Datenübertragung

Das Glasfasernetz erobert den Obersee

Der digitale Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Und unser Netz stösst langsam aber sicher an seine Kapazitätsgrenzen. Die Lösung: Glasfasern.

Die verschiedenen Glasfasertechnologien sollen auch am Obersee bis Ende 2021 zum Standard werden.

Die verschiedenen Glasfasertechnologien sollen auch am Obersee bis Ende 2021 zum Standard werden. Bild: Keystone

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Der Vater schaut den neusten Blockbuster, während die Mutter die fertig gestellte Präsentation ins Firmennetzwerk hochlädt. Der Sohn spielt währenddessen auf der Konsole Onlinespiele und die Tochter telefoniert via Skype mit ihrer Freundin. Ein Szenario, das gemäss Swisscom Mediensprecherin Sabrina Hubacher bald auch am Obersee möglich sein soll. Denn die Telecomfirma plant, alle See-Gaster-Gemeinden in den kommenden vier Jahren mit einer Glasfasertechnologie auszustatten, die das schnelle Übermitteln von grossen Datenmengen möglich macht.

Das ursprünglich für die Telefonie verlegte Netz ist zwar dicht, aber seine Leistungsfähigkeit reicht für die heutigen Ansprüche nicht mehr aus. Weil sich die Internetdienste und -anwendungen weiterentwickeln, muss die Leistungsfähigkeit des Netzes ständig erhöht werden. Deshalb hat der Bund vor gut zehn Jahren die Akteure an einen runden Tisch geholt. Seitdem koordinieren die Telecomfirmen, Elektrizitätswerke, Kabelnetzbetreiber und Hauseigentümer die Weiterentwicklung des Glasfasernetzwerks. Ihr Ziel: die Realisierung eines neuen Fernmeldenetzes namens Fibre to the Home (FTTH). Dieser Begriff bezeichnet ein Netz, bei dem die Glasfaser bis in die Wohnung oder Geschäftshäuser verlegt wird. Damit sollen Down- und Uploadgeschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/s möglich sein.

Die Swisscom ist eines der führenden Unternehmen in Sachen ultraschnelles Internet. Bis Ende 2021 will sie jede Gemeinde der Schweiz mit einem noch besseren Leitungsnetz erschliessen - allerdings nicht überall mit FTTH, sondern mit verschiedenen Glasfasertechnologien, bei welchen Glasfasern unterschiedlich nahe an die Gebäude verlegt werde. Swisscom verspricht dennoch: «Das bedeutet, dass neun von zehn Schweizerinnen und Schweizern eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 80 Mbit/s zur Verfügung steht», schreibt der Telecom-Riese auf seiner Webseite. Mit dieser Kapazität sei in einem Haushalt eine Mehrfachnutzung problemlos möglich.

Kaltbrunn, Benken und Schänis sind modernisiert

Ausbaupläne verfolgt die Swisscom auch am Zürichsee. Hier zeigt sich: Das rechte Seeufer ist bereits heute fast durchgehend bis nach Meilen mit den neuen Glasfasertechnologien ausgebaut. Am Obersee und am linken Ufer klaffen dagegen noch Lücken.

Das soll sich nun ändern. Noch in diesem Jahr wird etwa der Ortsteil Hintergoldingen in der Gemeinde Eschenbach mit einer neuen Glasfasertechnologie ausgebaut, wie Sabrina Hubacher auf Anfrage der ZSZ erzählt. Auch in Uznach wird derzeit am Glasfasernetz für Private gebaut. Die Swisscom arbeitet hierzu mit der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) zusammen. Bis 2019 soll die FTTH-Technologie der ganzen Gemeinde zugänglich sein. Ausserdem werde ein Grossteil der Gemeinde Gommiswald sowie ein Grossteil der Gemeinde Eschenbach ebenfalls in Kooperation mit der SAK erschlossen, erzählt Hubacher.

Unter dem Motto, was lange währt kommt endlich gut, erhält auch die Stadt Rapperswil-Jona endlich Glasfasertechnologien. «Wir werden voraussichtlich im kommenden Jahr mit dem Ausbau beginnen», sagt Hubacher. Rapperswil-Jona ist eine der wenigen Städte auf der aktuellen Karte des nationalen Breitbandatlas, die noch nicht über die neuen Technologien verfügt. Die Gemeinden Benken, Schänis und Kaltbrunn dagegen wurden gemäss Swisscom bereits modernisiert. Für Weesen, Amden und Schmerikon kann derweil noch kein genauer Terminplan bekannt gegeben werden. «Aber auch diese drei Gemeinden werden bis Ende 2021 ausgebaut», verspricht die Swisscom-Mediensprecherin.

Entscheidend ist, wo die Kunden sind

Auf welcher Grundlage wählt die Swisscom aus, welche Gemeinde als nächstes mit der Technologie erschlossen wird? Das hänge von verschiedenen Faktoren ab, erzählt Sabrina Hubacher: «Topographie, vorhandene Infrastruktur oder Wirtschaftlichkeit beeinflussen unseren Entscheid.»Konkret gehe es darum, wie weit eine Gemeinde von einer Swisscom-Zentrale entfernt sei, welche Schächte und Verteilerkästen vorhanden seien und wo die meisten Kunden wohnen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.08.2017, 16:14 Uhr

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