Linthgebiet

Der Kampf gegen das Bienensterben zahlt sich aus

Trotz eines kalten Spätwinters haben sich die Bienen am Obersee gut erholt. Sauer- und Faulbrut sind praktisch ausgemerzt. Sorgen bereiten den Imkern die Varroamilbe und Pestizide in der Umwelt. Und dass die Bauern mittags mit Mähaufbereiter mähen – weil dies den Tod vieler Bienen bereitet.

Wie steht es um die Zukunft der Bienenvölker? Imker am Obersee sind zuversichtlich, was den Bestand der Bienen im Linthgebiet betrifft.

Wie steht es um die Zukunft der Bienenvölker? Imker am Obersee sind zuversichtlich, was den Bestand der Bienen im Linthgebiet betrifft. Bild: Symbolbild/Manuela Matt

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Die Bienen haben Glück gehabt: Wäre der Winter hart und kalt ausgefallen, hätte dies für viele Bienenvölker am Obersee den Tod bedeutet. Unterdessen hat sich der Bestand der Bienen so gut erholt, dass Imker von einer Trendwende sprechen.

Die meisten Bienenvölker im Linthgebiet hätten den Winter bestens überstanden, berichtet Dani Rüegg, Präsident des Vereins Bienenfreunde am See: Die Quote von abgestorbenen Völkern entspreche dem üblichen Rahmen. Der Witterungsverlauf sei heuer für die Bienen ideal gewesen, auch wenn im kalten Februar ein Teil der schwachen Bienenvölker gestorben sind.

Mähen kann Todesfalle sein

«Dank konsequenter Behandlung der Imker haben wir die Varroamilbe derzeit im Griff, auch wenn die Parasiten auch in Zukunft eine Gefahr bleiben werden», konstatiert Rüegg: «Derweil werden keine Fälle von Sauerbrut und Faulbrut am Obersee verzeichnet.»

Aus Sicht des Präsidenten sind die Perspektiven für die Bienen am Obersee gut, weil bei den Imkern ausreichend Nachwuchs vorhanden und die Umwelt intakt sei. Sorgen bereiten den Bienenzüchtern in der Region das «Vermähen» der Insekten durch die Landwirte: «Es wäre besser, wenn die Bauern erst nach dem Verblühen des Löwenzahns und morgens früh respektive abends statt am Mittag mähen würden. Dadurch könnten viele Bienen vor dem Tod gerettet werden», sagt Rüegg.

Bezüglich des Überlebens der Bienen in der Zukunft zeigt sich Rüegg zuversichtlich: «Einerseits wollen immer mehr junge Leute das Imkerhandwerk lernen. Das ist auch wichtig, weil ohne die Imker die Bienen nicht überleben können.» Andererseits sei auch die Sensibilität in der Bevölkerung für die Bienen gewachsen. Was sich nicht zuletzt darin zeige, dass es immer mehr Bienenhotels in den Gärten gebe.

Kein Befall mit Viren

Nach Einschätzung von Clemens Angehrn, Präsident des Bienenzüchtervereins See-Gaster, sind zehn Prozent der Völker in der kalten Jahreszeit eingegangen (das entspricht zwei bis drei Bienenvölker pro Imker). Zum guten Resultat beigetragen habe, dass keine Viren die Insekten heimgesucht haben. Sauer- und Faulbrut seien im Glarnerland und im St. Galler Oberland aufgetaucht, aber nicht am Obersee.

«Im Linthgebiet profitieren die Bienen davon, dass es wenig Ackerbau sowie Obst- und Gemüsebau gibt und deswegen wenig gespritzt wird», sagte Angehrn: Dementsprechend ist die Umwelt am Obersee weniger stark mit Pestiziden belastet. Um weniger Verluste an Bienen zu erleiden, wäre es erforderlich, dass die Bauern beim Mähen auf den Mähaufbereiter verzichten würden, der für die Bienen eine Todesfalle bedeute.

Der Verein Bienenfreunde am See bietet auch einen Neuimkerkurs an: Infos dazu sind zu finden unter www.bienenfreundeamsee.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.06.2018, 16:32 Uhr

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