Rapperswil-Jona

Der FCRJ sucht einen neuen Stadion-Speaker

Der neue Stadion-Speaker des FC Rapperswil-Jona soll den Hauptsprecher bei Absenz vertreten. Neben stimmlichen und technischen Qualitäten muss er vor allem das Publikum begeistern können. Patzer sind normal, davon kann auch Event Moderator Adrian Sutter ein Lied singen.

Der Arbeitsplatz des neuen FCRJ-Stadion-Speakers: Das Stadion Grünfeld.

Der Arbeitsplatz des neuen FCRJ-Stadion-Speakers: Das Stadion Grünfeld. Bild: Archiv David Baer

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18 Heimspiele des FC Rapperswil-Jona (FCRJ) finden während einer Challenge-League-Saison im Stadion Grünfeld statt. Stimmlich geführt werden sie vom hauseigenen Stadion-Speaker. Da der Hauptsprecher Per Camenisch nicht an allen Spielen verfügbar ist, sucht der Fussballverein auf seiner Webseite und auf Facebook nach einem Vertreter. «Spannende Kandidaten haben sich bereits gemeldet, die Stelle ist aber weiterhin offen», sagt CEO Daniel Welti. Durch wie viele Spiele der Neue führen wird und ob eine längerfristige Anstellung geplant ist, sei abhängig vom Kandidaten, meint Medienchef Rolf Lutz.

Die Aufgaben des Sprechers sind vielseitig. Er zählt über die Lautsprecheranlage alle Spieler auf, liest die Aufstellung und die Sponsoren vor, verkündet Tore, gibt Auswechsel bekannt, spielt Musik über einen MP4-Player ab und sorgt für Stimmung im Stadion. «Der Speaker führt als Gastgeber durch den Abend, daher ist Einheitlichkeit gefragt.», erläutert Lutz. Auf die Frage, ob dies nicht langjährige Erfahrung bedingt, antwortet er: «Natürlich sind Vorkenntnisse vorteilhaft, aber auch jemand unerfahrener hat Chancen, wenn er motiviert ist. Der Speaker wird von uns geschult, wir üben mit ihm, sodass er für sein erstes Spiel bereit ist.»

Nicht nur männliche Bewerber seien erwünscht, auch Frauen seien selbstverständlich dazu aufgefordert, sich zu bewerben. Gerade in einem männderdominierten Umfeld sei dies eine willkommene Abwechslung. So hat beispielsweise auch der SC Kriens eine Stadionsprecherin.

Keine Angst vor Patzern

Fragt sich, welche Eigenschaften ein potentieller Kandidat mitbringen muss? Fussballaffinität sei wichtig und der Speaker sollte mehrere Fussballspiele besucht haben, um zu wissen, wie der Ablauf funktioniert. Zudem sollte er eine angenehme Stimme haben und extrovertiert zu sein, denn pro Spiel hören durchschnittlich 1 400 Fans zu. Ein Bezug zur Region schade auch nicht, führt Welti weiter aus. «Eigene Spielerfahrung ist nicht nötig, aber die Spielregeln muss man kennen».

Langjährige Erfahrung als Stadionsprecher hat der Schmerkner Adrian Sutter. Der Event Moderator und Radiojournalist spielte in seiner Jugend für den FCRJ und ist seit vielen Jahren Stadion-Speaker des Grasshopper Clubs Zürich. Er rät dem künftigen FCRJ-Speaker mutig zu sein und keine Angst vor Patzern zu haben. Wichtig sei, sich angemessen vorzubereiten, die Spieler der gegnerischen Mannschaft zu kennen, ihre Namen aussprechen zu können und im Voraus die Medien zu verfolgen. Die Fans würden einen Fehler verzeihen. «Einmal während eines schrecklichen Spiels in strömendem Regen verfehlte ein Spieler in der 93. Minute das Tor um 20 Meter. Ohne zu merken, dass das Mikrofon eingestellt war, kommentierte ich: «Chum pfif doch de Schissdreck endlich ab». Alle haben gelacht und der Tagesanzeiger schrieb, ich hätte ausgesprochen, was alle gedacht haben.»

Nervosität ist normal. Hilfreich sei, sich bewusst zu machen, dass der Speaker nicht die Hauptrolle spielt. «Ein Sprecher hat noch nie ein Tor erzielt», meint Sutter. «Ungewohnt war für mich, dass die Zuschauer plötzlich auf mich reagierten. Manchmal wurde ich massiv ausgepfiffen. Vom Radio her kannte ich das nicht.» Die Frage, ob die Erfahrung als Speaker seinen Einstieg in den Sportjournalismus erleichterte, verneint er: «Das war eher hinderlich, denn mir wurde vorgeworfen, parteiisch zu sein. Ich war immer bekannt als der vom GC.»

Beschimpfungen sind tabu

Darüber, wie neutral ein Stadionsprecher sein muss, sind sich Sutter und Lutz einig. Man dürfe sich freuen, wenn die eigene Mannschaft ein Tor erzielt, denn jedem sei bewusst, wen man anfeuere. Die gegnerische Mannschaft zu beschimpfen oder zu beleidigen, sei jedoch ein absolutes Tabu. Eine Hexerei sei das Ganze nicht und so ermutigt Lutz: «Jeder, der sich angesprochen oder berufen fühlt, soll sich bewerben». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.08.2018, 15:59 Uhr

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