Kreisgericht See-Gaster

Apotheker wird zur Kasse gebeten

Mehr als 40'000 Franken hat ein Apotheker aus der Region mit illegalem Medikamentenhandel verdient. Dieses Geld muss er nun zurückbezahlen, dazu kommen eine Busse und die Verfahrenskosten.

Ein aus dem Linthgebiet stammender Apotheker hat ohne Bewilligung mit grossen Mengen Arzneimittel gehandelt.

Ein aus dem Linthgebiet stammender Apotheker hat ohne Bewilligung mit grossen Mengen Arzneimittel gehandelt. Bild: Symbolbild/Keystone

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Es kommt nicht oft vor, dass der Sachverhalt an einer Gerichtsverhandlung so klar ist wie an jener vom 26. Juni. Zu dem Fall wurde jetzt das Urteil gefällt. Damals stand ein Apotheker aus der Region vor dem Kreisgericht See-Gaster, weil er Medikamente an Ärzte und Spitäler verkauft hatte, ohne über die dafür notwendige Bewilligung für den Grosshandel mit Heilmitteln zu verfügen. Damit erwirtschaftete er über einen Zeitraum von rund fünf Jahren einen Gewinn von knapp 41 000 Franken. Das war schwarz auf weiss belegbar und auch der Verteidiger des Angeklagten bestritt den illegalen Handel nicht.

Aufgeflogen war der Apotheker, weil im Zuge eines anderen Verfahrens bei einem Arzt Rechnungen für Medikamente gefunden worden waren. Diese hatte der beschuldigte Apotheker ausgestellt. Eine Überprüfung ergab, dass er dafür keine Bewilligung besass.

Zwei gegensätzliche Versionen

Komplett unterschiedlich waren die Auffassungen über die Gründe für sein Verhalten und die Frage, ob der Beschuldigte wusste, dass er die Medikamente nicht an Ärzte und Spitäler hätte verkaufen dürfen. Für den Anwalt von Swissmedic, der nationalen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte, war klar: «Der Apotheker wusste genau, was er tat, und wollte sich bereichern. Das wurde spätestens dann klar, als wir die Apotheke im Juli 2013 durchsuchten.» Selbst nach dieser Durchsuchung habe der Apotheker weiter Medikamente geliefert. Die Swissmedic verdonnerte ihn per Strafverfügung zu einer Busse von 13 000 Franken sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten in der Höhe von 4500 Franken und zur Rückzahlung des gesamten Gewinns. Der Apotheker focht diesen Strafbefehl an, weshalb es zur Verhandlung kam.

Für den Verteidiger stellte sich die Situation indes komplett anders dar. Sein Mandant habe stets im Glauben gehandelt, über eine Bewilligung für den Medikamentenhandel zu verfügen. «Er war Apotheker mit Leib und Seele und stets bemüht, für seine Kunden da zu sein – aber ein gieriger Grosshändler war mein Mandant nicht.» Als störend empfand der Verteidiger das Vorgehen von Swissmedic: «Mit neun Leuten wurde die Apotheke meines Mandanten regelrecht gestürmt. Da fehlte das Augenmass», ärgerte er sich. Der Verteidiger forderte, dass die Strafverfügung aufgehoben und der Beschuldigte von Schuld und Strafe freigesprochen wird. Sollte er dennoch verurteilt werden, so lediglich zu einer milden Busse von 2000 Franken, auch von der Einziehung des Gewinns sei abzusehen. Und wenn diese denn doch nötig werde, so solle bloss die Hälfte eingezogen werden.

Richter bestätigt Strafverfügung

Weil es sich teilweise um ein Verwaltungsstrafverfahren handelte, wurde der Entscheid erst kürzlich gefällt und den Parteien schriftlich mitgeteilt. Der Einzelrichter folgte in den wesentlichen Punkten der Anklage: Der Apotheker wird des Vergehens gegen das Heilmittelgesetz und der mehrfachen fahrlässigen Übertretung desselben Gesetzes schuldig gesprochen. Er wird mit einer Geldstrafe von 11 600 Franken und einer Busse von 500 Franken bestraft. Die Geldstrafe muss der Apotheker nur bezahlen, wenn er sich innerhalb von zwei Jahren erneut etwas zuschulden kommen lässt.

Weiter werden der Apotheker und seine Firma verpflichtet, eine Ersatzforderung von mehr als 38 000 Franken zu bezahlen. Dazu kommen Verfahrenskosten in der Höhe von 6900 Franken. Insgesamt schneidet der Apotheker also in etwa gleich ab, wie wenn er die ursprüngliche Strafverfügung von Swissmedic akzeptiert hätte.

Eingestellt wurde das Verfahren betreffend mehrfacher fahrlässiger Übertretung des Heilmittelgesetzes bezüglich Lieferungen zwischen dem 16. März und dem 27. Juli 2011. Dies, weil jene Vorfälle verjährt sind. Gegen den Entscheid können beide Parteien innerhalb von 20 Tagen Berufung einlegen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.09.2018, 16:42 Uhr

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