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Auch der Spar in Weesen muss am Sonntag geschlossen bleiben

Wer am Sonntag in Weesen frisches Brot kaufen will, steht in diesem Sommer auch beim einzigen Dorfladen vor verschlossenen Türen. Der Spar dürfte nur dann noch öffnen, wenn die Marktleiterin alleine im Laden steht.

Der Spar in Weesen darf am Sonntag nicht mehr öffnen. In der Gemeinde wird der Entscheid bedauert.
Der Spar in Weesen darf am Sonntag nicht mehr öffnen. In der Gemeinde wird der Entscheid bedauert.
Google Streetview

Nach der Migros-Express Filiale in Rapperswil trifft es nun auch den Spar in Weesen. Auch dieser Supermarkt muss am Sonntag geschlossen bleiben. Zuvor war der Laden fast dreissig Jahre sonntags geöffnet - bis es zum Einschreiten der Gewerkschaft und später einem verhängnisvollen Bundesgerichtsurteil kam. Der Sonntagsverkauf wurde auf die Sommersaison eingeschränkt. Sprich: Solange ein Kursschiff fahrplanmässig in Weesen unterwegs war, durfte der Spar Markt öffnen.

«Mein Sortiment sei nicht auf Touristen ausgerichtet, meint das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)», sagt Marktleiterin Priska Fäh. Ähnlich hatten die Behörden bereits bei der Migros-Express-Filiale in Rapperswil entschieden. Das AWA sieht deshalb die Voraussetzungen für eine bewilligungsfreie Beschäftigung von Personal am Sonntag als nicht gegeben an, wie das Amt gegenüber der Zürichsee-Zeitung bestätigt.

Familie arbeiten lassen

Eine Möglichkeit am Sonntag zu öffnen hätte Priska Fäh trotz des Entscheids des AWA. Steht die Geschäftsführerin selbst mit allfälligen Familienangehörigen im Laden, dürfte sie öffnen. Das kommt für Fäh aber nicht in Frage: «Ich habe keine Kinder und könnte höchstens meine Mutter beschäftigen». Es sei aber keine Option die 63-jährige auch am Sonntag noch einzuspannen.

Den Umsatz des Sonntags müsse sie auf andere Art wieder hereinholen, sagt Fäh. Etwa mit längeren Öffnungszeiten am Samstag. Wie sie den Verlust genau abfedert weiss die Marktleiterin allerdings noch nicht. Aber: Zu Entlassungen werde es sicher nicht kommen.

Fäh bedauert den Entscheid für Weesen: «Wir haben keine Bäckerei. Nun müssen die Weesner am Sonntag etwa für frisches Brot mit dem Auto das Dorf verlassen.» Ähnlich tönt es auch bei der Tourismus-Organisation und der Gemeinde. Thomas Exposito von Amden-Weesen Tourismus meint: «Viele unserer Gäste reisen am Wochenende an. Das heisst, dass sie ihre Einkäufe bereits mitbringen müssen, statt lokal einkaufen zu können.» Gemeindepräsident Marcel Benz (parteilos) stört sich am Entscheid, weil er den einzigen Laden im Dorf treffe. Er wolle mit Priska Fäh nach Lösungen für die Zukunft suchen.

Juristisch gegen den Entscheid des AWA vorgehen will Marktleiterin Fäh indes nicht: «Wenn es die Migros in Rapperswil schon nicht schafft, wie sollten wir dann als kleines Geschäft erfolgreich sein?».

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