Rapperswil-Jona

Der Chor, der aus dem Norden kam

Der «Teamchor Jona», das Vokalensembe «Dilettanti» und der «Mellembygd Mannskor» aus Norwegen gaben am Sonntag während zweier Stunden ihr breitgefächertes Repertoire in der katholischen Kirche Jona zum Besten.

Der Männerchor «Mellembygd Mannskor» aus Målselv im Norden Norwegens überzeugte das Rapperswil-Joner Publikum mit Liedern aus dem hohen Norden.

Der Männerchor «Mellembygd Mannskor» aus Målselv im Norden Norwegens überzeugte das Rapperswil-Joner Publikum mit Liedern aus dem hohen Norden. Bild: Manuela Matt

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In Jonas bis auf den letzten Platz gefüllten katholischen Kirche gaben am Sonntagabend drei Chöre ein facettenreiches und buntes Konzert. Geladen hatte Max Aeberli, der in Rapperswil-Jona den «Teamchor» und das Vokalensemble «Dilettanti» leitet. Als Gäste wurden die Herren des Männerchors «Mellembygd Mannskor» aus Målselv im Norden Norwegens angekündigt. Der Chor unter der Leitung von Sven Becker weilt zurzeit in Friedrichshafen am Bodensee und leistete der Einladung nach Jona zu einem Gastkonzert gerne Folge. Als erstes trat der Teamchor Jona auf.

Die Begeisterung für den gemeinsamen Gesang und die Experimentierfreude waren den zwischen 20 und 45 Jahre alten Sängerinnen und Sänger anzumerken: Sie präsentierten eine breite Palette an Liedern in verschiedenen Sprachen und mit ganzem Stimm- und Körpereinsatz. Melancholische Melodien wechselten sich mit den flotten Rhythmen von bekannten und weniger bekannten Volksliedern ab. Besonders ergreifend war das von einer Sopranistin ohne jegliche elektronische Verstärkung angestimmte und dann vom ganzen Chor gemeinsam interpretierten Guggisberglied vom traurigen Vreneli.

Überhaupt stellte sich die Frage, ob man bei den Liedern mit instrumentaler Begleitung nicht ganz auf die elektronische Verstärkung hätte verzichten können. Ein E-Piano oder eine Bassgitarre in einer Kirche, das will doch irgendwie nicht so recht passen.

Magische Momente

Nach sieben Liedern räumten die Sänger des «Teamchors» dann die Bühne und machten für die Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles «Dilettanti» Platz – wobei einige Herren rasch den grünen Schlips des «Teamchors» mit der roten Fliege des Vokalensembles tauschten und dann nochmals auf der Bühne standen.

Das Ensemble «Dilettanti» wurde 1994 ebenfalls von Aeberli gegründet; mit ihm studieren die Mitglieder jeweils für ein bestimmtes Projekt mit geistlicher oder weltlicher Gesangsliteratur, so wie auch experimentelle, moderne Werke, die für kleinere Ensembles geschrieben wurden. Die «Dilettanti» – der Name stammt übrigens vom lateinischen delectare ab und bedeutet: erfreuen, erheitern, unterhalten, oder vergnügen – sangen ebenfalls sieben Lieder in verschiedenen Sprachen darunter Gospels, Volks- und geistliche Lieder und zauberten mit ihren nuancierten Stimmen magische Momente ins Joner Gotteshaus.

Musik verbindet

Zu guter Letzt dann der grosse Auftritt der Gäste aus dem 3418 Kilometer entfernten nordnorwegischen Målselv. Der reine Männerchor sang mit sonorem und gebäudefüllendem Klang zwölf schöne und traurige Weisen aus dem Hohen Norden. Natürlich durfte da auch eine Komposition des norwegischen Komponisten Edward Grieg genauso wenig fehlen wie als Referenz an die Gastgeber ein eigens einstudiertes deutsches Lied aus dem Mittelalter («Komm, Geselle mein»).

Nichts verbinde so stark wie der gemeinsame Gesang, meinte Aeberli zum Schluss der Veranstaltung. Auch wenn man sich wegen der Sprache nicht verstünde, zusammen singen, das gehe immer. Und so forderte er die rund hundert Sänger der drei Chöre auf der Bühne gemeinsam mit allen Anwesend auf, das berühmte Schweizer Volkslied «S’isch mer alles eis Ding» zusammen zu intonieren. Das Publikum folgte dieser Aufforderung gerne und sang aus vollen Kehlen mit. Zum Schluss bedankte es sich mit einem herzlichen Applaus für das gelungene, knapp zweistündige Konzert. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.09.2018, 15:01 Uhr

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