Rapperswil-Jona

Der Holzsteg im Lido ist vom Tisch

Kein Holzsteg, keine Renaturierung. Am Stadtforum gab der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona bekannt, dass man den Seezugang im Lido erhalten will.

Mit einer Petition wollten Anwohner den Seezugang im Lido erhalten. Nun ist der Stadtrat auf ihr Begehren eingetreten und wirft die eigenen Pläne über Bord.

Mit einer Petition wollten Anwohner den Seezugang im Lido erhalten. Nun ist der Stadtrat auf ihr Begehren eingetreten und wirft die eigenen Pläne über Bord. Bild: Sabine Rock

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Unlängst gab der Stadtrat von Rapperswil-Jona bekannt, dass die Kosten für die Sanierung des Schwimmbads und die gleichzeitige Realisierung der Eisfelder im Lido zu hoch seien. Deshalb stellte er das Eisprojekt zurück. Vorderhand wird nur die Sanierung und Erneuerung des Schwimmbades vorangetrieben. Am Stadtforum von Donnerstagabend nun gab Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) bereits die nächste Justierung eines Grossprojektes bekannt. Diese betrifft die Sanierung der Hafenanlage im Lido.

Geplant hatte die Stadt – neben den dringend benötigten Sanierungsarbeiten der Mauern und der Bootsrampe –, die Uferzone mittels Erweiterung der Schilf­zone zu renaturieren und einen Steg, analog dem in Hurden, zu bauen. In dessen Mitte war eine Beobachtungsplattform angedacht. Zudem sollte aus der bisherigen Liegewiese mit Seezugang eine Feuchtwiese werden, auf der Uferpflanzen gedeihen hätten können. Als Ersatz wäre an der Stelle der heutigen Trockenplätze für Boote eine neue Wiese mit Seezugang geschaffen worden. «Das ist nun alles gestorben», erklärte Martin Stöckling den Anwesenden im Joner Kreuz. Denn es mache schlicht keinen Sinn, etwas gegen den Grossteil der Bevölkerung durchzusetzen. «Sonst verlieren wir spätestens an der Bürgerversammlung.»

Der Stadtpräsident spielt damit auf die Petition an, mittels welcher sich über 1200 Bürger Gehör verschafft haben. Sie kämpften für den Erhalt der heutigen Liegewiese.

«Wir lagen daneben»

Die jüngste Entwicklung dürfte bei den Petitionären also für Genugtuung sorgen. Unter ihnen ist auch der Grüne Christoph Leser. Seine Partei, die UGS, hatte dem Stadtrat vorgängig eine Anfrage bezüglich des Seezugangs eingereicht. Die Zeit sei reif, den direkten Seezugang für alle Bewohner von Rapperswil-Jona grosszügig zu gestalten, argumentierte die Partei. Ihre Idee: die jetzigen Trockenbootsplätze zugunsten einer breiteren Seeliegewiese aufzuheben. Und anstelle der maroden Mauern sei ein breiter Sandstrand zum See hin zu planen.

«Dass ausgerechnet die UGS einen Beach will, hat mich doch überrascht.»Marcel Gämperli, Leiter Hochbauamt Rapperswil-Jona

Marcel Gämperli, Leiter des städtischen Hochbaus, zeigte sich über den Vorschlag der Grünen erstaunt. «Dass ausgerechnet die UGS einen Beach will, hat mich doch überrascht. Und ich glaubte mich im falschen Film.» Vonseiten der Stadt sei man der Meinung gewesen, die Renaturierung läge im Interesse der Öffentlichkeit. «Wir lagen daneben.» Am Ende habe sogar der Vogel­experte Kurt Anderegg ihnen beschieden, dass eine Erweiterung der Schilfzone nicht zwingend sei.

Christoph Leser gab sich mit diesen Ausführungen noch nicht zufrieden und forderte konkrete Ideen, wie ein öffentlicher Seezugang dereinst aussehen könnte. Stadtpräsident Martin Stöckling betonte hierauf, man habe erst vor Wochenfrist den definitiven Entscheid gefällt, auf die Petition einzutreten, und könne beim besten Willen noch keine Details präsentieren. Marcel Gämperli indes bemühte sich, den Anwesenden einige Überlegungen näherzubringen. So seien die Trockenbootsplätze etwa bereits gekündet, weshalb diese Fläche sicher in die Planung des Seezugangs miteinbezogen werden könne. Ein Sandstrand allerdings sei keine Option. «Die Bodenbeschaffenheit ist zu weich. Der Sand würde immer wieder abfliessen. Das käme viel zu teuer im Unterhalt.» Weil der Schlick aber nicht sonderlich attraktiv ist für Badende, sei es gut vorstellbar einen Steg als Einstiegshilfe ins Wasser zu erstellen. Mehr konnte dann auch Gämperli noch nicht sagen.

Man werde nun eine angepasste Variante des Projektes ausarbeiten und anschliessend den Petitionären zur Stellungnahme vorlegen. Nicht gerüttelt wird indes an der dringend nötigen Hafensanierung. Diese soll der Bürgerversammlung im Frühjahr 2018 vorgelegt werden. Der Budgetantrag für den Seezugang soll an der Bürgerversammlung im Dezember des kommenden Jahres folgen. Damit verzögert sich dieses Projekt um ein Jahr. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.09.2017, 09:37 Uhr

Kritik der UGS

Lärm befürchtet wegen Fitnesscenter

Ein Fitnesscenter, das während 24 Stunden in Betrieb ist, sorgt im Joner Eichwiesquartier für Empörung. Wie Elisabeth Beer, Co-Präsidentin der UGS, erklärte, stören sich Anwohner am Fitnesslife Center – dem einzigen seiner Art in der Stadt. Der Verkehr würde das Quartier belasten, und es stelle sich die Frage nach Lärmmessungen. Der Stadtpräsident sagte, er könne die Betroffenheit nachvollziehen. Lärmschutzmassnahmen seien bei einer Quartierstrasse allerdings nicht zielführend.(rkr)

Unbefriedigende Situation für Senioren

Kritik an neuem Altersleitbild

Zur Sprache kam im gestrigen Stadtforum auch das neue Altersleidbild der Stadt. Die SP Rapperswil-Jona bemängelte, dass günstiger und bezahlbarer Wohnraum im Leitbild kein Thema sei. Sie forderte von der Stadt eine aktivere Rolle in der Wohnungspolitik. Der Stadtrat antwortete, die Stadt baue zwar nicht selbst, fördere aber den Bau von Alterswohnungen. So verwies der Stadtrat in seiner Antwort auf die bevorstehende Abstimmung zur Solidarbürgschaft für den Joner Porthof. Dies sei ein klares Bekenntnis zur Wohnbauförderung. Nicht zuletzt habe sich der Wohnungsmarkt merklich entspannt, die Nachfrage stagniere. Ausserdem erwähnte Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) einen Bericht, den der Rat zur Verfügbarkeit von preisgünstigem Wohnraum verfasst hat. 2018 wolle sich der Stadtrat nochmals eingehender damit befassen.

Die SP hatte dem Stadtrat im Vorfeld gleich mehrere Fragen zur Situation älterer Menschen in der Stadt gestellt. So seien Senioren am stärksten von der Schliessung von Dorfläden (Wagen, Südquartier) oder Poststellen (Wagen, Kempraten) betroffen. Solche Schliessungen könne der Stadtrat nicht verhindern, heisst es in der Antwort der Stadt. Mit Unterstützung durch Heimlieferservice, Mahlzeiten- und Fahrdiensten könne man dem jedoch ein wenig entgegenwirken.

Auf die Kritik nach zu wenig sicheren Velowegen, die für Senioren oft zentral seien, entgegnet der Stadtrat, man habe letzten Herbst ein Fuss- und Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben. Bis Ende Oktober sollen eine erste Situations­aufnahme sowie eine Analyse von Schwachstellen und Grobvorschläge vorliegen.

Zudem fragte die SP nach einem Angebot für die Langzeitpflege für unter 65-Jährige mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen. Die Stadt verweist dazu auf die geplante Wohngruppe an der Molkereistrasse. Diese will das Ostschweizer Kompetenzzentrum für Menschen mit einer Körperbehinderung oder Hirnverletzung (OVWB) dieses Jahr eröffnen.(rkr)

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