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Breitere Strassen und tiefere Steuern für Gommiswald

Die Bürger sagen Ja zum Budget 2018 und senken den Steuerfuss um vier Prozent. Diverse Strassen können dank grünem Licht für Baukredite auf Vordermann gebracht werden. Für Lacher sorgten Wortmeldungen über Stehpulte und Liegestühle.

Gute Nachrichten für die Einwohner von Gommiswald: Dank Baukrediten werden mehrere Strassen verbessert. Zudem senkt der Rat die Steuern.
Gute Nachrichten für die Einwohner von Gommiswald: Dank Baukrediten werden mehrere Strassen verbessert. Zudem senkt der Rat die Steuern.
Archiv Manuela Matt

Teure Pulte im Gemeindehaus, vermeintlicher Luxus mit breiteren Strassen und Sparen für die nächste Generation: Diese Themen gaben an der gestrigen Bürgerversammlung Gommiswald zu reden. Die 187 Stimmberechtigten im Gemeindesaal bekamen abwechselnd hitzige Wortmeldungen, amüsante Anmerkungen und kleinere Seitenhiebe zu hören.

Die Liste der Traktanden war lang: Nebst Budget und Steuerfuss hatten die Bürger gleich über mehrere Strassen- und eine Bachsanierung zu befinden. In die Jahre gekommen, löchrig und zu schmal sind gleich mehrere Strassen in der Gemeinde am Südhang des Rickens. Namentlich sind dies die Herrengasse im Zentrum von Gommiswald, die Seeblickstrasse Uetliburg sowie die Schulstrasse in Gebertingen. Sie sollen, so beantragte der Gemeinderat, für 770 000, 650 000 und 840 000 Franken auf Vordermann gebracht werden. Die Investitionen seien wichtig, sagte Gemeindepräsident Peter Hüppi (SP): Seit Jahren würden nur punktuell «Löcher geflickt».

«Kein Luxus»

Hüppis Ausführungen sorgten bei den meisten Anwesenden für wohlwollendes Nicken. Stimmbürger Hans Gübeli jedoch störte sich an den seiner Ansicht nach zu hohen Kosten. Er forderte, alle Strassensanierungen ohne «Luxusarbeiten» auszuführen. Auf «Luxus-Randabschlüsse» sei in allen drei Fällen zu verzichten. Überall wo möglich sei der Übergang von öffentlichen auf privaten Grund ohne Steinabschlüsse auszuführen. Durch stufenlose Teerbelagsübergänge könne wesentlich eingespart werden, argumentierte er. Der Grenzverlauf sei stattdessen mit Farbanstrich zu markieren.

Hüppi entgegnete darauf, es sei keine Lösung für die kommenden Generationen, wenn man die Strassen jetzt einfach so stehen lasse. Gerade weil an besagten Strassen schon mehrere Jahre nichts mehr ausgebessert und erneuert wurde. Das überzeugte die Bürger: Dem Antrag von Hans Gübeli stimmten nur zwei Personen zu – ihn selber miteingeschlossen. Zuvor hatte Richard Kaufmann von der CVP-Ortspartei dazu aufgerufen, Gübelis Antrag abzulehnen. Er traue dem Gemeinderat zu, die Strassen «in einem sparsamen und vernünftigen Rahmen» auszubauen. Es bringe nichts, wenn die Gemeinde die Strassensanierungen «schneepflugartig» vor sich hinschiebe.

Auf Reserven zurückgreifen

Diskussionen gab es auch rund um die vom Gemeinderat vorgeschlagene Steuersenkung von vier Prozent. Traktandiert war, den Steuerfuss auf 119 Prozent zu senken. Ob dies Sinn mache, wo doch für 2018 ein Minus von460 000 Franken budgetiert sei, wollte ein Bürger wissen. «Wir haben ein Vermögen von gut vier Millionen», erklärte Hüppi. Dies, weil mehr Steuern eingezogen als tatsächlich gebraucht wurden. Es sei darum nur mehr als richtig, diese Gelder den Leuten auch wieder zurückzugeben und Reserven abzubauen. «Wir wollen nur so viel Steuern einnehmen, wie wir auch brauchen», hielt er fest.

Ein Antrag von Hans Gübeli, den bisherigen Steuerfuss von 123 Prozent beizubehalten, bis die allgmeinen Schulden getilgt seien, fand nur vereinzelt Anhänger. Gübeli störte sich zudem an den 45 000 Franken, die im Budget für neue Stehpulte im Gemeindehaus eingeplant sind. Der Betrag sei unnötig. Auch bei noch so kleinen Ausgaben sei auf Luxus zu verzichten. «Für die Zukunft gibt es nur eines», appellierte er: «Sparen, sparen, sparen.» Man könne der kommenden Generation schliesslich keinen «Schuldenberg» überlassen.

Zuspruch von Ortsparteien

Zuspruch für die Steuerfussreduktion und das Budget erhielt der Rat dafür seitens der örtlichen FDP und der CVP. Deren Vertreter empfahlen beides zur Annahme. Dies erfolgte denn auch mit grossmehrheitlichem Ja.

Einen humorvollen Seitenhieb in der Stehpult-Debatte gab es zum Schluss von Richard Kaufmann von der CVP: «Wir hätten bedeutend mehr Mühe, wenn der Gemeinderat beantragen würde, Liegestühle zu kaufen.»

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