Rapperswil-Jona

Bruno Hug muss wegen angeblicher übler Nachrede vor Gericht erscheinen

Ein Treuhänder fühlt sich durch einen Artikel in den «Obersee-Nachrichten» in seiner Ehre verletzt. Die Staats­anwaltschaft hat die Vorwürfe untersucht und fordert, Bruno Hug zu einer Geldstrafe wegen übler Nachrede zu verurteilen.

Wegen eines Artikels in den «Obersee-Nachrichten» muss sich Bruno Hug nun vor Gericht verantworten.

Wegen eines Artikels in den «Obersee-Nachrichten» muss sich Bruno Hug nun vor Gericht verantworten. Bild: Archiv zsz

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Der Verleger und Stadtpräsidi­ums­kandidat Bruno Hug (par­teilos) muss sich vor Gericht verant­worten. Er wird beschuldigt, in einem Artikel in den «Ober­see-Nachrichten» (ON) den Treuhänder Pius Schätti aus Rapperswil-Jona in seiner Ehre verletzt zu haben. Auf die Anzeige desselben, der für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) als Beistand tätig ist, erfolgt nun die Anklage durch die Staatsanwaltschaft Uznach. Die Anklageschrift liegt der «Zürichsee-Zeitung» vor. Am 20. Oktober findet in Uznach eine nicht öffentliche Vergleichsverhandlung statt, wie eine Nachfrage beim Kreisgericht zeigt.

Für die angebliche Verunglimpfung soll der Verleger mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 240 Franken verurteilt werden. Der Staats­anwalt fordert zudem, dass Hug eine Busse von 1440 Franken zahlen muss.

Angezeigt wurde der Verleger wegen eines Artikels über einen Mann aus Schmerikon. Dieser wurde nach einem Spitalauf­enthalt durch den Amtsarzt in die Psychiatrische Klinik Pfäfers eingeliefert. Die Gefährdungsmeldung an die Kesb hat die ­Gemeinde Schmerikon eingereicht. Es war nicht die erste. Nach der Entlassung sollte der Schmerkner die Dossiers seiner Treuhandkunden an den Beistand übergeben. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung. Pius ­Schätti rief die Polizei.

Bruno Hug hat dazu Ende Juli einen Artikel und einen Kommentar geschrieben. Titel: «Der Schmerkner P. V.* in der Mühle der Kesb» und «Neue, unheim­liche Dimensionen». Diese waren Teil einer Reihe von Kesb-kritischen Artikeln in den ON.

Zur Unterschrift gedrängt?

Zwei Passagen stehen im Mittelpunkt der Anklageschrift. Im Artikel beschreibt Bruno Hug, wie Pius Schätti seinen Mandanten zu einer Unterschrift gedrängt haben soll. Damit habe er zugestimmt, dass Schätti eine Liste der Kunden erstellt. Was damit geschehe, bleibe offen. Zugestimmt habe der Schmerkner nur, um die Psychiatrie verlassen zu können, steht im Artikel.

Daraufhin schreibt Hug: «Wenn dem so war, war das Erpressung, denke ich.» Im Kommentar folgt ein weiterer Vorwurf. «Das ihm von der Kesb vorgelegte Papier besagte, dass über seine Kunden eine Liste gemacht werde. Dieser schon deftige Übergriff in seine Privatsphäre wurde aber noch getoppt. Mit dem faktischen Raub seiner Kunden-Dossiers.»

Für den Staatsanwalt ist offenbar klar, dass Hug Schätti in diesen Passagen strafbarer Handlungen bezichtigt, nämlich des Raubs und der Erpressung. Den Wahrheitsbeweis könne der Verleger nicht erbringen. Der Artikel stütze sich nur auf die Aussagen von P. V. und einige wenige Dokumente. Kritisiert wird auch, dass der Beistand vor Erscheinen des Artikels nicht mit den Vorwürfen konfrontiert wurde.

Bruno Hug wollte sich am Mittwoch gegenüber der ZSZ nicht zur Anklage und den Vorwürfen äussern. Am Donnerstag reagierte Hug via Facebook:

Es gilt die Unschuldsvermutung.


(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.09.2016, 06:43 Uhr

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