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Bank Linth kämpft mit Margendruck

Die Bank Linth hat 2016 etwas weniger verdient. Allerdings stiegen die Erträge aus dem Zinsengeschäft trotz des anhaltenden Margendrucks auch im letzten Jahr. Die hohen Investitionen in die Modernisierung des Filialnetzes wurden durch den Verkauf einer Liegenschaft in Stäfa kompensiert.

Bei der Bank Linth spricht man von einem Geschäftsergebnis 2016, das «im üblichen Rahmen» liegt.
Bei der Bank Linth spricht man von einem Geschäftsergebnis 2016, das «im üblichen Rahmen» liegt.
Archiv ZSZ / Manuela Matt

David Sarasin zeigt sich mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2016 der Bank Linth «sehr zufrieden». Der Geschäftsleiter verwies an der Bilanzpressekonferenz vom Dienstag in Rapperswil auf die neue Konkurrenz im Zinsengeschäft mit Anbietern aus dem Versicherungssektor, die mit Billigangeboten den Markt aufmischen. Zudem trugen politische Umwälzungen wie der Brexit in Grossbritannien und die Trump-Wahl in den USA zur Unsicherheit auf Kundenseite bei, insbesondere im Anlagegeschäft. In diesem Umfeld habe sich die Bank Linth im Vergleich zum Vorjahr «äusserst konstant» bewegt und solide Zahlen abgeliefert, sagte Sarasin (siehe Box).

Unveränderte Risikopolitik

Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Investitionen, die die Bank in die Modernisierung ihres Vertriebsnetzes leistet — mit Begegnungszonen statt klassischem Bankschalter. Im Neubau in Sargans etwa werden heute 97 Prozent der Transaktionen — unter Beizug einer Kundenbegleitung — am Bancomat abgewickelt. Als eigentliches Highlight für 2016 bezeichnete Sarasin die Entwicklung des Hauptertragspfeilers, des Zinsengeschäfts, wo sich die grösste Ostschweizer Regionalbank trotz weiter fallenden Gewinnspannen und Negativzinsen verbesserte. Dabei hat die Bank Linth ihre konservative Risikopolitik im Kreditgeschäft nicht verändert, wie Finanzchef Urs Isenrich erklärte.

Der Immobilienmarkt im Einzugsgebiet der Bank entwickelte sich regional «massiv unterschiedlich». Während sich im Sarganserland die Preise auf moderatem Niveau befinden, sei am Walen- und Zürichsee entlang das Einzugsgebiet von Zürich stark zu spüren: «Das führt dazu, dass wir im Wohnimmobilienbereich hier immer noch einen grossen Zuwachs haben». Im Bereich Ausserschwyz seien gewisse Marktkorrekturen feststellbar.

Die Kostenseite hat die Bank Linth nach Angaben von Sarasin «im Griff», trotz des im vergangenen Jahr vor allem aufgrund des Umbaus des Hauptsitzes in Uznach deutlich gestiegenen Sachaufwandes. Im Juni will die Bank von ihrem provisorischen Head Office in Pfäffikon — mit 90 Mitarbeitenden, die in der Zentrale arbeiten — wieder nach Uznach ziehen. Insgesamt stellt die Bank Linth für den Umbau der Geschäftsstellen in Uznach, Rapperswil und Siebnen 12 Millionen Franken zur Verfügung. Der unliebsame Asbestfund vom Dezember in Rapperswil verzögert die hier im September startenden Umbauarbeiten. Die Bank hat dafür 1,5 Mio. Franken zurückgestellt, die in der Erfolgsrechnung 2016 enthalten sind.

Umbau dauert bis 2020

Zur Deckung der Mehrkosten in die bauliche Infrastruktur der Bank Linth trug im letzten Jahr vor allem der Verkauf einer Liegenschaft in Stäfa bei, in der die Geschäftsstelle untergebracht ist. 90 Prozent der Räumlichkeiten in dem Gebäude seien Wohnungen, sagte Sarasin: «Das ist nicht unser Job». Die Bank Linth bleibt allerdings der Liegenschaft als Mieterin erhalten und baut ihre Stäfner Filiale im zweiten Halbjahr 2017 um. Mit den neuen Eigentümern der Liegenschaft wurde ein zehnjähriger Mietvertrag vereinbart.

Letzten Endes haben für die Bank Linth noch zwei Immobilien strategische Bedeutung, «der Hauptsitz in Uznach und die Filiale Rapperswil mit der besten Lage, die eine Gewerbeliegenschaft haben kann». An den beiden Standorten, an denen die Bank noch Eigentümerin ist, setzt sie in Zukunft auf Stockwerkeigentum oder Miete.

Bis 2020 sollen alle 19 Geschäftsstellen zwischen Winterthur und Bad Ragaz nach dem Vorbild der Mitte 2015 in Betrieb genommenen Beraterfiliale Sargans umgestaltet werden. Dabei soll laut Sarasin für Rüti, Flums und Uetikon innerhalb der Gemeinde ein «besserer Standort» gefunden werden. Die gesamten Investitionen in die bauliche Infrastruktur bei der börsenkotierten Regionalbank werden mit 20 Millionen Franken veranschlagt.

Als zukünftigen Wachstumsmarkt hat die Bank in erster Linie die vor fünf Jahren gegründete Niederlassung in Winterthur identifziert. Sie ist bereits die fünftgrösste innerhalb des Filialnetzes. Darüber hinaus will die Bank Linth vermehrt Kooperationen mit im Bereich FinTech tätigen Firmen und mit Crowd-lending-Plattformen (Kreditgewährung von Privatpersonen) eingehen. Aber auch im Zeitalter der digitalen Verkaufskanäle will die Bank nach Aussage von David Sarasin an ihrem Standortnetz festhalten, genauso wie an ihrem Personalbestand von knapp 200 Mitarbeitenden.

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