisgiganten waren auf dem Bächlihof auch die restlichen Gemüse-Superlative anzutreffen. Diese stammen ebenfalls fast alle vom Sieger Jürg Wiesli. So hat er einen rund elf Kilogramm schweren Kohlrabi, einen über fünf Meter langen Maiskolben und eine 4,2-Kilo-Karotte gezüchtet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.10.2017, 09:24 Uhr

Riesengemüse

Schweizer Rekorde

Rangliste Schweizer Meisterschaft im Kürbiswiegen 2017


  • 1. Rang: Jürg Wiesli aus Dozwil TG, 593,5 kg.

  • 2. Rang: Edwin Vogel aus Kesswil TG, 481,4 kg.

  • 3. Rang: Roger Rüegger aus ­Brittnau AG, 349,6 kg.



Neben den riesigen Kürbisgewächsen wurde auch Riesengemüse gewogen. In dieser Sparte erreichten die Gemüsezüchter gestern neue Schweizer Rekorde. Der Gewinner im Kürbis­wiegen dominierte auch hier:


  • Jürg Wiesli, Karotte: 4,256 kg.

  • Jürg Wiesli, Chili: 45 cm lang.

  • Jürg Wiesli, Mais: 5,30 m lang.

  • Jürg Wiesli, Feldkürbis: 48,8 kg.

  • Willi Buchmüller, Kartoffel: 1,26 kg.

  • Jürg Wiesli, Kohlrabi: 10,805 kg.

  • Jürg Wiesli, Zucchetti: 44 kg.

  • Jürg Wiesli, Kalebasse: 13,390 kg.

  • Jürg Wiesli, Lauch: 1,988 kg.

  • Jürg Wiesli, Long-Gourd-Kürbis: 2,61 m / 23,4 kg (ep).

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