Rapperswil-Jona

Architekturbüro fühlt sich bei Schlosswettbewerb übergangen

Diesen Monat geht der Wettbewerb zum Schloss-Umbau in eine neue Runde. Statt elf Architekturbüros nehmen nun zwölf teil: Ein Büro hatte sich mit juristischen Mitteln gegen den Ausschluss aus dem Projekt gewehrt.

Wie wird das Schloss Rapperswil modernisiert? 12 Architekturbüros kämpfen um den Auftrag.

Wie wird das Schloss Rapperswil modernisiert? 12 Architekturbüros kämpfen um den Auftrag. Bild: Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wie erfahren ist ein Architekturbüro mit historischen Bauten? Diese heikle Frage mussten Ortsgemeinde und Stadt im Rahmen des Wettbewerbs für den Umbau des Schloss Rapperswil beurteilen. Ein Architekturbüro war mit der negativen Antwort auf diese Frage nicht zufrieden und gelangte deshalb an das St. Galler Verwaltungsgericht. 70 Architekturbüros haben sich im Rahmen des Projektwettbewerbes für den Schlossumbau beworben.

Nebst Referenzen zu Bauleitungen und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mussten die Teams auch drei Referenzprojekte einreichen, die 75 Prozent der Beurteilung ausmachten. «Wir haben uns von den Bewerbern Referenzen im vergleichbaren Kontext mit einer historischen Baute gewünscht», sagt Christoph Sigrist, Geschäftsführer der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Den Wettbewerb auf Büros zu beschränken, die nur Schlösser und Burgen umgebaut hätten, sei dabei nicht in Frage gekommen. Sonst wäre das Teilnehmerfeld von möglichen Büros zu weit eingeschränkt worden.

Renommiertes Büro

Nach der Nomination von elf Teams, die ein konkretes Projekt für den Schlossumbau vorschlagen dürfen, wehrte sich das Büro Pfister Schiess Tropeano & Architekten aus Zürich mit einer Beschwerde. Architektin Rita Schiess sagt: «Wir beschreiten nur sehr ungern den Rechtsweg.» In diesem Fall habe man aber an der korrekten Beurteilung der Referenzprojekte gezweifelt. Der Grund: Das Büro hat ein Projekt eingereicht, bei dem ein nationales Schutzobjekt umgestaltet wurde. Um welches Gebäude es sich dabei handelt will Schiess nicht preisgeben. Allerdings zeigt ein Blick auf die online verfügbare gesamte Projektliste, dass das Büro renommierte Umbauten geplant hat. Unter anderem jenen des Zürcher Stadthauses, des Jugendstilhotels Paxmontana Flüeli-Ranft oder aber auch des Hallenstadions Zürich. Allesamt historische und geschütze Bauten aus verschiedenen Epochen.

Christoph Sigrist sagt, es handle sich bei der Beurteilung der Referenzobjekte um einen Ermessensentscheid. Man habe deshalb nach der Beschwerde sofort das Preisgericht nochmals darum gebeten, das Dossier zu prüfen. Nun dürfen auch die Architekten Pfister Schiess Tropeano am konkreten Wettbewerb zum Schlossumbau teilnehmen. Damit sind nun zwölf Teams im Rennen. Ortsgemeinde und Stadt rechneten mit circa zehn Büros.

Dem Rechtsstreit aus dem Weg

Die beiden Behörden haben es bei der Beschwerde nicht auf einen langen Rechtsstreit ankommen lassen. Noch bevor das Verwaltungsgericht einen Entscheid über die aufschiebende Wirkung gefällt hat, gaben Stadt und Ortsgemeinde klein bei. Andernfalls wäre eine monatelange Verzögerung durch den Rechtsstreit die Folge gewesen. Christoph Sigrist betont: «Wir sind davon überzeugt, dass das beschwerdeführende Architekturbüro seinen Platz im Wettbewerb verdient hat.» Ansonsten hätte man ein Rechtsverfahren nämlich in Kauf genommen. «Wir haben zudem sämtliche 70 interessierten Büros über die Beschwerde informiert und den Entscheid nochmals eröffnet.» Gegen diesen zweiten Entscheid gingen keine Beschwerden ein.

Die Juryierung der Schlosskonzepte ist nach wie vor für den August geplant. Für die Arbeit an den Plänen haben die Architekturbüros allerdings nun etwas weniger Zeit. Die Begehung des Schlosses mit den Architekten findet statt Ende März jetzt erst Ende April statt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.04.2018, 16:03 Uhr

Artikel zum Thema

Projektwettbewerb für Umbau des Schlosses verzögert sich erneut

Rapperswil-Jona Der Wettbewerb für den Schlossumbau soll demnächst ausgeschrieben werden. Das Verfahren gestaltet sich als viel aufwändiger und komplizierter als angenommen wurde, sagt die Ortsgemeinde. Mehr...

Wettbewerbskredit für Schlossumbau bewilligt

Rapperswil-Jona Die stimmberechtigten Bürger der Ortsgemeinde sprachen sich klar für den Kredit über 200 000 Franken für einen Projektwettbewerb zur Erstellung eines Scharnierbaus auf dem Schloss aus. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!