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Skiliftbetreiber unterliegen auch vor Bundesgericht

Im Skigebiet Oberholz ist Tiefschneefahren angesagt. Der Bauer, über dessen Land die Skifahrer flitzen, muss keine Pistenfahrzeuge mehr dulden.

Die Betreiber des Skilifts Oberholz-Farner dürfen auf dem Gebiet eines Eschenbacher Landwirts nicht ohne dessen Genehmigung eine Piste präparieren. Das hat das Bundesgericht entschieden.
Die Betreiber des Skilifts Oberholz-Farner dürfen auf dem Gebiet eines Eschenbacher Landwirts nicht ohne dessen Genehmigung eine Piste präparieren. Das hat das Bundesgericht entschieden.
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Das Skigebiet Oberholz-Farner in der Nähe der Kantonsgrenze St. Gallen/Zürich bei Eschenbach ist klein. Drei Lifte, vier Pisten. Mit dem höchsten Punkt auf 1155 Metern ist es zudem nicht gerade schneesicher. Hoch her gehts im beschaulichen Skigebiet dafür seit Jahren wegen eines Streits zwischen den Skiliftbetreibern und dem Bauern, über dessen Land die Skifahrer brettern. Der Bauer wehrt sich gegen die Präparierung der Pisten mit schwerem Gerät und beklagt Schäden sowie Ertragsausfälle.

Der Krach beschäftigt seit November 2014 die Gerichte. Am Dienstag veröffentlichte das Bundesgericht, an welches die Skiliftbetreiber inzwischen gelangt sind, den jüngsten Entscheid: Genau wie das Kreisgericht See-Gaster und das St. Galler Kantonsgericht kommt es zum Schluss, der Bauer müsse es nicht dulden, dass sein Land im Winter mit schweren Pistenfahrzeugen präpariert werde. Ein Eigentümer habe das Recht, jede ungerechtfertigte Einwirkung abzuwehren und um eine solche handle es sich bei einer präparierten Skipiste zweifellos. Eine Pflicht zur Duldung solcher Einwirkungen besteht für den Bauern laut Bundesgericht nicht. Daran ändert auch nichts, dass das Land in einer speziellen Skizone liegt. Sie verpflichtet den Grundeigentümer nicht, Pistenfahrzeuge zu dulden.

Die Skiliftbetreiber stützten sich in ihren Beschwerden unter anderem auf das St. Galler Baudepartement, das 2012 erklärt hatte, mit einer Skizone sei eine Eigentumsbeschränkung verbunden, die auch für die Pistenpräparierung gelte. Sowohl das Kantons- als auch das Bundesgericht teilen diese Auffassung jedoch nicht. Die Skiliftbetreiber müssen die Gerichtskosten von 3000 Franken tragen.

Skibetrieb nicht gefährdet

«Das Urteil hat uns sehr erstaunt», sagt Evelyne Hengartner, Vorstandsmitglied der IG Oberholz-Farner, die den Skilift betreibt. Für ein kleines Skigebiet sei es ein harter Entscheid. Doch der Betrieb des Skilifts sei in keiner Weise gefährdet. Denn Skifahren darf man auf dem betreffenden Landstück weiterhin, einfach auf einer unpräparierten Piste.

Die Betreiber versuchen nun, das Beste aus der Situation zu machen. Betroffen sei nur ein kleines Teilstück des Skigebiets, meint Hengartner. Man werde die Gäste darüber informieren, auf welcher Strecke Tiefschnee liegt. «Und wer weiss, vielleicht geniessen es einige Gäste, im Tiefschnee zu fahren.»

Die Bäuerin auf der anderen Seite der Auseinandersetzung ist zufrieden, dass das Bundesgericht die Sichtweise der Familie Oberholzer stützt. «Es war eine sehr mühsame Geschichte, wir mussten zehn Jahre Geduld haben», meint sie. Ihr Anwalt Roger Brändli erklärt zudem, der Landeigentümer möchte den Betrieb des Skilifts nicht gefährden. Stattdessen hoffe er weiterhin auf eine gütliche Einigung mit den Betreibern.

Noch nicht rechtskräftig ist ein Beschluss des Gemeinderats Eschenbach, der den Skiliftbetreibern gestattet, die Pisten zu präparieren. Eine Einsprache des Landeigentümers wird zurzeit vom Kanton behandelt.

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