Uznach

Der grösste Kran der Schweiz im Einsatz

Aufgrund der Platzverhältnisse bei der Erneuerung der Brücke an der Gasterstrasse kam am Samstag der grösste Raupen­kran der Schweiz zum Einsatz. Der Aufbau ­alleine dauerte zwei Tage.

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Am Samstag thronte mit dem Lieb­herr LR1750/2 der grösste Raupenkran der Schweiz über Uznach. Für die Erneuerung der Brücke der SBB-Unterführung auf der Gasterstrasse musste das imposante Gerät zwei rund 130 Tonnen wiegende Brückenplatten einheben. Zahlreiche Schaulustige wohnten dem spektakulären Ereignis bei. Kantonsingenieur Marcel John sprach vor Ort von einem speziellen Anlass für das Tiefbauamt. «Der Raupenkran ist ein wunderschönes Kunst­werk», schmunzelte er aner­kennend. Zum Einsatz ­kommen müsse die Maschine, da die alte Brücke der grossen Verkehrsbelastung nicht mehr gerecht werde. Nach 54 Jahren sei die Erneuerung wegen der Umleitungen und dem Bahn­verkehr ein komplexes Projekt.So mussten das Spital und das Pflegezentrum mit Zufahrten berücksichtigt werden, und Ersatzbusse sind für den unterbrochenen Zugverkehr unterwegs. «Vor allem aber sind die Platzverhältnisse eng, und es gibt kaum Installationsplatz», erklärte John.

Schnellere Abläufe

Für diesen Fall eignet sich der Lieb­herr-Raupenkran. Der Ein­zige dieser Art in der Schweiz kam am Samstag erst zum zweiten Mal zum Einsatz, erzählte sein Inhaber Alfred Fanger. Auch dank seinem Kran können die Sper­rungen von Strassen- und Gleisverkehr auf rund zwei Wochen ­beschränkt werden. Laut ­Adrian ­Loher vom Baudepartement ist man somit auf Kurs, dass der Verkehr einspurig mit Licht­signal ab dem 5. September wieder fliessen kann. «Wenn das Wetter mitspielt, sind wir vor Weihnachten fertig», ist er zuversichtlich.

Der besondere Raupenkran kam zum Einsatz, da die Platten auf dem Parkplatz des Alters- und Pflegezentrums vorfabriziert werden mussten. Um diese Entfernung zu überbrücken, musste der beeindruckende Raupenkran nach Uznach verfrachtet werden.

Da der Kran, wie er am Samstag zum Einsatz kam, 571 Tonnen auf die Waage bringt, war eine inten­sive Planung und Vorarbeit nötig. So wurden 16 bis zum Felsen ragende Pfähle eingesetzt, damit der Kran überhaupt ­sicher stehen konnte. Dabei könnte die Sieben-Millionen-Franken-Maschine, von der rund zehn pro Jahr produziert werden, bis 750 Tonnen stemmen.

Pro Raupe 46 Tonnen

In der in Uznach zum Einsatz kom­menden Variante waren 25 Sat­tel­schlep­per­fahr­ten ­nötig, um den Kran in zerlegter Form am Mittwoch nach Uznach zu ­fahren. Zweieinhalb Tage musste das Gerät dann aufgebaut werden, wofür ein Hilfskran benötigt ­wurde. «Jede der beiden Raupen wiegt je 46 Tonnen und ist zwei Meter hoch», erzählte Fan­ger. ­Gesteuert wird der Kran von einem Steuermann, der via Funk mit zwei weiteren Kollegen verbunden ist, die ebenfalls Anweisungen geben. Heute wird der Raupenkran demontiert und in Dieti­kon zu seinem dritten Einsatz kommen.

Als nach 20 Uhr die zweite ­Platte versetzt wurde, zeigten sich die Schaulustigen beeindruckt. So ganz wohl war einigen Zuschauern nicht, und als die tonnen­schwere Last langsam in ihre Nähe schwebte, eilte so mancher in sichere Entfernung. «Mami, ich habe Angst», hörte man einen kleinen Knirps aussprechen, was so mancher dachte. ­Und dann war die Platte auch schon fast eingesetzt.

Erstellt: 28.08.2016, 20:55 Uhr

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