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Bruno Hug gibt Comeback im Journalismus

Bruno Hug wurde vom Somedia-Verlag als Chefredaktor der «Obersee-Nachrichten» entlassen und freigestellt. Jetzt kommt Hug journalistisch zurück und will ganz auf die Karte Internet setzen.

Er ist wieder da: Bruno Hug gibt sein Comeback im Journalismus.
Er ist wieder da: Bruno Hug gibt sein Comeback im Journalismus.
Archiv Moritz Hager

Von den einen geliebt, von den ande­ren gehasst. ­Bruno Hug lässt niemanden kalt. Jetzt gibt der um­triebige Journalist sein publizistisches Come­back. Er wird Ver­leger des Internetportals www.­linth24.ch. Dort will Hug lokale Informationen bündeln und kostenlos zugänglich machen.

Hug ist am Obersee kein unbeschrie­benes Blatt in dieser Hinsicht. Bis Ende 2017 war er Chefredaktor der Gratiszeitung «Obersee-Nachrichten» (ON), die er 1981 gründete und 1999 an die Somedia verkaufte. Hug legte allerdings Ende des ver­gan­genen Jahres einen unrühm­lichen Abgang als Chefredaktor hin. Nachdem er wegen seiner fast zweijährigen Kesb-Kam­pa­g­ne in Erster Instanz vom Kreis­gericht Mels verurteilt wurde, entliess ihn das Verlagshaus Somedia und stellte ihn per sofort frei.

Bereits vor dem Gerichtsprozess hatte Hug seinen Posten als Verwaltungsrat der Zeitung räumen müssen. Während die Somedia im Prozess ihre Schuld eingestanden hatte, zogen Hug und der ehemalige Redaktor Mario Aldrovandi das Urteil ans St. Galler Kan­tonsgericht weiter. Hug hatte stets betont, seine Artikel hätten jederzeit der Wahrheit entsprochen. Das Verfahren am Kantonsgericht ist nach wie vor pendent.

Das Internet ist die Zukunft

Dass sich der 64-Jäh­rige nach seinem­ Ausscheiden bei den ON publizistisch zur Ruhe setzen würde, hatten Medienbeobachter nicht erwartet. Jetzt also das Come­back mit Linth24.ch. «Die journalistische Zukunft spielt sich im Internet ab», meint Hug auf Anfrage der «Zürich­see-Zei­tung­».

Er will auf dem Internetportal, das er zwei Glarner Unternehmern abgekauft hat, lokale Informationen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder dem Vereins­leben publizieren. All das soll nach Gemeinde sortiert werden können. Schon heute bietet das Por­tal entsprechende Informationen, die redaktionell jedoch kaum bearbeitet werden. Die Seite­ findet heute jedoch kaum Beachtung, auch weil die Gestaltung aus der Zeit gefallen ist. Wie Hug ausführt, wird die Seite denn auch komplett neu gestaltet und am 15. Oktober aufgeschaltet.

«Im Vergleich zu einer Zeitung haben wir keine Platzbeschränkung.» Gewisse Artikel, zum Beispiel Polizeimeldungen, werden un­redigiert publiziert, andere The­men will Hug mit einem Team aus Journalisten redaktionell aufbe­reiten. Chefredaktor von Linth­24.ch wird Mario Aldro­vandi. Hug selbst will sich als Verleger­ mehrheitlich im Hintergrund halten.

Wird das neue Internetportal also zu einer neuen Anlauf­stelle für Gegner der Kesb, die in den «Obersee-Nachrichten» ihr Sprach­rohr verloren haben? Seit die Zeitung unter neuer Leitung steht, ist das Thema nicht mehr journalistisch bearbeitet worden. «Nein», antwortet Hug. «Linth24 ist eine Anlauf­stelle für alle Leute, die sich zu Wort melden möchten.» Das habe mit der Kesb nichts zu tun. Aber selbstverständlich dürfe man auch über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde schreiben.

Die Oberseeregion soll jedoch nicht das einzige Wirkungsfeld des neuen Portals bleiben. Hug ergänzt, es sei absehbar, dass auch die lokale Information ins Internet abwandern werde. Zudem würden Online-Portale in Zeiten der Pressekonzentration die Medienvielfalt gewährleisten. Deshalb sollen Kopien von Linth24.ch auch in anderen Regio­nen folgen. Dazu gebe es schon verschie­dene Vereinbarungen. In welchen Regionen das der Fall sein wird, will Hug derzeit nicht verraten. Darüber werde zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Eine Million investiert

Finanzieren werden sich die neuen­ Portale über Werbung, Part­ner­schaften, bezahlte Artikel und Rubriken. Hug und wei­tere Geldgeber investieren in das Gesamtprojekt über eine Million Franken. Nur ein Teil der übrigen Investoren ist laut Hug im Medienbusiness tätig.

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