Rapperswil-Jona

Der Abstieg als Chance

Die erste NLB-Saison der Rapperswil-Jona Lakers seit 1993/94 steht ganz im Zeichen des Neuaufbaus – auf und neben dem Eis.

Drei Gesichter, vier Premieren: Markus Bütler (rechts) leitet erstmals ein Hockey-Unternehmen, der Kanadier Jeff Tomlinson (links) trainiert erstmals ein Schweizer Team und auf den neuen Captain Antonio Rizzello wartet seine erste Saison in der National League B.

Drei Gesichter, vier Premieren: Markus Bütler (rechts) leitet erstmals ein Hockey-Unternehmen, der Kanadier Jeff Tomlinson (links) trainiert erstmals ein Schweizer Team und auf den neuen Captain Antonio Rizzello wartet seine erste Saison in der National League B. Bild: André Springer

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Der direkte Wiederaufstieg ins Oberhaus ist beim Obersee-Klub kein Thema. Er würde auch wenig Sinn machen. «Zuerst müssen wir unsere Hausaufgaben machen», sagte VR-Beirat Rolf Kaufmann gestern am traditionellen Vor-Saison-Medienanlass. Damit meint der Unternehmer vor allem den geschäftlichen Bereich: «Wir brauchen klare Strukturen und Prozesse, eine nachhaltige Organisation – wie in einem KMU. Zudem muss der Klub selbsttragend werden.» Vergangene Saison resultierte zum wiederholten Mal ein Millionendefizit. Diese Altlast gilt es noch zu tilgen – wahrscheinlich wie immer durch den VR, und da vor allem Milliardär Hans-Ueli Rihs.

Das Budget für die neue Saison beziffert Kaufmann auf 6 bis 8 Millionen Franken (Vorjahr: 11,5 Mio.). Genaue Zahlen gibt es erst an der nächsten GV. Am 28. Oktober wird auch ein neuer VR-Präsident gewählt. Ob dies Koni Müller sein wird, der seit dem sofortigen Rücktritt von Lucas H. Schluep als solcher eingetragen ist, oder jemand anderes, dazu hielt sich Kaufmann bedeckt.

Welle der Solidarität

Was die Lakers-Verantwortlichen sehr freut, ist die grosse Solidarität, die dem Klub aus dem Umfeld zuteil wird. So konnte man sich mit den meisten Sponsoren auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit einigen, und auch die Mitgliederzahlen im 100er- und Supporter-Klub blieben praktisch unverändert. Im Gegensatz dazu hat das Interesse an den Saisonkarten deutlich nachgelassen. Erst knapp 1000 Abos wurden bisher verkauft (Vorjahr 2600). Die Leute würden wohl noch etwas abwarten, glaubt der neue Geschäftsführer Markus Bütler, doch die sehr gut besuchten Vorbereitungsspiele (über 750 Zuschauer im Schnitt) stimmten ihn sehr zuversichtlich. Von Trübsal blasen ist beim Obersee-Klub also keine Spur.

Im Gegenteil, die Verantwortlichen können dem Abstieg sogar etwas Positives abgewinnen. «Ein Neuanfang ist immer auch eine Chance», meinte Bütler. Gleich sieht es Antonio Rizzello, einer der Routiniers im Team und neuer Captain: «Es blieb fast kein Stein auf dem anderen, auf uns neben dem Eis. Nun sehe ich die Lakers auf einem guten Weg. Und ich hoffe natürlich, dass wir in der NLB deutlich mehr Siege einfahren werden.»

Das sportliche Saisonziel seitens der Klubverantwortlichen heisst «Top 5». Für den neuen Trainer Jeff Tomlinson ist das Wichtigste, «dass sich die mehrheitlich sehr jungen Spieler ständig weiterentwickeln und auf ein konstantes Niveau kommen». In der dritten NLB-Saison sollten die Lakers dann auf allen Ebenen soweit sein, den Aufstieg anpeilen zu können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.09.2015, 17:00 Uhr

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