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Bäume kämpfen ums Überleben

Die Wälder im Linthgebiet trocknen aus. Die Waldbrandgefahr wird daher immer grösser. Linderung ist nicht in Sicht.

Wegen der Trockenheit kämpfen die Bäume im Linthgebiet ums Überleben.

Wegen der Trockenheit kämpfen die Bäume im Linthgebiet ums Überleben. Bild: Keystone

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Wen man dieser Tage durch die Wälder im Linthgebiet spaziert, könnte man beinahe den Eindruck erhalten, es sei Herbst: Die Blätter beginnen sich zu verfärben. Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit. «Die Bäume kämpfen ums Überleben», erklärt Reto Bless, Förster im Revier Kaltbrunn-Schänis Nord.

Aufgrund der Wasserknappheit würden die Bäume das Wachstum einstellen und die Blätter abwerfen. Insbesondere am Waldrand wird es für die Bäume schwierig. Dort sind sie der Sonne direkt ausgesetzt. Hinzu kommt der Wind, der den Boden zusätzlich austrocknet. Im Vorteil sind gemäss Bless Bäume mit tiefen Wurzeln, an deren Standort die Hummusschicht relativ dick ist. Das sind schlechte Nachrichten für die Fichte, die ihre Wurzeln nicht besonders tief ins Erdreich schickt. «Die Fichten sind zurzeit besonders geschwächt, was sie besonders anfällig für den Borkenkäfer macht», sagt Bless.

Warnstufe erhöht

Am gefährlichsten dürfte den Bäumen aber Feuer werden. Deshalb ist die offizielle Warnstufe für Waldbrände im Linthgebiet auf die zweithöchste Stufe «grosse Gefahr» erhöht worden. Rund um den Walensee, in Amden und Weesen, gilt diese Warnstufe schon seit Längerem. Diese beiden Gemeinden haben daher bereits ein Feuerverbot verhängt.

«Kein Feuer machen. Da gibt es keine Diskussion», meint nun auch Förster Erwin Hüppi, der für Gommiswald und Rieden zuständig ist. Auch in den befestigten Feuerstellen sei davon abzusehen. Zu gross sei die Gefahr, dass ein Funke «knisterdürres Laub oder Äste» in Brand stecke.

Auch Reto Bless macht sich Sorgen: «Die Leute unterschätzen die Gefahr.» Trotzdem spricht der Förster noch nicht von einem Feuerverbot. Er ermahnt aber die Waldbesucher dazu, vorsichtig zu sein und nur in den vorgegebenen Stellen Feuer zu machen. Um am Schluss sicherzugehen, dass die Glut wirklich erloschen ist, solle man am besten eine Flasche Wasser darüber giessen.

Nicht nur in den Wäldern, auch auf den Alpen wird das Wasser knapp. Auf der Alp Wielesch in Gommiswald führen die Quellen immer weniger Wasser. Alle ein bis zwei Tage bringen die Pächter daher Wasser im Tank auf den Berg. Aufgrund der Hitze gebe es in der Wiese bereits vereinzelt Risse im Boden, erzählt Ruth Brunner. Die Kühe wissen mit den Temperaturen umzugehen: «Sie stellen sich an den Waldrand.»

Ein Wunschzettel

Ob Förster oder Bauern, sie alle hoffen auf den Regen. Denn die Regengüsse der letzten Zeit sind quasi verpufft. «Das Wasser hat den Waldboden gar nicht erreicht», sagt Reto Bless. Das kostbare Nass bleibt in den Blättern hängen.

Erwin Hüppi weiss genau, wie der perfekte Regen zu sein hat. Alle zwei bis drei Nächte ein feiner Regen, der mehrere Stunden andauert. Und das bitte etwa zehnmal. «Das wäre ein Geschenk für die Natur.» Heftige Regengüsse wären für die harten, ausgetrockneten Wiesen hingegen schlecht. Doch die Wettervorhersagen zeigen für die nächsten Tage ausser ein paar Gewittern keine Niederschläge an. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.07.2018, 17:02 Uhr

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