Gommiswald

Asylkommission soll Wogen glätten

In Gommiswald hat die neu gegründete ­Asylkommission ihre Arbeit aufgenommen. Die Gemeinde ­hofft, dass nach dem Knatsch um die früher beauftragte Betreuungsfirma nun Ruhe einkehrt.

Mit der neuen Asylkommission seien die Asylbewerber laut Seelsorger Jürg Wüst heute klar besser betreut.

Mit der neuen Asylkommission seien die Asylbewerber laut Seelsorger Jürg Wüst heute klar besser betreut. Bild: Manuela Matt, Symbolbild

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Nach dem ­Ende der aus Gemeindesicht problematischen Zusammenarbeit mit der Asylbetreuungsfirma ABS hat Gommis­wald das Asylwesen wieder selbst in die Hand genommen: Seit An­fang Jahr ist eine zehnköpfige Kommission dafür zuständig. Nebst Gemeinderat Peter Eicher und Sozialamt-Leiterin Sabrina Schny­der als Behördenvertreter sitzen in der Kommission Personen, die sich freiwillig engagieren, neu ist mit Seelsorger Jürg Wüst auch die Katholische Kirchgemeinde involviert.

Nach Wüsts Erfahrungen während der vergangenen Wochen sind die Asylbewerber heute klar besser betreut: «Die Kommissionsmitglieder sind näher am Puls der Asylsuchenden und rea­gieren schnell, wenn in einer Unterkunft einmal etwas fehlt.» Verbessert hat sich laut Wüst auch die Vernetzung der im Asylbereich tätigen Personen.

Seitens der Freiwilligen bestand laut Seelsorger Wüst bereits zu Zeiten der Tätigkeit von ABS der Wunsch, sich zu engagieren: «Die Firma blockte sie allerdings ab.» In der Folge seien sie an ihn gelangt. Da auch für die Kirche ­die mitmenschliche Betreuung ein wichtiges Anliegen sei, habe er dar­auf Kontakt mit der Politischen Gemeinde aufgenommen.

Aus Wüsts Sicht war für das neue Modell zen­tral, dass es in der Gemeinde geeignete Frei­wil­lige gab. Anderenfalls liege es nahe, dass eine Gemeinde eine externe Firma beauftragt. «Man hat das Gefühl, dass dies zu einer pro­fes­sionellen Betreuung führt», sagt Wüst – zumal Professionalisierung ein öffentlich oft geäussertes Anliegen sei.

«Alles neu aufgleisen»

Als Vorsitzender der Asylkommission wirkt seit Anfang Jahr Walter Weber. Man sei noch dar­an, die Betreuung der Asylsuchenden «von Grund auf neu aufzugleisen», sagt Weber. Als grosse Herausforderung sieht Weber die Suche nach geeigneten Unterkünften. Derzeit leben in der Gemein­de rund 30 Asyl­suchende. Laut Weber sei die Gemeinde verpflichtet, demnächst ungefähr 15 weitere Asylsuchende aufzunehmen. «Die Suche nach Unterkünften ist relativ schwierig.»

Mediale Kritik

Die bisherige Betreuung durch die Asylbetreuungsfirma ABS hatte die Gemeinde per ­Ende 2015 beendet. Nach mehreren kritischen Berichten der «Ober­see-Nach­richten» hatte die «Rund­schau» das Thema aufgegriffen. In der SRF-Sen­dung wurde über enge, schlecht unterhaltene Unterkünfte berichtet. Die ABS wies die Kritik zurück. An­dere Gemeinden im Linth­gebiet haben gegenüber dem Betreuungsunternehmen keine Vorbehalte: Rappers­wil-Jona, Ben­ken, Amden und Kalt­brunn haben Ver­träge mit ABS.

«Mit der neu gegründeten Asyl­kommission sollen die Wogen der letzten Monate wieder geglättet werden», heisst es in ­ der neuesten Ausgabe des Gemeindemitteilungsblattes «Über üs». Gemeindepräsident ­Peter ­Göldi und Gemeinderat ­Peter ­Eicher waren für die ZSZ ges­tern nicht erreichbar.

Erstellt: 28.01.2016, 09:55 Uhr

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