Uznach

Das Uzner Bahnhofareal kann überbaut werden

732 Stimmbürger oder 56 Prozent sagen Ja zum Teilzonenplan Bahnhofareal, 573 lehnen ihn ab. Das Referendum hatten noch 633 Uzner unterschrieben.

Gewinner und Verlierer vereint: Gemeindeschreiber Mario Fedi (Mitte) bespricht mit Armin Rüegg (links) und Markus Richli, beide Mitglieder des Referendumskomitees, das Abstimmungsresultat.

Gewinner und Verlierer vereint: Gemeindeschreiber Mario Fedi (Mitte) bespricht mit Armin Rüegg (links) und Markus Richli, beide Mitglieder des Referendumskomitees, das Abstimmungsresultat. Bild: Sabine Rock

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Enttäuschung sieht anders aus. Markus Richli und Armin Rüegg vom Referendumskomitee gegen den Teilzonenplan Bahnhofareal stehen im Schatten der Linde hinter dem Uzner Rathaus und plaudern entspannt mit Gemeindeschreiber Mario Fedi. «Wir haben gekämpft», sagt Richli. «Dank uns konnte die Bevölkerung entscheiden, ob die Brache beim Bahnhof überbaut werden soll oder nicht.» Das sei das primäre Ziel des Referendumskomitees gewesen, ergänzt Armin Rüegg und meint: «Jetzt dürfen wir natürlich nicht am Resultat herummäkeln.»

Tiefe Stimmbeteiligung

Dennoch: Nachdem über 600 Uzner das Referendum gegen die Überbauungspläne der SBB unterschrieben hatten, erstaunt es doch, dass lediglich 573 Stimmbürger ein Nein in die Urne legten. «Von denen, die unterschrieben haben, wollten wohl viele einfach erreichen, dass das Volk etwas zu sagen hat», versucht sich Markus Richli in einer Erklärung. Mit nicht einmal 37 Prozent war aber auch die Stimmbeteiligung tief.

Gemeindeschreiber Mario Fedi, der das Resultat überbringt, hat im Vorfeld immer an ein Ja geglaubt. Beim Auszählen sei er dann aber doch einige Minuten lang unsicher geworden, erzählt er. Anfänglich lagen die Nein-Stimmen nämlich ständig vorne, erst fast am Schluss kippte das Resultat in die vom Gemeinderat gewünschte Ja-Mehrheit.

Mit der Zustimmung zum Teilzonenplan werden beim Bahnhof Uznach mehr als 15'000 Quadratmeter Land von der Zone «Übriges Gemeindegebiet» in Wohn- und Gewerbe- sowie Kernzonen und Zonen für öffentliche Bauten umgeteilt. Zwischen dem Güterschuppen und dem Handwerkerzentrum im Westen sollen mehrere drei- und viergeschossige Mehrfamilienhäuser erstellt werden. Die Rede ist von vier Gebäuden mit Firsthöhen bis zu 14 Metern. Das ist fast vier Meter höher als der Güterschuppen. Dieser und das Bahnhofgebäude stehen unter Schutz.

Gebaut wird noch lange nicht

Für Gemeindeschreiber Mario Fedi macht die Verdichtung beim Bahnhof Sinn, denn: «Es ist eine Tatsache, dass die Leute immer mehr Platz brauchen.» Dass der Teilzonenplan am Sonntag angenommen wurde, heisst jedoch nicht, dass morgen beim Bahnhof Uznach die Bagger auffahren. Von Seiten der Anwohner, darunter auch Armin Rüegg und Markus Richli, ist noch eine privatrechtliche Einsprache gegen den Teilzonenplan hängig, die der Gemeinderat abgelehnt hat.

Ob sie diese ans kantonale Baudepartement weiterziehen werden, wollen Rüegg und Richli noch nicht sagen. Markus Richli äussert die Hoffnung, dass alle Beteiligten nochmals an den Tisch sitzen und die begonnenen Gespräche fortführen. Gemeinde und SBB werden nun einen Sondernutzungsplan ausarbeiten, gegen den dann wieder Einsprachen möglich sind. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.06.2018, 17:08 Uhr

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